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Aaron Goldenberg spricht über Konversionstherapie

Schwieriges Coming-out Comedian Aaron Goldenberg spricht über Konversionstherapie

tb - 19.06.2026 - 15:30 Uhr
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Aaron Goldenberg, bekannt durch seine erfolgreichen Comedy-Videos in den sozialen Netzwerken, hat im Zuge des diesjährigen Pride Month erstmals ausführlich über seine Erfahrungen mit Konversionstherapien und den jahrelangen Kampf mit seiner eigenen Identität gesprochen. Goldenberg, der inzwischen fast zwei Millionen Follower vorweisen kann und regelmäßig in Serien wie "The Hunting Wives" mitwirkt, beschreibt eindrucksvoll, welchen Einfluss der Druck konservativer Religionsgemeinschaften auf queere Jugendliche haben kann – und warum sein heutiges Selbstbewusstsein eine Seltenheit bleibt.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Goldenberg unterzog sich als Teenager einer Konversionstherapie.
  • Er fand erstmals Gemeinschaft beim ehrenamtlichen Einsatz auf einer Pride Parade.
  • Nach seinem Coming-out verlor er den Großteil seines sozialen Netzwerks aus der Kirche.
  • Heute lebt und arbeitet er offen homosexuell in Atlanta und in den Medien.

 

Von Konversionstherapie zum öffentlichen Coming-out

Im Alter von 15 Jahren wurde Aaron Goldenberg, wie er berichtet, innerhalb seiner Kirchengemeinde zur Konversionstherapie geschickt. Er hielt seine Gefühle und den verordneten inneren Kampf jahrelang in Tagebüchern fest. In diesen Aufzeichnungen findet sich etwa die Angst, von seinem Vater so abgelehnt zu werden wie ein ebenfalls schwuler Jugendlicher aus dem Bekanntenkreis, dessen Bruder keinen Kontakt mehr zu ihm zuließ. Erst 2018 wagte Goldenberg den Schritt, sich außerhalb des kirchlichen Rahmens zu engagieren – aus Unsicherheit zunächst als Freiwilliger auf einer Pride Parade, wo er nach eigenen Angaben erstmalig das Gefühl von Zugehörigkeit empfand.

 

Auswirkungen rigider Glaubensvorstellungen

Auch nach der Konversionstherapie engagierte sich Goldenberg weiterhin in der Kirchentätigkeit – als "Super-Volunteer" und fester Bestandteil des Teams. Seine Gemeinde tolerierte seine sexuelle Orientierung nur als überwundene "Herausforderung", nicht als Teil seiner Identität. Erst als Goldenberg begann, sich selbst zu akzeptieren und sein Glaubensverständnis nicht mehr gegen sein Coming-out abzugrenzen versuchte, verschärfte sich der Ausschluss: Er verlor den engen Freundeskreis, wurde als vom „Teufel verführt“ betrachtet und zog schließlich nach Atlanta, um einen Neuanfang zu wagen.

 

Eigene Akzeptanz als Wendepunkt

Im heutigen Rückblick sieht Goldenberg Selbstakzeptanz als entscheidenden Schritt und "größtes Geschenk", das ihm lange bestritten wurde. Er rät anderen Betroffenen, den eigenen inneren Werten treu zu bleiben und äußert die Hoffnung, dass religiös begründete Homophobie in Zukunft der Vergangenheit angehört. Seine Erfahrungen teilt er inzwischen öffentlich und erreicht damit insbesondere queere Jugendliche, die einen ähnlichen Hintergrund teilen. Zahlreiche Rückmeldungen danken ihm dafür, offen über die Schnittstelle von Glauben und sexueller Identität zu sprechen.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Welche rechtlichen Initiativen gibt es gegen Konversionstherapien?
In Deutschland ist Konversionstherapie für Minderjährige seit 2020 verboten, in mehreren US-Bundesstaaten ebenfalls, jedoch nicht flächendeckend.

Wie verbreitet sind solche Therapien noch?
Laut UN und internationalen Menschenrechtsorganisationen sind Konversionstherapien weltweit verbreitet, vor allem in religiösen Gemeinschaften; genaue Fallzahlen sind schwer zu erfassen, aber noch immer aktuell.

Goldenbergs Geschichte macht deutlich, wie nachhaltig religiöse Ablehnungen queere Biografien prägen – und wie wichtig Sichtbarkeit und offene Aufarbeitung sind. Er selbst betrachtet sein heutiges Leben als Beweis, dass Selbstannahme trotz widriger Umstände möglich ist. Das Schicksal von Betroffenen wie Goldenberg könnte in Zukunft auch politische Aufmerksamkeit für Schutzmaßnahmen erhöhen.

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