Auf der Bühne steht Stella im Federkostüm am Mikrofon. Dann wird Elias Schaller, der hinter der Travestiefigur steckt, tot in einem Nürnberger Stundenhotel gefunden. Mit diesem Mord beginnt „Gottesgarten“, der neue „Tatort“ aus Franken. Für Rosalie Thomass ist es der erste Einsatz als Kommissarin Emmy Rathgeber. Für das Publikum führt der Fall vom Rotlichtmilieu in die oberfränkische Provinz.
Das Wichtigste im Überblick
- „Tatort: Gottesgarten“ läuft am Sonntag, 25. Oktober 2026, um 20:15 Uhr im Ersten.
- In der ARD Mediathek ist der Film bereits ab Freitag, 23. Oktober, für registrierte Nutzer verfügbar.
- Moritz Bock spielt den ermordeten Travestiekünstler Elias Schaller und dessen Bühnenfigur Stella.
- Rosalie Thomass ermittelt erstmals als Emmy Rathgeber an der Seite von Fabian Hinrichs als Felix Voss.
Die Spur führt aufs Land
Elias wurde erstochen. Doch am Tatort gibt es zunächst mehr Spuren als Antworten: Zahlreiche Menschen haben das Hotelzimmer vor ihm genutzt, entsprechend schwierig ist die Auswertung der DNA. Auch die Tatwaffe fehlt. Was zunächst nach einem Verbrechen im Rotlichtmilieu aussieht, führt Wanda Goldwasser, gespielt von Eli Wasserscheid, schließlich zu Elias’ Eltern in den Gottesgarten.
Vater und Mutter reagieren unterschiedlich auf die Nachricht vom Tod ihres Sohnes. Hinter der vermeintlichen ländlichen Idylle öffnen sich damit neue Fragen. Wer war Elias jenseits seiner Auftritte? Und was aus seiner Vergangenheit spielt in diesen Mord hinein? Der Film verbindet die Suche nach dem Täter mit der Frage, wie Recht und Gerechtigkeit zusammenpassen.
Der offizielle Trailer
Neue Kommissarin, vertrautes Team
Thomass übernimmt als Emilia „Emmy“ Rathgeber eine neue Hauptrolle im Franken-Team. Felix Voss und Wanda Goldwasser bleiben dabei. Inszeniert hat den Auftakt Dustin Loose. Im BR-Presseinterview beschreibt der Regisseur seinen Anspruch: Die Verletzlichkeit und der Schmerz der Figuren sollen ebenso Platz erhalten wie ihre Menschlichkeit und ihr Humor. Der Kriminalfall soll also auch von den Menschen erzählen, die er trifft.
Eine Heimat mit Brüchen
Das Drehbuch stammt von Constantin Lieb, der in Bad Staffelstein geboren wurde. Für die Geschichte kehrte er an Orte seiner Kindheit zurück: ins Obermaintal, nach Ebensfeld, auf den Staffelberg und nach Lichtenfels. Lieb verbindet nach eigenen Angaben reale Begebenheiten mit erfundenen Elementen. Das Dorf, in dem Elias’ Angehörige leben, trägt bewusst einen fiktiven Namen. „Gottesgarten“ ist damit keine getreue Nacherzählung eines einzelnen Kriminalfalls.
Dass Travestie und Drag längst große Fernsehgeschichten tragen, zeigte zuletzt auch „Olivia“: Für seine Darstellung von Olivia Jones wurde Johannes Hegemann mit dem Blauen Panther ausgezeichnet. Der neue „Tatort“ rückt nun eine andere, fiktive Künstlerbiografie ins Zentrum einer Mordermittlung.
Sendetermin: „Tatort: Gottesgarten“, Sonntag, 25. Oktober 2026, 20:15 Uhr, Das Erste. Bereits ab 23. Oktober mit Login in der ARD Mediathek.