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Schwuler Soap-Star vor dem Aus „Days of Our Lives“-Star beendet vorerst seine Karriere

Von ms - 05.11.2026 - 13:30 Uhr
Soap-Star vor dem Aus
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
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Seit rund 15 Jahren arbeitet Colton Little als professioneller Schauspieler. Er spielte in Fernsehserien, wirkte in Filmen mit und wurde vor allem durch seine Rolle als Andrew Donovan in der US-Seifenoper „Days of Our Lives“ bekannt. Doch trotz seiner langjährigen Karriere sieht sich der 37-Jährige inzwischen mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. In einem Instagram-Video berichtete Little nun über ausbleibende Rollenangebote, wachsende Existenzängste und seine Entscheidung, sich vorerst aus dem Hollywood-Geschäft zurückzuziehen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Finanzielle Schwierigkeiten: Der 37-jährige Schauspieler Colton Little, bekannt aus „Days of Our Lives“, schuldet der US-Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA rund 2.000 Dollar.
  • Krise in Hollywood: Little beklagt einen dramatischen Rückgang von Filmproduktionen und Rollenangeboten in Los Angeles. Als Belastungen nennt er die Folgen der Corona-Pandemie, zwei Streiks und die zunehmende Bedrohung durch künstliche Intelligenz.
  • Gewerkschaft verteidigt Vorgehen: SAG-AFTRA hat nach einer mehrjährigen Ausnahmeregelung die regulären Vorschriften für säumige Mitglieder wieder eingeführt. Die Organisation verweist auf Zahlungsfristen und Ratenzahlungsangebote.
  • Solidarität unter Schauspielern: Kollegen berichten von ähnlichen Problemen und diskutieren, ob unabhängige Theaterproduktionen eine Alternative zum Hollywood-Geschäft sein könnten.
  • Privates Glück: Little ist mit dem Schauspieler Adrian Anchondo liiert. Das Paar machte seine Beziehung zum Jahreswechsel öffentlich.

Kein Vorsprechen, keine Rollen

Auslöser seiner öffentlichen Stellungnahme ist ein Streit um ausstehende Mitgliedsbeiträge bei der US-Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA. Little schuldet der Organisation nach eigenen Angaben rund 2.000 Dollar. Weil er den Betrag nicht bezahlt hat, wurde ihm die Beendigung seiner Mitgliedschaft zum 1. November 2026 angekündigt. Der Schauspieler hat inzwischen entschieden, die Beiträge nicht zu begleichen. Seine persönliche Situation steht dabei beispielhaft für die wirtschaftlichen Probleme, mit denen sich zahlreiche Beschäftigte der amerikanischen Film- und Fernsehbranche konfrontiert sehen.

In seinem Instagram-Video spricht Little ungewöhnlich offen über seine beruflichen Schwierigkeiten. Den Beitrag beginnt er mit einer ironischen Ankündigung: „Macht euch mit mir fertig dafür, dass ich aus der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA geworfen werde.“ Anschließend stellt er sich Zuschauern vor, die seine Arbeit möglicherweise nicht kennen. „Falls ihr neu hier seid: Ich bin Schauspieler und arbeite seit ungefähr 15 Jahren professionell in diesem Beruf.“ Er verweist darauf, dass er trotz seiner Erfahrung und regelmäßiger Engagements inzwischen kaum noch Möglichkeiten sehe, mit der Schauspielerei seinen Lebensunterhalt zu verdienen. „Ich habe in den vergangenen vier Jahren eine wiederkehrende Rolle in einer großen Fernsehserie gespielt“, erklärt Little. „Ich habe bei einigen Filmen mitgewirkt und kleinere Rollen sowie Gastauftritte in anderen Serien übernommen. Und SAG wirft heute Hunderte Mitglieder raus, weil die Gewerkschaft von Schauspielern Beiträge verlangt, die sich danach richten, wie viel man mit der Schauspielerei verdient.“

Schwierige Lage 

Die gegenwärtige Situation in Los Angeles beschreibt er als besonders schwierig. „Im Moment schulde ich ungefähr 2.000 Dollar. Und als Schauspieler aus der arbeitenden Bevölkerung in Los Angeles, nach Corona und zwei Streiks und jetzt angesichts der unmittelbar bevorstehenden Bedrohung, dass künstliche Intelligenz die Arbeitsplätze aller ersetzen könnte, gibt es keine Vorsprechen. Es gibt keine Rollen. In Los Angeles wird überhaupt nichts gedreht. Die Lage ist wirklich düster“, sagt Little. Seine Aussage, dass in Los Angeles überhaupt nichts mehr gedreht werde, ist dabei als zugespitzte Beschreibung seiner persönlichen Wahrnehmung zu verstehen. Sie verdeutlicht jedoch die Verunsicherung innerhalb einer Branche, die seit mehreren Jahren mit wirtschaftlichen Veränderungen kämpft.

Lebenstraum infrage gestellt

Little berichtet, dass er in jüngster Zeit zahlreiche Gespräche mit Kollegen geführt habe, die ebenfalls über einen beruflichen Rückzug nachdenken. Viele hätten Schwierigkeiten, sich einzugestehen, dass ihre Hoffnungen auf eine erfolgreiche Karriere möglicherweise nicht mehr mit der wirtschaftlichen Realität vereinbar seien. „Ich habe in letzter Zeit so viele Gespräche geführt, in denen die Menschen Angst haben oder sich schämen zuzugeben, dass dieser Traum vielleicht eine Pause braucht. Vielleicht müssen wir alle mal wieder ein bisschen auf den Boden der Tatsachen zurückkommen.“ Für sich selbst habe er nach längerem Nachdenken eine Entscheidung getroffen. „Nach langem Nachdenken habe ich einfach beschlossen, mich zurückzuziehen. Ich habe beschlossen, meine Mitgliedsbeiträge nicht zu bezahlen. Und es fühlt sich tatsächlich wie ein riesiger Verrat an mir selbst und an diesem Traum an, in den ich so viel investiert habe. Aber solange sich nicht die richtige Gelegenheit ergibt, werde ich mich vorerst um mich selbst kümmern. Und ich ermutige euch, dasselbe zu tun“, erklärt der Schauspieler. 

SAG-AFTRA verschärft Regeln

Der Konflikt zwischen Little und der Schauspielergewerkschaft hängt mit einer Änderung der Mitgliedschaftsregeln zusammen. SAG-AFTRA hatte in den vergangenen Jahren auf die Beendigung von Mitgliedschaften wegen verspäteter Beitragszahlungen weitgehend verzichtet. Hintergrund waren die erheblichen wirtschaftlichen Belastungen, denen Schauspieler seit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ausgesetzt waren. Ende Oktober informierte die Gewerkschaft ihre Mitglieder jedoch darüber, dass sie zum 1. November 2026 wieder zu den regulären Vorschriften zurückkehren werde. Damit droht Mitgliedern, die mit ihren Beiträgen im Rückstand sind, erneut der Verlust ihrer Gewerkschaftsmitgliedschaft.

SAG-AFTRA betont, dass Betroffene zwölf Monate Zeit erhalten hätten, ihre Schulden zu begleichen. Darüber hinaus seien Mitgliedern mit finanziellen Schwierigkeiten Ratenzahlungen angeboten worden. Die Gewerkschaft erhebt derzeit einen jährlichen Grundbeitrag von rund 247 US-Dollar. Hinzu kommen einkommensabhängige Beiträge in Höhe von rund 1,6 Prozent der individuellen Einkünfte aus Tätigkeiten, die unter die Zuständigkeit der Organisation fallen. Gerade für Schauspieler mit unregelmäßigen Beschäftigungsverhältnissen können solche Zahlungsverpflichtungen zu einer zusätzlichen Belastung werden.

Gewerkschaft zeigt Verständnis 

Auf Littles öffentliche Kritik reagierte SAG-AFTRA mit einer Stellungnahme gegenüber der Zeitung USA Today. Darin räumte die Organisation ein, dass sich die Arbeitsbedingungen in der Unterhaltungsindustrie erheblich verändert hätten. „Colton bringt zum Ausdruck, was viele Schauspieler empfinden. Die Branche hat sich verändert. Die Zusammenarbeit zwischen Künstlern, Studios, Casting-Verantwortlichen und Agenturen, die diese Industrie einst geprägt hat, ist zunehmend zu einer rein geschäftlichen Beziehung geworden. Infolgedessen haben sich die beruflichen Möglichkeiten für unsere Mitglieder verringert.“ Die Gewerkschaft verwies zugleich auf ihre Aufgabe, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten und langfristig berufliche Perspektiven zu sichern. 

Little ist dabei nicht der einzige bekannte Schauspieler, der zuletzt öffentlich über die wirtschaftliche Situation seiner Kollegen gesprochen hat. Bereits im Oktober hatte Cheyenne Jackson auf die Schwierigkeiten von Darstellern aufmerksam gemacht, die dringend auf einen weiteren Auftrag angewiesen sind. Littles Video löste in den sozialen Medien zahlreiche Reaktionen aus. Viele Nutzer äußerten Verständnis für seine Entscheidung. Besonders seine Aussage, dass in Los Angeles kaum noch Produktionen stattfinden würden, wurde von anderen Schauspielern und Branchenbeobachtern aufgegriffen. Die zunehmende internationale Verlagerung von Dreharbeiten wird von Beschäftigten in Los Angeles als zusätzlicher Wettbewerbsdruck wahrgenommen. Für Schauspieler, die auf regelmäßige Engagements vor Ort angewiesen sind, können sich dadurch die beruflichen Möglichkeiten verringern.

Privates Glück

Colton Little ist vor allem durch seine Rolle als Andrew Donovan in der langjährigen amerikanischen Seifenoper „Days of Our Lives“ bekannt. Die Serie gehört zu den traditionsreichsten Fernsehproduktionen der Vereinigten Staaten und wird inzwischen beim Streamingdienst Peacock veröffentlicht. Little spielte darüber hinaus in „General Hospital“, „Marshals“ und „NCIS: Origins“. Außerdem war er in mehreren Weihnachtsfilmen für das Fernsehen zu sehen. Während Little beruflich eine schwierige Phase durchlebt, ist er privat seit einiger Zeit in einer Beziehung mit dem Schauspieler Adrian Anchondo. Anchondo ist ebenfalls durch die amerikanische Seifenoper „General Hospital“ bekannt. Die Beziehung der beiden Männer wurde zum Jahreswechsel öffentlich. Am Silvesterabend veröffentlichte Anchondo ein gemeinsames Foto aus San Juan in Puerto Rico. Darauf küsst Little seinen Freund auf die Wange.

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