Der schwule Country-Sänger Orville Peck (38) hat mit einer freizügigen Fotostrecke für das US-Magazin „Playgirl“ viel Aufmerksamkeit erregt. Zum einen wegen den erotischen Bildern selbst, zum anderen, weil er der erste schwule Sänger ist, der auf dem Cover der Zeitschrift zu sehen war. Für die Aufnahmen posierte Peck unter anderem in weißer Unterwäsche, mit Unterhemd und vollständig nackt. Die Bilder verbreiteten sich in den sozialen Netzwerken und sorgten für viel Wirbel, insbesondere in der schwulen Community. Nur eine Person bleib cool.
Das Wichtigste im Überblick
- Historisches Magazincover: Orville Peck ist der erste schwule Sänger auf dem Cover von „Playgirl“. Für die Fotostrecke posierte er teilweise vollständig nackt.
- Humorvolle Reaktion: Seine Mutter sei durch frühere freizügige Aufnahmen inzwischen so einiges gewohnt, erklärte der Musiker, und blieb deswegen cool.
- Peck hat sein viertes Studioalbum „Mule“ veröffentlicht und spielt im Actionfilm „Street Fighter“ die Figur Vega.
- Als einziger offen schwuler Mann der Filmbesetzung hofft Peck auf mehr Rollen für homosexuelle Schauspieler in großen Actionproduktionen.
- Persönliche Botschaft: Der Sänger wirbt für Selbstakzeptanz, Mitgefühl und einen offenen Umgang mit Verletzlichkeit.
Reaktion der Mutter
Wie seine Mutter darauf reagierte, verriet der Musiker jetzt in einem Interview, wobei seine Antwort ehr humorvoll ausfiel: „Ich glaube, sie ist inzwischen abgestumpft! Ich glaube nicht einmal, dass sie noch mit der Wimper zuckt. Ich habe ein Album veröffentlicht, auf dem ich über Kokain singe! Meine arme Mutter. Ich glaube, diese Frau kann inzwischen nichts mehr schockieren!“ Bereits 2024 hatte Peck für das Magazin „Paper“ nahezu unbekleidet auf einem Pferd posiert. Damals erzählte er, wie überrascht seine Mutter von den Bildern gewesen sei. „Wisst ihr, wer wirklich völlig aus dem Häuschen war? Meine Mutter. Alle waren sehr stolz. Es hat wirklich Spaß gemacht. Es war verrückt. Ich bin am Set praktisch komplett nackt herumgelaufen. Das war auf jeden Fall eine wilde Erfahrung“, sagte er.
Sichtbarkeit für Community
Dass sein „Playgirl“-Cover einen Meilenstein darstellt, war Peck nach eigenen Angaben zunächst nicht bewusst. „Das habe ich erst hinterher erfahren! Solche Errungenschaften schmeicheln meinem Ego nicht, aber ich freue mich, wenn es hoffentlich bedeutet, dass ich nicht der Letzte bin.“ Der Sänger sieht darin auch ein Zeichen für eine größere Sichtbarkeit homosexueller Künstler in der Unterhaltungsbranche. „Das ist derselbe Gedanke wie bei meiner Rolle als Mitglied der Besetzung von ‚Street Fighter‘. Ich bin der einzige offen schwule Mann in diesem Ensemble. Ich glaube, das bedeutet etwas! Ich glaube, das ist wichtig.“ Peck veröffentlichte kürzlich auch sein viertes Studioalbum „Mule“ und gab mit dem erwähnten Actionfilm „Street Fighter“ sein Debüt in einer großen Kinoproduktion.
Actionfilm „Street Fighter“
In „Street Fighter“ verkörpert Peck die Videospielfigur Vega. Bei der Gestaltung seiner Rolle habe ihn das Produktionsteam ausdrücklich ermutigt, deren queere Anspielungen herauszuarbeiten. „Das Produktionsteam hat die schwulen und queeren Anspielungen bei Vega ausdrücklich unterstützt. Sie wollten, dass ich das erforsche und zum Ausdruck bringe, ohne irgendetwas zu zensieren oder vorzutäuschen.“ Peck bezeichnete die Zusammenarbeit als besondere Erfahrung. „Es war ein ganz besonderes Umfeld, in dem ich arbeiten durfte. Ich hoffe auf jeden Fall, dass das bedeutet, dass es künftig mehr Rollen für offen queere Schauspieler in Kampf- und Actionfilmen geben wird.“ Offene LGBTIQ+-Figuren, insbesondere Bösewichte, seien in großen Action- und Superheldenproduktionen weiterhin vergleichsweise selten ausdrücklich als solche dargestellt. Der Sänger möchte sich den Erfolg jedoch nicht allein zuschreiben. „Ich nehme das nicht auf die leichte Schulter. Ich möchte dafür aber auch nicht zu viel Anerkennung bekommen.“
Entscheidend sei auch die Unterstützung anderer Beteiligter gewesen. „Die Bereitschaft anderer Menschen – ob sie selbst queer sind oder als Verbündete hinter den Kulissen arbeiten – hat mir geholfen, bei solchen Projekten mitzumachen.“ Peck bedauert, dass queere Besetzungen noch immer besonders hervorgehoben werden müssen. „Es ist traurig, dass wir darüber auf diese Weise sprechen müssen. Es sollte überhaupt kein Thema sein. Aber Gott sei Dank gibt es andere Menschen auf der Welt, die das genauso sehen.“ Er fühle sich glücklich, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die unterschiedliche Perspektiven schätzen. „Sie wollen, dass unterschiedliche Menschen ihre Geschichten erzählen können. Ich fühle mich sehr glücklich, mit Menschen arbeiten zu dürfen, die mich wertschätzen.“
Country-Star wirbt für Selbstakzeptanz
Neben seiner Musik und seinen Filmrollen möchte Peck auch mit einer persönlichen Botschaft Menschen erreichen. Im Interview sprach so auch über Verletzlichkeit und die Bedeutung von Mitgefühl. „Je älter ich werde und je länger ich Kunst mache, desto mehr weiß ich, dass die Wahrheit ist, dass wir alle auf irgendeine Weise verletzte Menschen sind.“ Jeder Mensch habe eigene Belastungen zu bewältigen. „Wir alle tragen irgendeine Form von Ballast, Trauma und Verletzungen mit uns. Wir alle versuchen, so authentisch und glücklich wie möglich durch dieses Leben zu kommen.“ Daraus leitet Peck einen Appell ab: „Ich würde sagen: Akzeptiert diesen Teil von euch selbst. Seid nachsichtig mit euch! Wir sind alle auf irgendeine Weise kaputt. Begegnet anderen und euch selbst mit Mitgefühl.“