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© Charlotte Gamus
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Charlie Winstons Neues Album: "Square One"

ms - 03.10.2018 - 07:00 Uhr
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Der britische Sänger und Songwriter Charlie Winston hat mit seinem neuen Album "Square One" ein weiteres Kapitel in seiner beeindruckenden Karriere aufgeschlagen, denn mit der ersten Single "The Weekend" überrascht der ansonsten eher melancholische Künstler mit clubtauglichem und tanzbarem Sound. Mit funky und catchy Rhythmen gelingt ihm hier ein Ohrwurm, der extrem in die Beine geht und nicht mehr aus dem Kopf.

"Square One" vernachlässigt jedoch auch nicht die gewohnte nachdenkliche Seite von Charlie Winston, der vor kurzem Vater wurde und sich so einmal mehr Gedanken über seine Verantwortung in der Welt macht. Bereits in seinem Song „Say Something“, den er zusammen mit Gregor Meyle sang, appellierte er an das soziale Gewissen im Bezug zu der immer noch aktuellen Flüchtlingsthematik. Auf dem neuen Album – übrigens das erste seit drei Jahren – finden sich so auch unterschiedlichste musikalische wie philosophische Herangehensweisen, die mit Demut und Spontaneität einhergehen und so das Natürliche in das Zentrum der Songs rücken.

Es finden sich darauf Piano-Klänge, aber auch ungewöhnliche Tabla-, Kora- und Marimba-Sounds, die ein leichtes südamerikanisches Flair erzeugen und so einen spannenden Kontrast zum üblichen Pop-Muster ergeben. Vom Buddhismus inspiriert ist hingegen der Song "Until Tomorrow", für den er mit dem englischen Musiker-Kollegen sowie Singer-Songwriter Fink zusammen gearbeitet hat. Und dank Toumani Diabates Kora, Aresh Durveshs Tabla und zwei von Salif Keitas Background-Sängern erhält das Album eine zusätzliche Wärme und Worldmusic-Charakter. Doch anders als in Paul Simons berühmten "Graceland"-Album sind diese Songs auf "Square One" keine typische Weltmusik, sondern fügen sich eher organisch oder natürlich in die Grundmelodien Winstons ein - zurück zum Startfeld also, dem Square One, wie es im Englischen heißt: Schließlich sind die Grundthemen des Albums Verletzlichkeit sowie Ursprünglichkeit und somit das Wertvollste, was einen Künstler ausmacht - nämlich Originalität.

Berühmt wurde Winston durch die Hit-Single "Like A Hobo" von seinem Debüt-Album "HOBO" aus dem Jahr 2009, auf dem er furios Soul, Swing und Folk miteinander vermengte. Drei Jahre zuvor entdeckte ihn niemand Geringeres als Musiklegende Peter Gabriel, der Winston im Vorprogramm seiner Europatournee auftreten ließ und seine Musik auf seinem Label veröffentlichte. Damit ist Gabriel so etwas wie der Mentor Winstons und lobt dessen Songs, die er – auch wegen der tiefgreifenden Texte – als seine Lieblingslieder der letzten Jahre bezeichnet. Winston selbst nennt als Inspiration und Vorbilder weitere Künstler wie Tom Waits, Ray Charles, Stevie Wonder oder Jacques Brel.

Bislang veröffentlichte der 39-jährige Musiker, Songwriter und Produzent drei Studioalben in zehn Jahren, er lässt sich Zeit und die Muße die Lieder reifen zu lassen: Als letztes erschien im Jahr 2015 das Werk "Curio City", auf dem vor allem seine unvergleichliche Stimme gelobt wurde. Mal lässt er nämlich ein Falsetto erklingen, mal singt er mit Bruststimme und manchmal erinnert sein Pathos an die Künstlerin Anohni, ehemals bekannt als Antony Hegarty.

Winstons unnachahmliches Talent besteht darin, widersprüchlich erscheinende Musik-Genres miteinander zu vereinen und darin furchtlos zu wildern: Dabei bleibt sein Songwriter-Pop durchaus zugänglich, auch dank seinem angenehmen Timbre. Auch auf "Square One" sind all diese Elemente zu finden und es ist wieder ein Album, das dank der laut Peter Gabriel, "natürlichen Beobachterperspektive in seinen Texten" eine enorme Tiefe, aber auch eine funkelnde Oberfläche aufzuweisen hat. So gelingt es Winston, was fast Unmöglich ist, nämlich den Mainstream mit dem Künstlerischen zu versöhnen sowie Kommerzielles mit Persönlichem zu verbinden. (ms)
Wer diese spannende Musik live erleben will, kann das im November 2018 bei mehreren Dates in Deutschland tun, das Album "Square One" erscheint am 28.09.2018.

Charlie Winston Tournee 2018:
21.11.2018 Berlin, Columbia Theater
22.11.2018 Hamburg, Mojo
23.11.2018 Köln, Club Bahnhof
26.11.2018 Frankfurt, Batschkapp
27.11.2018 München, Freiheiz

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