Direkt zum Inhalt
Angriff auf Demokratiefest

Angriff auf Demokratiefest Attacke in Bad Freienwalde bleibt ohne Konsequenzen

ms - 01.12.2025 - 08:50 Uhr
Loading audio player...

Rund fünf Monate nach dem Überfall auf eine Veranstaltung für Toleranz und Vielfalt in Bad Freienwalde hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen einen 21-jährigen Verdächtigen eingestellt. Nach Angaben der Behörde in Frankfurt (Oder) reichten die vorliegenden Hinweise nicht aus, um eine strafbare Beteiligung des Mannes nachzuweisen. Weitere mögliche Täter konnten nicht identifiziert werden. Die Einstellung erfolgte bereits Mitte November, wie jetzt bekannt wurde. 

Überfall auf Vielfaltsfest 

Der Übergriff ereignete sich im Juni dieses Jahres, als eine Gruppe von zehn bis fünfzehn vermummten Männern eine Kundgebung des Bündnisses „Bad Freienwalde ist bunt“ in der kleinen brandenburgischen Stadt angriff. Bei der Veranstaltung, die sich für die Förderung von Vielfalt und gegen Diskriminierung starkmachte, wurden mehrere Personen verletzt. Zeugen berichteten, dass die Angreifer Schlagwerkzeuge, darunter Holzlatten, mit sich führten. Der Vorfall löste landesweite Empörung aus und führte zu intensiven Diskussionen über den Schutz politisch motivierter Veranstaltungen in Deutschland.

Politische Gruppen und mehrere zivilgesellschaftliche Initiativen sprachen von einem rechtsextremistisch motivierten Angriff, der gezielt auf die queerfreundliche Ausrichtung der Veranstaltung abzielte. Der Staatsschutz übernahm daraufhin die Ermittlungen. Der Brandenburger Innenminister René Wilke hatte damals erklärt: „Wer Menschen attackiert, die ein Familien- und Kinderfest organisieren oder daran teilnehmen, bewegt sich weit außerhalb dessen, was wir als Gesellschaft akzeptieren können und dürfen. Jene greifen unser Zusammenleben als Gesellschaft selbst an“

Beweislage reicht nicht aus 

Der junge Mann, gegen den die Ermittlungen ursprünglich gerichtet waren, bestreitet jegliche Beteiligung an der Tat. Er gab an, zur Tatzeit nicht in der Nähe des Tatorts gewesen zu sein. Ein Zeuge hatte zwar ausgesagt, den 21-Jährigen aufgrund seiner Augenpartie und Statur als einen der vermummten Angreifer identifiziert zu haben. Diese Aussage reichte der Staatsanwaltschaft jedoch nicht aus, um einen Tatnachweis zu erbringen.

Auch eine Hausdurchsuchung und die Auswertung von Mobiltelefon-Daten sowie Funkzellendaten führten zu keinem weiteren Erkenntnisgewinn. Weitere Beschuldigte konnten nicht ermittelt werden. Die Ermittlungsbehörden erklärten, dass die Verfahren wieder aufgenommen werden könnten, sollte es in der Zukunft neue Hinweise geben, die zur Aufklärung der Straftat führen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wegen Hänseleien jetzt Hip-Hop

Lehrerin setzt sich für Schüler ein

Ein achtjähriger Junge verlässt in Italien seine Ballett- und Modern Dance-Kurse. Er wurde von Gleichaltrigen verspottet, weil er tanzt.
Landesweite Debatte in den USA

Donald Trump ordnete Entfernung an

Die Forderung nach der Rückkehr der Pride-Flagge am Stonewall-Denkmal entfacht eine US-Debatte über Sichtbarkeit und politische Einflussnahme.
Budapester Bürgermeister

Zeichen gegen queerfeindliche Politik

Der Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner hat den Budapester Amtskollegen Gergely Karácsony zum diesjährigen Christopher Street Day in Berlin eingeladen.
Hasskriminalität gegen LGBTIQ+

Stagnation 2025 auf hohem Niveau

Nach den vorläufigen Zahlen kam es 2025 zu über 2.000 Angriffen auf LGBTIQ+-Menschen, die Dunkelziffer dürfte um 90 Prozent höher liegen.
Erfolge bei Olympia

Gute Woche für LGBTIQ+-Athleten

Die erste Woche bei den Olympischen Winterspielen war für LGBTIQ+-Athleten sehr erfolgreich, bisher gab es fünf Medaillen, darunter vier Mal Gold.
Starker Anstieg von Homophobie

Viel Hass britischer Fußballfans

In Großbritannien haben die homophoben Übergriffe im Umfeld des Fußballs zuletzt massiv zugenommen, eine neue Kampagne soll jetzt Abhilfe schaffen.
Trauriges Jubiläum in Kamerun

10 Jahre homophobes Hass-Gesetz

Der verschärfte Strafartikel Artikel 347-1 schafft in Kamerun seit nunmehr zehn Jahren ein Klima der Angst vor Gewalt unter Schwulen und Lesben.
Überraschung bei Disney

Erster Film mit trans* Charakter

Der Disney Konzern hat seinen ersten Film mit einem trans* Charakter angekündigt und vollzieht damit eine Kehrtwende zu jüngsten Entwicklungen.