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Debatte gewinnt an Fahrt Staatsanwalt spricht von Missbrauch

Von ms - 23.02.2022 - 12:29 Uhr
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Foto: Pubertätsblocker sind Kindesmissbrauch, sagt der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton // © IMAGO / ZUMA Wire
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Der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton erklärte Anfang der Woche, dass er die medizinische Behandlung von trans-Jugendlichen wie beispielsweise die Vergabe von Pubertätsblockern oder geschlechtsangleichenden Medikamenten für Kindesmissbrauch hält.

Medizinische Behandlungen, die die Pubertät vorübergehend unterbrechen, Hormontherapie oder auch geschlechtsangleichende Operationen müssten gestoppt werden. Dabei habe das texanische Familienschutzministerium eine besondere Verantwortung, umgehend und entsprechend entschlossen zu handeln.

 "Ich werde alles tun, was ich kann, um uns vor denen zu schützen, die junge Texaner ausnutzen und schädigen", so Paxton weiter in seiner Stellungnahme.

Die Debatte findet damit seinen aktuellen Höhepunkt – vorausgegangen waren monatelange Streitigkeiten zwischen dem Generalstaatsanwalt sowie dem Familienschutzministerium und dem texanischen Gouverneur. Anlass war ein abgelehnter Gesetzentwurf aus dem Jahr 2021, der die geschlechtsangleichende Betreuung von Minderjährigen auf eine Stufe mit körperlichem und sexuellem Missbrauch sowie Sexhandel gestellt und als Verbrechen gebrandmarkt hätte.

 

Debatte nimmt an Fahrt auf – in den USA ebenso wie in Deutschland //© xBobxDaemmrichx
Debatte nimmt an Fahrt auf – in den USA ebenso wie in Deutschland // © xBobxDaemmrichx

 

Die grundsätzliche Debatte, ab wann eine medizinische Behandlung von trans-Kindern sinnvoll ist, wurde in letzter Zeit auch immer wieder in Deutschland entfacht – spätestens mit dem Einbringen des neuen Selbstbestimmungsgesetzes im kommenden Jahr wird die Diskussion auch hierzulande erneut an Fahrt aufnehmen.

Der neue Gesetzentwurf sieht vor, Kindern ab 14 Jahren ohne zwingend psychologische Beratung Zugang zu Pubertätsblockern und geschlechtsangleichenden Medikamenten zu geben. Die Grundidee ähnelt dabei dem Verfahren in Texas - Generalstaatsanwalt Paxton bezeichnet dies als experimentell, Minderjährige seien zu jung für eine solche Betreuung.

Die derzeitige Studienlage ist dabei vielschichtig und selbst Mediziner sind sich nicht einig darüber, ob eine frühe Angleichung ans Geschlecht eher förderlich ist oder negative Spätfolgen haben könnte.

In der Mehrheit der Fälle sprechen sich die Fachleute allerdings für eine geschlechtsangleichende Behandlung für trans-Jugendliche aus, so auch mehrere amerikanische Ärzte- und Psychologenverbände. Adri Pèrez, verantwortlich für das Thema LGBTI* bei der American Civil Liberties Union of Texas, hält gegenüber NBC News Paxtons Aussagen für ein rein politisches Kalkül – in wenigen Tagen (1.März) finden die republikanischen Vorwahlen des Staates Texas statt.

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