Was als verabredetes Sex-Treffen begann, entwickelte sich für einen 19-Jährigen in Hamburg zu einem gewaltsamen Überfall. In einer Nacht Mitte Mai dieses Jahres kurz nach Mitternacht war der junge Mann im Stadtteil Neugraben-Fischbek unterwegs. Zuvor hatte er über eine Dating-App Kontakt zu einem Mann aufgenommen und sich mit ihm verabredet. Am vereinbarten Treffpunkt führte ihn sein Kontakt jedoch zu einem nahe gelegenen Feldweg. Dort befanden sich mehrere Männer, die offenbar auf den 19-Jährigen warteten. Nun hat die Polizei drei Tatverdächtige im Fokus.
Das Wichtigste im Überblick
- Ein 19-Jähriger wurde Mitte Mai in Hamburg-Neugraben-Fischbek Opfer eines homophoben Angriffs.
- Zuvor hatte er sich über eine Dating-App mit einem Mann verabredet, der ihn zu einem abgelegenen Feldweg führte.
- Dort warteten mehrere Männer auf ihn und schlugen und traten auf ihn ein.
- Die Polizei identifizierte drei Tatverdächtige im Alter von 19, 20 und 21 Jahren.
- Bei Durchsuchungen in Neugraben-Fischbek und Harburg stellten die Ermittler jetzt unter anderem eine Machete, einen Schlagring sowie weitere Beweismittel sicher.
- Einer der Verdächtigen wurde vorläufig festgenommen, später jedoch mangels Haftgründen wieder entlassen.
Zufall rettet jungen Mann
Als der junge schwule Mann die bedrohliche Situation bemerkte und versuchte, zu seinem Auto zurückzukehren, eskalierte die Lage. Mindestens zwei Männer sollen ihn angegriffen, geschlagen und getreten haben. Einer der Beteiligten habe dabei einen Gegenstand verwendet, der einem Schlagstock ähnelte. Erst durch ein herannahendes Auto ließen die Angreifer zunächst kurzzeitig von dem jungen Mann ab. Dadurch gelang es ihm, sich in sein Fahrzeug zu retten. Die Situation beruhigte sich allerdings nicht: Kurze Zeit später soll ein grauer oder silberfarbener VW Polo am Tatort aufgetaucht sein. Aus diesem Wagen heraus wurde nach den bisherigen Erkenntnissen eine Scheibe des Autos des 19-Jährigen beschädigt. Anschließend entfernten sich die mutmaßlichen Täter vom Tatort. Das Opfer erlitt Verletzungen und musste zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.
Staatsschutz ermittelt
Da ein homophobes Tatmotiv vermutet wird, übernahm der auf Hasskriminalität spezialisierte Staatsschutz die weiteren Ermittlungen. Im Zuge der Untersuchungen gelang es den Beamten nun, drei Tatverdächtige zu identifizieren. Es handelt sich um drei junge Männer im Alter von 19, 20 und 21 Jahren. Nach bisherigem Ermittlungsstand soll die Tat von einer Gruppe mit insgesamt zehn Personen ausgegangen sein. Die drei identifizierten Männer stehen nun allerdings im Fokus der Ermittlungen.
Auf Grundlage eines Antrags der Staatsanwaltschaft ließ die Polizei mehrere Wohnungen in Hamburg-Neugraben-Fischbek und Harburg durchsuchen. Dabei machten die Einsatzkräfte mehrere Funde. Unter den sichergestellten Gegenständen befanden sich eine Machete und ein Schlagring. Darüber hinaus nahmen die Ermittler Speichermedien sowie Kleidungsstücke mit, bei denen es sich mutmaßlich um Tatkleidung handelt.
21-Jähriger vorläufig festgenommen
Einer der drei Beschuldigten, der 21-Jährige, wurde während der Durchsuchungsmaßnahmen in seiner Wohnung angetroffen und zunächst vorläufig festgenommen. Im Anschluss kam er jedoch wieder auf freien Fuß, da keine ausreichenden Haftgründe vorlagen. Die beiden anderen Tatverdächtigen konnten die Polizisten bei den Durchsuchungen nicht antreffen. Ob und in welcher Form sie an dem Angriff beteiligt gewesen sein sollen, ist weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Polizei setzt ihre Untersuchungen zu dem homophoben Überfall fort.