Er soll wegen seiner bunten Kleidung erst homophob beleidigt und dann zu Boden geschlagen worden sein: Mehr als ein Jahr nach einem Angriff am Berliner U-Bahnhof Alt-Mariendorf sucht die Polizei mit Überwachungsbildern nach zwei Tatverdächtigen. Die am Freitag veröffentlichte Fahndung betrifft eine Tat vom 30. August 2025. Auch zwei Menschen, die helfen wollten, sollen verletzt worden sein.
Das Wichtigste im Überblick
- Die Tat ereignete sich laut Polizei am 30. August 2025 gegen 23 Uhr auf dem Bahnsteig der U6.
- Ein damals 30-Jähriger soll homophob beleidigt, geschlagen und getreten worden sein.
- Die Kriminalpolizei veröffentlicht jetzt Bilder von zwei bislang unbekannten Tatverdächtigen.
- Hinweise nimmt die Polizei unter 030 4664-473124 entgegen.
Auch Helfende sollen verletzt sein
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand sprachen die beiden Männer den Fahrgast auf seine auffällige Kleidung an. Es sollen homophobe Beschimpfungen gefolgt sein. Anschließend hätten sie ihn gegen den Kopf geschlagen und gestoßen. Als er am Boden lag, sollen die Angriffe mit Tritten weitergegangen sein.
Der Betroffene erlitt nach Angaben der Polizei Hämatome und Prellungen an Oberkörper und Gliedmaßen. Eine Zeugin und ein Zeuge versuchten einzugreifen. Auch gegen sie sollen sich Schläge und Tritte gerichtet haben. Mit der Veröffentlichung der Aufnahmen will die Kriminalpolizei nun die Identität der Gesuchten klären.
Wer erkennt die Gesuchten?
Die Ermittlerinnen und Ermittler fragen, wer die abgebildeten Männer kennt oder ihre Wohn- beziehungsweise Aufenthaltsorte nennen kann. Gesucht werden auch Menschen, die zur Tatzeit etwas Auffälliges beobachtet haben. Die offizielle Fahndungsseite der Polizei Berlin zeigt sämtliche veröffentlichten Aufnahmen.
Zuständig ist die Kriminalpolizei der Direktion 4 (Süd), Eiswaldtstraße 18 in Berlin-Lankwitz. Neben der Telefonnummer 030 4664-473124 nennt sie die E-Mail-Adresse Dir-4-k-31@polizei.berlin.de. Hinweise können auch bei jeder anderen Polizeidienststelle abgegeben werden. Für die Gesuchten gilt die Unschuldsvermutung.
Unterstützung nach queerfeindlicher Gewalt
Für LGBTIQ+ gibt es bei der Polizei Berlin eigene Ansprechpersonen. Ihr Angebot umfasst unter anderem Fragen zum Verhalten nach Straftaten und zur Gewaltprävention. Wie die Berliner Polizei mit Einschüchterung und queerfeindlichen Angriffen umgeht, erläutert sie auch im Interview zu den wiederholten Attacken auf die Regenbogenbank.
Hinweis: Die Berliner Internetwache ist wegen Wartungsarbeiten vom 16. Oktober, 18 Uhr, bis zum 19. Oktober 2026, 6 Uhr, zeitweise nicht erreichbar. Für Hinweise zu dieser Fahndung stehen die genannten Kontaktwege zur Verfügung.