Schwere Vorwürfe gegen einen Nachwuchsspieler von Tennis Borussia Berlin: Ein 18-Jähriger aus der U19 soll einen Mann homophob beleidigt und angegriffen haben. Das berichtet BILD am Freitag. Der Verein spricht von einer Suspendierung. Beim Training soll der Spieler trotzdem wieder auf dem Platz gestanden haben.
Angriff am U-Bahnhof
Nach dem BILD-Bericht soll der Angriff im August 2025 gegen 23 Uhr am U-Bahnhof Alt-Mariendorf geschehen sein. Zwei junge Männer hätten einen 30-Jährigen wegen seiner bunten Kleidung angepöbelt, gegen den Kopf geschlagen und auch dann noch getreten, als er bereits am Boden lag. Einer der Verdächtigen soll der TeBe-Nachwuchsspieler sein. Die Vorwürfe sind Gegenstand laufender Ermittlungen.
Suspendiert, aber beim Training?
Am Donnerstagabend soll der 18-Jährige dennoch mittrainiert haben. Gegenüber BILD begründete Vereinschef Ariel Gala den Trainingszugang mit den Verpflichtungen gegenüber Mitgliedern. Bei den Spieltagen kündigt er dagegen Konsequenzen an: „Wer antisemitisch auffällt oder sich homophob verhält, der hat kein TeBe-Trikot an Spieltagen zu tragen.“
Vereinssprecher Uli Krug erklärte dem Blatt, bei einer gerichtsfesten Bestätigung der Vorwürfe habe der Spieler keine Zukunft bei Tennis Borussia. Ein Urteil liegt dem Bericht zufolge bislang nicht vor.
TeBe-Fans engagieren sich gegen Homophobie
Der Fall trifft einen Verein, aus dessen Fanszene eine bundesweit bekannte Initiative gegen Homophobie hervorgegangen ist. Wie Tennis Borussia auf seiner eigenen Website dokumentiert, entstand „Fußballfans gegen Homophobie“ aus der Abteilung Aktive Fans und dem Projekt SOCCER SOUND des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg.
Seit Juni 2011 setzt die Kampagne mit einem lila Banner ein sichtbares Zeichen im Fußball. Sie vernetzt engagierte Fans und leistet Aufklärungsarbeit. 2012 wurde die Initiative im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet.
Das Wichtigste im Überblick
- Ein U19-Spieler von Tennis Borussia steht laut BILD wegen eines mutmaßlich homophoben Angriffs unter Verdacht.
- Der Verein spricht von einer Suspendierung, der Trainingszugang bleibt jedoch offenbar bestehen.
- Die Ermittlungen laufen. Der Verein kündigt Konsequenzen an.
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Quellen: BILD, Originalbericht vom 30. Oktober 2026; Tennis Borussia Berlin: Fußballfans gegen Homophobie.