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Streaming-Boom beflügelt Deutscher ESC-Vorentscheid erzielt beste Quoten seit 2002

Von kw - 02.03.2026 - 15:00 Uhr
Deutscher ESC-Vorentscheid erzielt beste Quoten seit 2002
Foto: © SWR
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Der deutsche ESC-Vorentscheid hat in diesem Jahr die besten Einschaltquoten seit mehr als zwei Jahrzehnten erzielt. Die Musikshow erreichte am Samstagabend in der ARD durchschnittlich 3,65 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer – ein Wert, der seit 2002 nicht mehr verzeichnet wurde. Besonders bemerkenswert: Der Marktanteil stieg auf 18,1 Prozent. Ein Signal, das im deutschen TV-Markt für Aufsehen sorgt, da öffentlich-rechtliches Fernsehen zuletzt vor allem unter den Jüngeren häufig Zuschauerinnen und Zuschauer an Streamingangebote verlor.

 

Jüngeres Publikum und Streaming-Boom

In der besonders begehrten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte das ESC-Finale sogar einen Marktanteil von über 27 Prozent. Noch deutlicher fällt die Begeisterung in der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen aus: Hier lag der Marktanteil bei rund 41 Prozent. Solche Werte sind für lineares TV in Deutschland mittlerweile absolute Ausnahmen und zeigen, dass Musikformate mit Live-Charakter junge Menschen weiterhin begeistern können. Auch digital überzeugte das Event: Das Streaming-Angebot in der ARD-Mediathek und über den Livestream kam auf rund 900.000 Abrufe. Diese Entwicklung steht im internationalen Kontext: Ländervergleiche belegen, dass Musik-Events mit interaktiven Elementen besonders streamingaffin sind. Hier bestätigte sich der Trend auch beim deutschen Publikum.

 

Moderationswechsel und neue Impulse

Erstmals übernahm der Südwestrundfunk (SWR) die Federführung beim deutschen Vorentscheid nach langer Ägide des NDR. Die Präsentation durch Barbara Schöneberger und Hazel Brugger brachte frische Akzente, denen Publikum und Branchenstimmen einen Anteil am Quotenerfolg zuschreiben. Im Finalduell setzte sich Sarah Engels souverän durch. Sie zeigte sich nach ihrem Triumph als künftige deutsche ESC-Vertreterin „überwältigt und unendlich dankbar“ – eine Emotionalität, die auch das Publikum zu bewegen scheint. Passend dazu berichten TV-Analystinnen und Analysten, dass Formate mit hoher Identifikationsfläche – wie Nachwuchswettbewerbe und Shows mit queerer Sichtbarkeit – ihre Relevanz im deutschen Fernsehen deutlich ausbauen.

 

Hintergrund: ESC-Tradition und TV-Kämpfe

Der deutsche ESC-Vorentscheid war in den letzten Jahren oft von Quotendruck begleitet und hatte mehrfach unterdurchschnittliche Zahlen vermeldet. Die Rückkehr zu alten Erfolgswerten deutet darauf hin, dass kreative Neuaufstellungen und die Konzentration auf junge Zielgruppen tragfähige Strategien sind. Gleichzeitig riss der ESC im Gesamtpublikumsvergleich keine Tagessieg-Marke: Hier lag ein ZDF-Krimi weiterhin vorn, was die Fragmentierung des Marktes widerspiegelt.

Mit dem Quotensprung des ESC-Vorentscheids beweist das öffentlich-rechtliche Fernsehen, dass Event-Live-Formate weiterhin zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer vor den heimischen Bildschirmen und auf digitalen Plattformen vereinen können. Offen bleibt, ob der Erfolg nachhaltig wirkt und ob Sarah Engels als ESC-Vertreterin das internationale Publikum ähnlich elektrisieren kann wie ihre Heimfans.

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