Schwuler Junge unter Soldaten Schwul und planlos im US-Militär? Die neue Serie „Boots“
Der Streamingdienst Netflix weiß, wie er uns Lust auf mehr macht – folgerichtig hat der Medien-Gigant jetzt die ersten Bilder für die neue achtteilige Militärserie „Boots“ veröffentlicht, die im Oktober erscheinen wird. Darin will ein junger schwuler Mann in den 1990er Jahren US-Elitesoldat werden.
Schwuler Teenager beim US Marine Corps
In die Hauptrolle schlüpfte dabei US-Schauspieler Miles Heizer, der auch mit 31 Jahren rein optisch problemlos noch einen Teenager verkörpern kann. Hierzulande ist Heizer vor allem durch die Darstellung von Alex in der Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ bekannt, in den USA hat er sich zuvor bereits mit der Fernsehserie „Parenthood“ einen Namen gemacht. Im Februar 2020 outete sich Heizer über die sozialen Medien als schwul und machte seine Beziehung mit Schauspielkollege Connor Jessup („Falling Skies“, „Locke & Key“) öffentlich.
In „Boots“ spielt Heizer nun den orientierungslosen, heimlich schwulen Teenager Cameron Cope, der sich zusammen mit seinem besten Freund Ray McAffey (Liam Oh) als Soldat des US Marine Corps ausbilden lassen will. Ray ist der Sohn eines strengen Marine-Vaters, der stets unter dem Druck steht, der Beste sein zu müssen. Einerseits sollen im Bootcamp dabei die klassischen Aspekte von Hypermaskulinität, Härte und Disziplin thematisiert werden, andererseits wird die Geschichte auch sehr homoerotisch um die Ecke kommen. Und auch der Humor soll nicht zu kurz kommen, denn die beiden Jungs tapsen durch diverse buchstäbliche und metaphorische Minenfelder. Das alles zu einer Zeit, als Homosexualität im US-Militär noch verboten war, frei nach dem Motto: „Don't ask, don't tell“. Und trotzdem kommt es zwischen den Jungs mehr als einmal zu Zärtlichkeiten – und vielleicht auch zu mehr.
Debatte um homosexuelle Soldaten
Film- und Serienfans sind gespannt, ob die Serie hält, was sie verspricht. Die Chancen dazu stehen nicht schlecht, denn als Showrunner fungieren Andy Parker („Stadtgeschichten“) sowie Jennifer Cecil („One Tree Hill“). „Boots“ will sich vielschichtig, mit scharfem Witz und viel Herz dem Thema Homosexualität im US-Militär nähern und dabei nicht in den immergleichen Klischees baden – spannend ist so unter anderem auch die Rolle von Ausbilder Sergeant Sullivan (Max Parker): „Er wurde für seine Tapferkeit bei zahlreichen streng geheimen Missionen ausgezeichnet, hat jedoch Schwierigkeiten, sein eigenes Geheimnis zu bewahren. Von seiner Vergangenheit verfolgt, sieht Sullivan sich selbst in Cameron und versucht, ihn auf denselben persönlichen Kampf vorzubereiten, dem er nach dem Bootcamp gegenüberstehen wird“, so Parker über seine Rolle. Die Mini-Serie könnte dabei auch aktuelle Debatten rund um queere Menschen im US-Militärdienst von neuem befeuern, denn die Message der Geschichte ist klar: Homosexuelle haben schon immer ihrem Land gedient. Los geht´s am 9. Oktober auf Netflix.