Beim Christopher Street Day (CSD) in Bernau im Bundesland Brandenburg soll es an diesem Samstag eine Gegenveranstaltung geben. Nach Angaben der Polizei ist für die Stadt im Landkreis Barnim neben dem CSD eine zweite Versammlung angemeldet worden. Diese richte sich gegen die Veranstaltung der LGBTIQ+-Community.
Das Wichtigste im Überblick
- An diesem Samstag findet in Bernau im Landkreis Barnim in Brandenburg ein Christopher Street Day statt.
- Parallel dazu liegt der Polizei eine zweite Versammlungsanmeldung vor, die sich gegen den CSD richtet.
- Die Neonazi-Gruppierung „Deutsche Patrioten voran“ (DPV) wirbt in sozialen Netzwerken für den Gegenprotest.
- Bereits beim CSD in Rathenow hatte die Gruppe zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen. Nach Polizeiangaben beteiligten sich dort „unter 40“ Personen.
- Im Brandenburger Verfassungsschutzbericht 2025 wird die Gruppierung dem „gewaltorientierten subkulturellen Neonationalsozialismus“ zugeordnet.
„Deutsche Patrioten“ wollen protestieren
Für den Gegenprotest mobilisiert die Neonazi-Gruppierung „Deutsche Patrioten voran“ (DPV) in den sozialen Netzwerken. In einem Beitrag auf Instagram schreibt die Gruppe, sie wolle „für Kinderschutz“ protestieren. Es ist nicht das erste Mal, dass DPV gegen einen CSD in Brandenburg mobilisiert. Erst vor wenigen Wochen organisierte die Gruppierung am Rande des Christopher Street Day in Rathenow einen Gegenprotest. Die Resonanz blieb allerdings gering. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich „unter 40 Personen“ an der Veranstaltung. Die Gruppierung taucht auch im Brandenburger Verfassungsschutzbericht 2025 auf. Darin werden ihre Mitglieder dem „gewaltorientierten subkulturellen Neonationalsozialismus“ zugerechnet.
Rechtsextreme Attacken bei CSDs
CSD-Veranstaltungen geraten seit einiger Zeit verstärkt ins Visier der rechtsextremen Szene in Deutschland. Der Verfassungsschutz registrierte bereits seit Mitte 2024 bundesweit wiederholt rechtsextremistische Störaktionen oder entsprechende Mobilisierungsversuche und hob dabei unter anderem Vorfälle in Bautzen, Leipzig, Magdeburg und Zwickau hervor. 2025 setzte sich die Entwicklung fort: Nach einer Auswertung der Amadeu Antonio Stiftung waren 66 Prozent der untersuchten CSDs in ostdeutschen Bundesländern von Angriffen oder Störungen betroffen, im Westen waren es demnach rund 38 Prozent. Zu den dokumentierten Vorfällen gehörten rechtsextreme Gegendemonstrationen, Verhinderungsversuche, Hass und Hetze sowie Sachbeschädigungen und körperliche Gewalt.