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Aus Trauer wurde Hoffnung Gedenken an das schlimmste Attentat der LGBTIQ-Geschichte

Von ms - 08.10.2026 - 13:30 Uhr
Aus Trauer wurde Hoffnung
Foto: IMAGO / Newscom World
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Gut zehn Jahre sind vergangen, seit ein Attentäter im Pulse-Nachtclub im US-Bundesstaat Florida 49 Menschen ermordete. Für den Überlebenden Brandon Wolf ist die Erinnerung an die Nacht des 12. Juni 2016 bis heute mit dem Verlust seines engen Freundes Drew Leinonen verbunden. Zugleich hat die Tat sein weiteres Leben entscheidend geprägt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Brandon Wolf erinnert sich an die Nacht des 12. Juni 2016, als im Pulse-Nachtclub in Orlando 49 Menschen ermordet wurden.
  • Verlust eines engen Freundes: Unter den Todesopfern waren Drew Leinonen und dessen Partner Juan Guerrero.
  • Für Wolf war das Pulse ein Ort, an dem queere Menschen ohne Angst sie selbst sein konnten. Der Anschlag erschütterte LGBTIQ+-Gemeinschaften weltweit.
  • Gemeinsam mit Sara Grossman gründete Wolf das Dru Project, das queere Jugendliche durch Stipendien, Schulzuschüsse und Bildungsangebote unterstützt.
  • Die Organisation hat bereits Stipendien von mehr als 250.000 US-Dollar finanziert.

Eine Nacht, die alles veränderte

Wolf schilderte jetzt gegenüber der britischen Presse, wie er die Stunden vor dem Anschlag erlebte, was der Nachtclub für ihn bedeutete und weshalb er sich heute besonders für LGBTIQ+-Jugendliche einsetzt. Seine Erinnerungen beginnen mit der ausgelassenen Stimmung im Club. Rund 300 Menschen waren in jener Nacht dort zusammengekommen, um zu feiern. „Es lag eine Energie in der Luft, wie sie nur an einem sicheren Ort für queere Menschen entstehen kann“, erinnerte sich Wolf. „Die Menschen waren voller Freude.“ Die Atmosphäre sei „so typisch Pulse“ und „so typisch Orlando“ gewesen.

Kurz nach zwei Uhr morgens eröffnete Omar Mateen das Feuer auf die Besucher des Nachtclubs. Aus der Schießerei entwickelte sich eine Geiselnahme, die rund drei Stunden andauerte. Als die Tat beendet war, waren 49 Menschen tot und Dutzende weitere verletzt. Unter den Ermordeten befanden sich Wolfs Freund Drew Leinonen und dessen Partner Juan Guerrero. Der Anschlag gilt bis heute als schwerste und folgenreichste Gewalttaten gegen die LGBTIQ+-Gemeinschaft in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Für Wolf bedeutete der 12. Juni nicht nur den Verlust eines geliebten Menschen. Mit dem Pulse verschwand auch ein Ort, an dem er sich uneingeschränkt akzeptiert und sicher gefühlt hatte.

Ein Angriff auf uns alle 

Das Pulse war für Wolf weit mehr als ein Nachtclub. Es war ein zweites Zuhause, ein Treffpunkt und ein Schutzraum, in dem Menschen ihre Identität frei ausleben konnten. „Es war ein Ort, an dem man ganz man selbst sein konnte, an dem man sein bestes Ich zeigen, tragen konnte, was man wollte, und sein konnte, wer man sein wollte“, sagte Wolf. „Und wenn auch nur für einen Moment konnte man sich bei all diesen Dingen sicher fühlen, weil man zu Hause war.“ Solche Orte hätten für queere Menschen eine besondere Bedeutung, erklärte der Überlebende weiter. Sie ermöglichten ein Gefühl von Zugehörigkeit, das außerhalb geschützter Räume nicht immer selbstverständlich sei.

Wolf machte zudem deutlich, dass die Folgen des Anschlags deshalb nicht auf Orlando beschränkt blieben. Auch LGBTIQ+-Gemeinschaften und queere Treffpunkte in anderen Teilen der Welt seien davon betroffen gewesen. „Wir als queere Menschen wissen, wie es sich anfühlt, uns selbst sichere Räume schaffen zu müssen“, erklärte er. „Wir wissen, wie es sich anfühlt, einen Ort wie den Pulse-Nachtclub zu schaffen. Und deshalb bedeutet das Eindringen in einen dieser Räume einen Angriff auf sie alle.“

Gründung des Dru Projects

Nach dem Tod seines Freundes entschloss sich Wolf, dessen Andenken mit konkreter Unterstützung für junge queere Menschen zu verbinden. Gemeinsam mit Sara Grossman gründete er das Dru Project, eine gemeinnützige Organisation, die nach Drew Leinonen benannt ist. Ihr Ziel ist es, LGBTIQ+-Jugendlichen Unterstützung und Perspektiven zu bieten. Dabei konzentriert sich die Initiative insbesondere auf Bildung, finanzielle Förderung und die Stärkung queerer Schülergruppen. Die Arbeit umfasst drei zentrale Bereiche: Stipendien für LGBTIQ+-Jugendliche, finanzielle Zuschüsse für Schulen und die Bereitstellung von Bildungsmaterialien für Gruppen queerer und homosexueller Schülerinnen und Schüler. Damit sollen junge Menschen unterstützt werden, die sich für ein akzeptierendes Umfeld und die Rechte ihrer Gemeinschaft einsetzen. 

Die Organisation will zugleich dazu beitragen, dass Schulen Orte werden, an denen LGBTIQ+-Jugendliche Unterstützung und Zugehörigkeit erfahren können. Seit seiner Gründung hat das Dru Project nach eigenen Angaben bereits mehr als 250.000 US-Dollar an Stipendien für LGBTIQ+-Jugendliche vergeben. Die Förderung ist zugleich Teil des Gedenkens an Drew Leinonen. Sein Name bleibt durch die Arbeit der Organisation mit dem Einsatz für junge Menschen und deren Zukunft verbunden. Für dieses Engagement wurde das Dru Project jetzt auch mit dem Inspiration Award ausgezeichnet. 

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