Erst ein Fitnessstudio, später eine Straße am S-Bahnhof: In Berlin sind am Freitag zwei queerfeindliche Bedrohungen gemeldet worden. Die Polizei Berlin berichtete am Samstag, 31. Oktober, über die Vorfälle im Wedding und in Prenzlauer Berg. Die Behörde führt sie unter den Meldungsnummern 1445 und 1446. In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz.
Das Wichtigste im Überblick
- Die Vorfälle ereigneten sich am 30. Oktober in zwei Berliner Ortsteilen.
- Im Wedding wurde eine 30-jährige Person bedroht und homophob beleidigt.
- Sie flüchtete in einen Personalraum und erlitt eine Panikattacke.
- An der Landsberger Allee wurde ein 21-Jähriger homophob und transphob beleidigt.
- Die Tatverdächtigen waren beim Eintreffen der Polizei nicht mehr vor Ort.
Flucht in den Personalraum
In den Nassräumen eines Fitnessstudios in der Gerichtstraße gerieten nach Polizeiangaben gegen 11:15 Uhr eine 30-jährige Person und ein unbekannter Mann aneinander. Dieser soll sein Gegenüber homophob beleidigt und bedroht haben. Er habe eine bedrohliche Körperhaltung eingenommen und die Hand erhoben. Eine Mitarbeiterin betreute die betroffene Person nach ihrer Flucht.
Messer gezeigt
Kurz nach 21 Uhr wurden Einsatzkräfte zur Landsberger Allee gerufen. Ein 21-Jähriger berichtete von queerfeindlichen Beleidigungen durch Unbekannte. Einer von ihnen soll ein eingeklapptes Messer gezeigt und Trittgesten ausgeführt haben. Die Polizei führt die Verfahren wegen Bedrohung und Beleidigung beziehungsweise Bedrohung mit Waffen.
Die Meldung beschreibt zwei eigenständige Vorfälle; einen Zusammenhang nennt die Polizei nicht. Angaben zu Festnahmen enthält sie ebenfalls nicht.
Queerfeindliche Gewalt beschäftigt die Hauptstadt auch in einem anderen Fall: SCHWULISSIMO berichtete über die Vorwürfe gegen einen U19-Spieler von Tennis Borussia. Dieser Fall ist von den jetzt gemeldeten Bedrohungen zu unterscheiden.
Bildhinweis: Polizeifahrzeug als Symbolbild, keine Aufnahme der geschilderten Vorfälle.