LGBTIQ+-Menschen sind oftmals besonders von Einsamkeit betroffen. Das Einsamkeitsbarometer 2025 des Bundesfamilienministeriums zeigt, dass sie in Deutschland deutlich häufiger darunter leiden als heterosexuelle Menschen. Besonders betroffen in der Community sind dabei jüngere Menschen sowie auch Senioren. Damit rücken zugängliche Orte für Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe auch für diese Bevölkerungsgruppe in den Blick.
Das Wichtigste im Überblick
- LGBTIQ+-Menschen leiden laut Einsamkeitsbarometer 2025 häufiger unter Einsamkeit als heterosexuelle Menschen.
- Noch bis zum 30. November 2026 bieten fast 300 Bibliotheken bundesweit rund 1.200 Aktionen und Veranstaltungen an.
- Unter dem Motto „Gemeinsam in der Bibliothek“ laden Bücherclubs, Gesprächskreise und Lesungen zum Austausch ein.
Kennenlernen und Austausch
Gelegenheiten zum Kennenlernen und Austausch soll der bundesweite Aktionsmonat gegen Einsamkeit schaffen. Vom 1. bis zum 30. November 2026 veranstalten das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) unter dem Motto „Gemeinsam in der Bibliothek“ rund 1.200 Aktionen und Veranstaltungen. Fast 300 Bibliotheken beteiligen sich. Das Programm für Jung und Alt umfasst unter anderem Bücherclubs, Gesprächskreise und Lesungen.
Bundesfamilienministerin Karin Prien betont die gesellschaftliche Bedeutung solcher Begegnungsorte: „Einsamkeit kann alle treffen, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft. Sie betrifft nicht nur einzelne Personen, sondern auch die Gesellschaft insgesamt. Orte, an denen Menschen zusammenkommen können, sind deshalb nicht nur entscheidend für unser persönliches Wohlbefinden, sondern auch für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Mit dem Aktionsmonat gegen Einsamkeit setzen wir genau hier an. Bibliotheken sind seit jeher wertvolle Orte der Begegnung: öffentlich, niedrigschwellig und für alle zugänglich. Mit Hilfe des Aktionsmonats wollen wir diese Orte wieder stärker mit Leben füllen. Ich ermutige alle Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich, die Angebote vor Ort wahrzunehmen. Trauen Sie sich: Manchmal braucht es nur einen ersten Schritt, denn vielleicht geht es dem Menschen neben Ihnen ganz ähnlich.“
Offener Charakter
Auch der Bibliotheksverband unterstreicht den offenen Charakter der Einrichtungen. Seine Bundesvorsitzende Antje Theise erklärt: „Wir freuen uns sehr über die Kooperation mit dem BMBFSFJ und über die Initiative, Bibliotheken als Gemeinschaftsorte sichtbarer zu machen. Denn in Bibliotheken sind alle willkommen: Egal ob Familien oder Alleinstehende, Kinder, Jugendliche, Studierende oder Senior*innen. Mit unseren niedrigschwelligen Angeboten bieten wir nicht nur Zugang zu Wissen, Informationen und Medien, sondern ermöglichen auch Austausch und Begegnungen. Wir hoffen, dass der Aktionsmonat viele Menschen motiviert, ihre Bibliotheken vor Ort zu besuchen und gemeinsam zu erleben!“
Zuhören und Miteinander reden
Wie Begegnung konkret aussehen kann, zeigt die Zentralbibliothek Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Sie wird zum „ZUHÖR.Raum“: Geschulte ehrenamtliche Zuhörerinnen und Zuhörer nehmen sich Zeit für Menschen, ihre Geschichten und Erfahrungen. Im Mittelpunkt steht das Thema „Heimat“. Dabei geht es um die Fragen, was Menschen in Düsseldorf als Gemeinschaft verbindet, was ihre Stadt lebenswert macht und wie Brücken zueinander entstehen können. In Mecklenburg-Vorpommern plant die Universitätsbibliothek Rostock gemeinsam mit der Stadtbibliothek einen Leseflashmob unter dem Motto „Gemeinschaft & Lesen gegen Einsamkeit“. Er soll vom Hauptgebäude der Universität durch die Rostocker Innenstadt zur Stadtbibliothek ziehen. Zudem greift die Universitätsbibliothek im Format „Sprechen & Zuhören“ das Thema „Einsamkeit auf dem Campus“ auf. Die Stadtbibliothek Rheinau in Baden-Württemberg setzt auf Teilen, Tauschen und Treffen. Den gesamten November über können Interessierte von 14 bis 18 Uhr in der Bibliothek zusammenkommen. Wer etwas sucht, kann eine Aktionskarte ausfüllen. Andere können darüber Aktivitäten, Dinge und Menschen entdecken. Der Aktionsmonat gehört zur „Allianz gegen Einsamkeit“. Ministerium und Bibliotheksverband wollen damit die Arbeit der Bibliotheken sichtbarer machen, Einsamkeit in der Gesellschaft enttabuisieren und Akteure vor Ort stärken.