US-Rapperin Nicki Minaj hat bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Präsident Donald Trump erneut gegen geschlechtsangleichende medizinische Maßnahmen bei queeren Minderjährigen Stellung bezogen. Die 43-Jährige trat im US-Bundesstaat Michigan an der Seite des republikanischen Präsidenten auf und bekräftigte zugleich ihre politische Unterstützung für ihn.
Das Wichtigste im Überblick
- Gemeinsamer Wahlkampfauftritt: Nicki Minaj trat bei einer republikanischen Wahlkampfveranstaltung in Michigan an der Seite von US-Präsident Donald Trump auf.
- Erneute Kritik an trans* Jugendlichen: Die 43-jährige Rapperin sprach sich gegen geschlechtsangleichende Maßnahmen bei Minderjährigen aus.
- Unterstützung für Trump: Minaj versicherte dem Präsidenten, ihn dauerhaft unterstützen zu wollen – auch bei einer möglichen weiteren Kandidatur.
- Bereits im Februar hatte Minaj ihre Ablehnung geschlechtsangleichender Operationen bei Minderjährigen erläutert.
- Kritik aus der LGBTIQ+-Community: Unter anderem Dragqueen Heidi N Closet und Schauspieler Billy Porter äußerten sich deutlich gegen die Sängerin.
Kritik an Operationen
Die Kundgebung war Teil des Wahlkampfs für den republikanischen Senatskandidaten Mike Rogers und den Gouverneurskandidaten John James. Minaj nutzte ihren Auftritt, um erneut über den Umgang mit trans* Jugendlichen zu sprechen. „Wir wollen nicht, dass unsere Kinder ständig mit Geschlechtsumwandlungen konfrontiert werden, richtig? Das wollen wir nicht für unsere Kinder. Wir wollen, dass die Menschen die Kinder in Ruhe lassen. Haltet sie da raus“, sagte die Rapperin vor den versammelten Anhängern. Minaj hatte sich bereits mehrfach gegen geschlechtsangleichende Operationen bei Minderjährigen ausgesprochen.
Trump kommentiert Aussehen
Für Aufmerksamkeit sorgte bei der Veranstaltung auch eine Bemerkung des Präsidenten über die Rapperin. Trump hatte dem Publikum zuvor erzählt, dass er auf Minajs „schönen Hintern“ geschaut habe. Dazu erklärte er: „Der ist schwer zu übersehen.“ Die Musikerin, die unter anderem mit dem Song „Starships“ international bekannt wurde, zeigte sich ungeachtet dessen demonstrativ loyal gegenüber dem Präsidenten. „Präsident Trump, es ist jedes einzelne Mal eine Ehre, an Ihrer Seite zu stehen. Und ich werde Sie für immer und ewig unterstützen. Wenn Sie erneut kandidieren, werde ich Sie wieder unterstützen“, sagte Minaj. Eine weitere Wahl Trumps zum US-Präsidenten ist nach geltendem Verfassungsrecht allerdings ausgeschlossen. Der Republikaner absolviert bereits seine zweite Amtszeit. Der 22. Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung verbietet es, eine Person mehr als zweimal zum Präsidenten zu wählen.
Minaj verteidigt ihre Haltung
Ihre Position zu geschlechtsangleichenden medizinischen Eingriffen hatte Minaj bereits im Februar 2026 öffentlich erläutert. In einer Folge des „Katie Miller Podcast“ sprach sie über ihre Ablehnung des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom, der sich für die Rechte trans* Jugendlicher eingesetzt hat. Dabei betonte die Rapperin, dass sie grundsätzlich keine Einwände gegen trans* Menschen habe. „Ich möchte eines klarstellen. Ich persönlich habe überhaupt kein Problem mit dem trans* Teil der LGBT-Gemeinschaft“, sagte sie. Zugleich erklärte sie: „Ich bin eine der größten Befürworterinnen davon, dass Erwachsene verdammt noch mal tun können, was sie wollen. Sie sind erwachsen. Das ist mir egal.“
Ihre Kritik richte sich vielmehr gegen medizinische Eingriffe bei Minderjährigen. „99 Prozent der Eltern würden ihrem 17-jährigen Kind keine Brustimplantate erlauben. Wenn man einem Kind keine Brustimplantate erlauben würde, dann möchte man auch nicht, dass es sich irgendeiner anderen Operation unterzieht. Wir alle wissen, dass das Gehirn noch nicht vollständig entwickelt ist“, sagte Minaj damals. Mit diesen Aussagen begründete sie ihre ablehnende Haltung gegenüber geschlechtsangleichenden Operationen bei Jugendlichen.
Verhältnis zur LGBTIQ+-Community
Minajs öffentliche Unterstützung für Trump und ihre wiederholte Kritik an geschlechtsangleichenden Behandlungen haben ihr Verhältnis zu Teilen ihrer LGBTIQ+-Fangemeinde inzwischen stark belastet. Die Rapperin, die über Jahre auch unter queeren und homosexuellen Fans große Popularität genoss, sieht sich inzwischen mit deutlichen Reaktionen aus der Community konfrontiert. Mehrere bekannte LGBTIQ+-Persönlichkeiten haben ihre Enttäuschung über die politische Entwicklung der Musikerin zum Ausdruck gebracht. Dabei wird Minaj von Kritikern inzwischen auch als „MAGA Minaj“ bezeichnet. Die Bezeichnung spielt auf Trumps politische Bewegung „Make America Great Again“ an.
Zu den prominenten Kritikern gehört die Dragqueen Heidi N Closet (32) alias Trevien Anthonie Cheek, die durch die US-Fernsehshow „RuPaul’s Drag Race“ bekannt wurde. Sie erklärte, sie habe bereits eine angespannte Atmosphäre wahrgenommen, als Minaj in ihrer Staffel als Gastjurorin aufgetreten sei. Mit Blick auf die inzwischen deutlich gewordene politische Haltung der Rapperin sagte Heidi N Closet: „Wir haben ‚MAGA Minaj‘ verloren, das ist wirklich bedauerlich. Aber zumindest wissen wir jetzt, wo sie steht. Und so ist es nun einmal. Es ist wirklich sehr schade.“ Auch der schwule US-Schauspieler Billy Porter (57), bekannt aus der Fernsehserie „Pose“, kritisierte die Rapperin wegen ihrer Nähe zu Trump und ihrer Haltung zur geschlechtsangleichenden Gesundheitsversorgung. Porter reagierte mit einer knappen, deutlichen Aussage: „Scheiß auf sie.“ Anschließend fügte er hinzu: „Wenn Menschen dir zeigen, wer sie wirklich sind, dann glaube ihnen beim ersten Mal.“