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Halloween und schwule Jungs Besondere Outfits oder doch Evergreens?

Von ms - 30.10.2026 - 16:30 Uhr
Halloween und schwule Jungs
Foto: iStock / PeskyMonkey
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Halloween gilt in der LGBTIQ+-Community nicht ohne Grund als eine Art Weihnachten. Schließlich bietet kaum ein anderer Feiertag so viel Gelegenheit, mit Rollenbildern, Outfits und freizügigen Verkleidungen zu spielen. Doch offenbar verändert sich der Geschmack: Sexy Kostüme verlieren unter Heterosexuellen an Beliebtheit, während Männer bei der Suche nach besonders heißen Halloween-Looks immer stärker aufholen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Nachfrage nach sexy Halloween-Kostümen ist zwischen 2021 und 2025 unter Heterosexuellen um 42 Prozent gesunken.
  • Männer gewinnen bei der Suche nach freizügigen Verkleidungen im Gegenzug zunehmend an Bedeutung.
  • „Magic Mike“ schlägt inzwischen sogar den sexy Feuerwehrmann und den Polizisten.
  • An der Spitze der beliebtesten Kostüme stehen Priester und Ärzte. 

Männer wollen sexy Outfits

Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Erotikplattform Erobella, die unter anderem den „Sexually Liberal City Index“ und den „Out on Campus: The LGBTQ+ College Index 2026“ veröffentlicht. Grundlage der Untersuchung sind Google-Suchanfragen aus den USA – die neue Trendentwicklung kommt dabei in diesem Jahr auch in Europa an. Demnach ist das Interesse an sexy Halloween-Kostümen zwischen 2021 und 2025 bei Heterosexuellen um 42 Prozent zurückgegangen. Mitte der 2000er-Jahre bezog sich noch jede achte Kostümsuche auf eine freizügige Variante. 2025 war es nur noch jede 18. Suche. 

Besonders interessant ist allerdings dabei die entgegengesetzte Entwicklung bei Männern, insbesondere natürlich auch bei schwulen Jungs. Hier haben die Suchanfragen um fast 17 Prozent zugenommen. Männer suchen deutlich häufiger nach aufreizenden Verkleidungen als noch vor einigen Jahren. Wer schon einmal eine Halloween-Party in der schwulen Community besucht hat, dürfte von dieser Entwicklung weniger überrascht sein. Dort gehören knappe Outfits längst zum festen Repertoire. Manchmal besteht die Verkleidung kaum aus mehr als einem Jockstrap.

Warum weniger sexy?

Doch woran liegt es, dass sexy Kostüme insgesamt an Zuspruch verlieren? Erobella vermutet, dass die Menschen nicht grundsätzlich weniger Lust auf freizügige Verkleidungen haben. Vielmehr habe sich das Such- und Konsumverhalten verändert. Die Erklärung der Studienautoren: Viele Menschen lassen sich inzwischen lieber auf keuschen und braven Plattformen wie TikTok oder Instagram inspirieren, statt selbst nach Kostümen zu suchen. Außerdem würden zunehmend konkrete Figuren und Charaktere nachgeahmt, anstatt klassische Berufskostüme lediglich mit dem Zusatz „sexy“ zu versehen.

Männer scheinen sich diesem Wandel allerdings zu widersetzen. Besonders deutlich wird das am Beispiel von „Magic Mike“: Die entsprechende Kostümidee wurde während der vergangenen drei Halloween-Saisons fast viermal so häufig gesucht wie der sexy Feuerwehrmann. Auch der sexy Polizist musste sich geschlagen geben. In der schwulen Community geht der Trend in diesem Jahr zudem zu jahresaktuellen Outfits wie Beispiel „schwuler Eishockeyspieler“ in Anlehnung an „Heated Rivalry“. Halloween hat für die Community also nach wie vor eine besondere Bedeutung. Dieser Trend zeichnet sich inzwischen auch versetzt bei Heterosexuellen ab: Die Menschen wollten heute eher eine bestimmte Figur verkörpern als einen Typus. 

Ranking der Langzeittrends

Auf dem 15. Platz steht Catwoman. Direkt davor liegt der sexy Hase auf Platz 14. Einst deutlich gefragter, kommt er inzwischen ebenfalls nur noch auf sieben Prozent der Suchanfragen. Der Rückgang beträgt hier sogar 42 Prozent. Platz 13 belegt Kleopatra. Rotkäppchen landet auf Platz zwölf. Auf Platz elf folgt der sexy Cowboy beziehungsweise das Cowgirl. Der Matrose erreicht Platz zehn. Das Kostüm verlor 2025 zwar neun Prozent, kam aber weiterhin auf acht Prozent der Suchanfragen. Auf Platz neun steht der Feuerwehrmann. Acht Prozent der Nutzer suchten nach dieser Verkleidung. Die Kombination aus Uniform und freizügigem Auftritt scheint also weiterhin ihren Reiz zu haben. Der Schiedsrichter belegt Rang acht. 

Gleichauf beim Anteil liegt der Teufel auf Platz sieben. Der sexy Polizist schafft es auf Rang sechs. Auf Platz fünf landet die sexy Flugbegleiterin beziehungsweise der sexy Steward. 17 Prozent der Suchanfragen entfielen 2025 auf dieses Kostüm. Das entspricht einem Plus von 33 Prozent. Das Schulmädchen und der Schuljunge belegen Rang vier. Platz drei sichert sich das französische Dienstmädchen. Der Klassiker unter den freizügigen Halloween-Verkleidungen kam 2025 auf 14 Prozent der Suchanfragen. Die Krankenschwester und der Arzt landen auf dem zweiten Platz. Ganz oben steht schließlich die sexy Nonne beziehungsweise der sexy Priester. Da bleibt zu hoffen, dass in der Nacht der Geister schwule Jungs besonders empfangsbereit sind – für den heilen Geist selbstverständlich. 

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