Eklat in Großbritannien Die Chefin der Konservativen Partei fordert Ende einer queeren Studie
Im Jahr 2024 vollzog Großbritannien bei der Vergabe von Pubertätsblockern an Minderjährige eine Kehrtwende, fortan sollten die Medikamente nur noch im Rahmen einer Studie erlaubt sein, um herauszufinden, welche Folgen die Einnahme bei Jugendlichen haben kann. Nun forderte die Vorsitzende der Konservativen Partei, Kemi Badenoch, auch diese Untersuchung sofort einzustellen.
Diskussion um neue Studie
Badenoch wandte sich mit ihrer Forderung direkt an Gesundheitsminister Wes Streeting, dieser solle die neu gestartete NHS-Studie zu Pubertätsblockern stoppen. In einem offenen Brief erklärte sie: „Kein Kind wird im falschen Körper geboren.“ Letzte Woche erst hatte der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) den Start der zweijährigen Untersuchung angekündigt. Die sogenannte Pathways-Studie soll die Wirksamkeit von Pubertätsblockern bei Kindern unter 16 Jahren untersuchen und ist auf 226 Teilnehmer begrenzt. Die Ankündigung sorgte rasch für heftige Diskussionen, insbesondere online.
Badenoch bezeichnete die neue Studie als „aktivistische Ideologie, die sich als Forschung ausgibt“. Der gemeinsam mit Schatten-Gesundheitsminister Stuart Andrew unterzeichnete Brief führt zudem weiter aus: „Dieser Prozess wird von dem diskreditierten, aber immer noch scheinbar verwurzelten Glauben in einigen Vierteln getragen, dass ein Kind ‘im falschen Körper geboren werden kann’ oder durch die ‘falsche’ Pubertät geht, und dass eine normale Pubertät ‘pausiert’ werden kann, ohne Kindern irreparablen Schaden zuzufügen (…) Diese Studie setzt die beschämende Angewohnheit fort, normale Herausforderungen in der Kindheit als Krankheit zu behandeln, oder dass psychische Zustände Anzeichen dafür sind, dass ihr gesunder Körper irgendwie falsch liegt und mit Medikamenten oder Operationen korrigiert werden muss. Sie sind der Gesundheitsminister! Ihre Aufgabe ist es, die Gesundheit der Nation zu fördern, nicht einer Ideologie zu frönen, die so viele Kinder dauerhaft geschädigt hat.“
Gesundheitsminister bekräftigt Studie
Streeting verteidigte den Testlauf und erklärte, die Studie folge den Empfehlungen der Cass Review, einer umfassenden Untersuchung der Versorgung trans* Jugendlicher im Vereinigten Königreich, die schließlich zu einem Verbot von Pubertätsblockern für Minderjährige führte. Die Pubertätsblocker-Studie ist mit rund 10 Millionen britischen Pfund veranschlagt und wird von Forschern des King’s College London unter der Leitung von Professorin Emily Simonoff durchgeführt. Teilnehmer müssen sich rund 13 Stunden medizinischer Untersuchungen unterziehen, rund 50 Fragebögen beantworten – darunter auch zu Trauma und Suizidgedanken – und vor einer möglichen Behandlung körperlich untersucht werden. Die Studie soll über längere Zeiträume Veränderungen von Knochendichte, Gehirnentwicklung sowie psychische Gesundheit und Wohlbefinden dokumentieren.
Scharfe Kritik von queerem Verband
Queere Aktivisten verurteilten die jüngsten Äußerungen der Parteivorsitzenden wie auch die Studie selbst scharf. Chay Brown, Gesundheitsdirektorin der Organisation Trans Actual, erklärte, der NHS-Test sei „ein absichtlicher Plan, transbezogene Versorgung zu verzögern, zu behindern und zu verschleiern“. Es breche ihr das Herz, wenn sie an die jungen Menschen denke, die davon betroffen seien, so Brown weiter.
Zudem erklärte die Chefin der trans* Organisation online, die neue Studie sei das „Ergebnis einer ideologischen Sichtweise“, junge trans* Menschen würden dazu genötigt, an der Untersuchung teilzunehmen, wenn sie überhaupt Pubertätsblocker erhalten wollen. Außerdem bekräftigte sie: „Junge Menschen, die konstant suizidale Gedanken haben oder sich selbst verletzen, werden vom Versuch ausgeschlossen – und das in vollem Wissen, dass diese Medikamente ihre psychische Gesundheit verbessern könnten. Das ist abgrundtief grausam.“