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Frankreich in Aufruhr Zustimmung Homosexueller zu rechten Parteien

Von ms - 06.11.2026 - 14:00 Uhr
Frankreich in Aufruhr
Foto: iStock / querbeet
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In Frankreich sorgt eine neue Studie und eine Behauptung in diesen Tagen für viel Gesprächsstoff: Wählen innerhalb der LGBTIQ+ Gemeinschaft vor allem schwule Männer rechtsextreme Parteien? Diese Aussage der französischen Aktivistin Alice Coffin wurde jetzt durch eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifop widerlegt. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Umfrage zur Präsidentschaftswahl 2027: Laut einer neuen Ifop-Erhebung würden 37 Prozent der Lesben rechtsnationale Kandidaten wählen, gegenüber 29 Prozent der schwulen Männer.
  • Kritik an Alice Coffin: Die französische Aktivistin behauptete, vor allem schwule Männer seien für die Unterstützung rechtsextremer Parteien innerhalb der LGBTIQ+ Gemeinschaft verantwortlich. Die Umfrage bestätigt das nicht.
  • Deutlicher Zuwachs: Die Zustimmung zum Rassemblement National (RN) stieg unter lesbischen Frauen gegenüber 2022 von 21 auf 37 Prozent, bei schwulen Männern von 16 auf 25 Prozent.

Jeder Dritte wählt rechts

Die aktuelle Erhebung zeigt, dass die Zustimmung zum rechtsnationalen Rassemblement National (RN) unter lesbischen Frauen sogar höher ausfällt als unter schwulen Männern. Coffin, ehemalige Journalistin und frühere grüne Abgeordnete im Pariser Stadtrat, hatte sich beim Literaturfestival „Bibliothèques Idéales“ in Straßburg zum Wahlverhalten von LGBTIQ+ Menschen geäußert.  „Unter den LGBTIQ+ Menschen, die rechtsextrem wählen, sind es vor allem die G“, erklärte Coffin. Mit dem Buchstaben G bezog sie sich auf schwule Männer. 

Ausgangspunkt war eine Ifop-Umfrage aus dem Jahr 2026, nach der 32 Prozent der befragten LGBTIQ+ Menschen mit einer konkreten Wahlabsicht bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 für einen rechtsnationalen Kandidaten stimmen würden. Die genauen Zahlen der Untersuchung zeichnen jedoch jetzt ein anderes Bild. In dem untersuchten Szenario für den ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahl 2027 würden 29 Prozent der schwulen Männer und 37 Prozent der lesbischen Frauen für einen Kandidaten der radikalen Rechten stimmen. Der Unterschied beträgt acht Prozentpunkte. Zu beachten: Die 29 Prozent Zustimmung der Männer teilen sich auf RN (25%) und die ebenso rechtsnationale Partei Reconquête! („Rückeroberung“, 4%) auf. Bei den lesbischen Frauen sind alle 37 Prozent nur für RN. 

Details der Studie 

Für die Umfrage stellte Ifop zunächst eine landesweit repräsentative Stichprobe von 10.196 Erwachsenen zusammen. Daraus ergab sich eine Gruppe von 1.137 LGBTIQ+ Befragten. Unter ihnen waren 434 schwule und bisexuelle Männer sowie 322 lesbische oder bisexuelle Frauen. Frühere Befragungen Kamen indes zu kaum messbaren Unterschieden zwischen Schwulen und Lesben, 27 Prozent der Männer votierten hier für die Rechtsnationalen sowie 26 Prozent der Frauen. Insgesamt aber bleibt das Ergebnis bestehen, dass knapp jeder dritte Mensch aus der gesamten LGBTIQ+-Community in Frankreich im kommenden Jahr nach aktuellem Stand rechts wählen will. Aktivisten aus der Community betonen indes, die Umfrage sei nicht aussagekräftig genug anhand der Menge der befragten homosexuellen und queeren Menschen. 

Zustimmung wächst 

Ein Vergleich mit der vorherigen Ifop-Umfrage zur Präsidentschaftswahl 2022 zeigt dabei eine weitere Entwicklung auf. Damals erreichte Marine Le Pen unter lesbischen Frauen 21 Prozent der Stimmen, unter schwulen Männern dagegen nur 16 Prozent. Insgesamt lag die Zustimmung zum Lager der Rechtsnationalen 2022 unter schwulen Männern bei 31 Prozent und unter Lesben bei 27 Prozent. Sowohl bei Lesben wie auch bei Schwulen hat die Zustimmung für rechtsnationale Parteien laut der Studie somit deutlich zugelegt. In Deutschland sorgte eine ähnliche, allerdings nicht repräsentative Umfrage des Dating-Portals Romeo im letzten Jahr ähnlich wie jetzt in Frankreich für viel Diskussionsstoff in der Community: Rund 28 Prozent der rund 60.000 befragten Schwulen und Bisexuellen liebäugelten dabei damals demnach mit der AfD. 

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