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"Bring Me The Beauties" Doku enthüllt Sekte um Ex-Model Frederik Von Mierers

Von kw - 20.05.2026 - 18:30 Uhr
Doku enthüllt Sekte um Ex-Model Frederik Von Mierers
Foto: © HBO
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Der neue HBO-Dokuserie „Bring Me The Beauties: A Model Cult“ enthüllt erstmals in aller Deutlichkeit die Geschichte von Eternal Values, einer sektenartigen Gemeinschaft, die sich in den 1980er Jahren um das schwule Ex-Model und Guru Frederick Von Mierers in New York sammelte. Über zwei Jahrzehnte gerieten Dutzende vor allem junger, attraktiver Menschen in einen Strudel aus spirituellen Versprechungen, Kontrolle und Isolation – mit gravierenden Folgen für die Betroffenen. Die Dokumentation wirft ein Schlaglicht auf die Mechanismen und die mediale Blindstelle im Umgang mit Außenseiterbewegungen im LGBTIQ+-Kontext.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • „Bring Me The Beauties: A Model Cult“ startet am 2. Juni 2026 bei HBO
  • Die Sekte "Eternal Values" bestand aus rund 100 Mitgliedern, überwiegend Models
  • Gründer Frederick Von Mierers galt als erstes männliches Supermodel und starb 1990 an AIDS, das Kollektiv existierte weiter
  • Die Mitglieder praktizierten laut Berichten Abstinenz und okkulte Rituale

 

Manipulation und Machtstrukturen in „Eternal Values“

Der Dokumentarfilm zeichnet die Geschichte von Hoyt Richards nach, der in den 1980ern als einer der ersten männlichen Supermodels Berühmtheit erlangte und sich bereits als Teenager der Gruppe um Von Mierers anschloss. Richards beschreibt, wie der charismatische Anführer gezielt junge, einflussreiche und attraktive Menschen rekrutierte, ihnen Exklusivität vermittelte und ein apokalyptisches Versprechen als Lebenssinn präsentierte. Die Kontrolle reichte von strikter Abstinenz bis hin zu mutmaßlichen Initiationsritualen mit sexuellem Kontext – einen Zusammenhang, den Medienstimmen bislang häufig romantisierten oder bagatellisierten.

 

Der lange mediale Schatten einer glamourösen Fassade

Erstaunlich ist, wie Eternal Values jahrzehntelang trotz der Nähe zur Mode- und Kulturszene New Yorks nahezu unbeachtet blieben. Erst nach dem Tod von Von Mierers 1990 wagten es Medien wie Vanity Fair, erste Einblicke in die Geschichte der Gruppe zu geben – zu spät für viele Betroffene, wie Richards berichtet. Auch in der neuen Doku wird sichtbar, wie ehemalige Mitglieder wie Jacki Adams erst durch soziale Ausgrenzung den Mut fanden, die sektenartigen Strukturen öffentlich zu benennen. Die Serie konfrontiert das Publikum so nicht nur mit der düsteren Seite eines scheinbar schillernden Kapitels der LGBTQ+- und Modegeschichte, sondern auch mit Versäumnissen des investigativen Journalismus.

„Als wir die ersten Interviews planten, glaubte Hoyt [Richards]: ‚Ich bezweifle, dass irgendjemand sonst mit euch sprechen wird‘“, erinnert sich Regisseur Chris Smith.

 

Was lernen wir aus der Geschichte von Eternal Values?

„Bring Me The Beauties“ stellt die Frage, wie leicht elitäre Strömungen in der modernen Popkultur auf Anfälligkeit für Manipulation treffen. Es macht deutlich, dass soziale Isolation und ästhetische Exklusivität keineswegs Schutz vor psychischer Fremdbestimmung bieten – im Gegenteil: Genau diese Kombination kann die Sichtbarkeit von Machtmissbrauch sogar verschleiern, wie der langanhaltende Mythos um Eternal Values zeigt. Die Serie liefert damit einen kritischen Beitrag zur Reflexion über Darstellung und Recherche von Außenseitergruppen in Mainstream-Medien.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Wie viele Personen waren Teil von "Eternal Values"?
Schätzungsweise lebten und praktizierten bis zu 100 Personen gemeinsam in New York nach den Regeln von "Eternal Values".

Welche Rolle spielte die Medienberichterstattung damals?
Über viele Jahre blieb die Gruppierung weitgehend unbeachtet. Erst nach dem Tod des Gründers rückten journalistische Recherchen einzelne Aspekte ans Licht.

 

Ausblick auf künftige Recherchen

Nun steht zu erwarten, dass mit der Doku weitere ehemalige Mitglieder ihre Erfahrungen öffentlich machen. Ein entscheidender Moment, nicht nur für die Aufarbeitung von "Eternal Values", sondern als Weckruf an Medien, elitäre Milieus und exklusive Gemeinschaften genauer zu hinterfragen – jenseits von Glamour und Selbstinszenierung.

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