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Festnahme nach CSD-Anschlag Bekennervideo führt zu Kontaktfrau in Syrien

Von ms - 28.09.2026 - 09:00 Uhr
Festnahme nach CSD-Anschlag
Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
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Rund zwei Monate nach dem tödlichen islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin ist in Syrien eine mutmaßliche Unterstützerin des Attentäters Abdul Ballout festgenommen worden. Das berichtet der WDR-Investigativjournalist Florian Flade. Die 27-Jährige soll vor der Tat direkten Kontakt zu Ballout gehabt haben.

Das Wichtigste im Überblick

  • In Syrien ist nach einem Bericht des WDR-Investigativjournalisten Florian Flade eine mutmaßliche Unterstützerin des Berliner CSD-Attentäters Abdul Ballout festgenommen worden.
  • Das BKA soll die Frau als Sharmeena Begum (27) identifiziert haben.
  • Ballout soll ihr am Tag des Anschlags ein Bekennervideo geschickt haben, das nicht veröffentlicht wurde.
  • Begum soll das Video an einen Vertreter der IS-Propagandastelle weiterleiten haben sollen.
  • Nach Einschätzung der BKA-Ermittler gibt es laut Flade keine Hinweise darauf, dass Begum Ballout zur Ausführung des Anschlags angeleitet hat.
  • Beim Anschlag am 25. Juli wurde eine 65-jährige Polin getötet. 31 Menschen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.
  • Deutsche Behörden sollen an der Festnahme Begums in Syrien nicht beteiligt gewesen sein.

BKA identifiziert Frau  

Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) hätten die Frau als Sharmeena Begum identifiziert. Nach den vorliegenden Erkenntnissen soll Ballout ihr kurz vor seinem Anschlag ein Bekennervideo geschickt haben. Veröffentlicht wurde die Aufnahme jedoch nicht. Begum war den Angaben zufolge bereits Jahre zuvor nach Syrien gereist. 2014 soll sie im Alter von 15 Jahren Großbritannien verlassen haben, um sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Später geriet sie dem Bericht zufolge in die Gefangenschaft kurdischer Kräfte. Wann dies geschah, ist unklar. Im Jahr 2022 soll Begum aus einem Gefangenenlager entkommen sein. Anschließend habe sie unter falschem Namen in Syrien gelebt, berichtet Flade.

Kontakte zu Islamisten 

Im Internet soll die 27-Jährige danach wieder unter ihrem tatsächlichen Namen aktiv gewesen sein. Nach Flades Angaben hielt sie Kontakte zu zahlreichen Islamisten in Europa und Nordamerika. Zudem soll Begum Geld für Dschihadisten gesammelt und Propagandamaterial des IS verbreitet haben. Über einen Chat soll schließlich auch der Kontakt zu Abdul Ballout entstanden sein. Das hätten Ermittlungen des BKA ergeben. Auf dem Mobiltelefon des späteren Attentäters fanden die Ermittler dem Bericht zufolge ein Bekennervideo. Ballout soll die Aufnahme am Tag des Anschlags an Begum geschickt haben. Die 27-Jährige veröffentlichte das Video allerdings nicht. Was Ballout darin sagte oder zeigte, ist bislang nicht öffentlich bekannt.

Video sollte weitergeleitet werden

Nach Erkenntnissen der Ermittler soll Begum die Aufnahme an einen Vertreter der IS-Propagandastelle weiterleiten haben sollen. Dazu sei es jedoch nicht gekommen. Als mögliche Erklärung nennt Flade, dass der betreffende IS-Mann mittlerweile bei Kämpfen im Gazastreifen ums Leben gekommen sein könnte. Trotz des Kontakts zwischen Ballout und Begum sehen die Ermittler nach dem Bericht bislang keine Hinweise darauf, dass die 27-Jährige unmittelbar an der Planung oder Ausführung des Anschlags beteiligt war. Nach Angaben Flades geht das BKA davon aus, dass Begum den Attentäter nicht zur Ausführung der Tat angeleitet habe. Dafür gebe es keine Anzeichen.

In der vergangenen Woche wurde Begum laut Flade schließlich von Sicherheitskräften in Syrien aufgespürt und festgenommen. Die genauen Umstände ihrer Gefangennahme sind demnach bislang nicht bekannt. Deutsche Behörden hätten die Festnahme nicht beantragt. Sie seien daran auch nicht beteiligt gewesen. Welche weiteren Konsequenzen die Festnahme für Begum hat und wie die syrischen Behörden mit ihr verfahren, geht aus den bislang bekannten Angaben nicht hervor.

Tod im Berliner Tiergarten

Der Anschlag auf Teilnehmer des Christopher Street Days hatte sich am 25. Juli in Berlin ereignet. Gegen 22.00 Uhr steuerte Abdul Ballout einen weißen Transporter in den Tiergarten, wo sich zu diesem Zeitpunkt zahlreiche CSD-Teilnehmer aufhielten. Mit dem Fahrzeug überfuhr er zahlreiche Menschen. Die Fahrt endete, als der Transporter gegen einen Baum prallte. Anschließend attackierte Ballout Teilnehmer des CSD mit einer Machete. Bei dem Anschlag wurde eine 65 Jahre alte Frau aus Polen getötet. 31 weitere Menschen erlitten Verletzungen, einige davon lebensgefährliche. Ballout konnte zunächst fliehen. Einen Tag nach dem Anschlag spürte die Polizei ihn in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau auf. Dort wurde der 21-Jährige von der Polizei gestellt und erschossen.

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