Kristen Stewarts Coming-Out US-Schauspielerin betont Wichtigkeit der Entscheidung
US-Schauspielerin Kristen Stewart hat erklärt, warum sie sich während ihres Eröffnungsmonologs in der „Saturday Night Live“-Sendung vom Februar 2017 öffentlich outete. Damals sagte sie den Satz „I’m so gay, dude“. Stewart bezeichnete den Schritt rückblickend als bewusste Entscheidung, um sich nicht zu verstecken und um auf gesellschaftliche Ausgrenzung aufmerksam zu machen.
Ein halbes Leben verstecken?
„Es ging weniger darum, Details meiner Beziehung preiszugeben, sondern vielmehr darum, anzuerkennen, dass es Menschen gibt, die keinen vollen Zugang zum Leben haben, weil sie sich verstecken“, so Stewart gegenüber dem Magazin People. Das Interview erschien im Zusammenhang mit der Vorstellung ihres neuen Spielfilms „The Chronology of Water“, bei dem sie als Regisseurin, Autorin und Produzentin tätig ist. Sie habe „Gespräche mit Menschen geführt, die sagten: ‚Deine Karriere würde besser laufen, wenn du nicht mit deiner Freundin Händchen haltend nach draußen gehen würdest.‘“
Das habe sie nicht mehr akzeptieren können. „Ich war wie: ‚Also soll ich ein halbes Leben führen? Und du willst, dass ich ein System aufrechterhalte, fortführe und stütze, das Menschen ausschließt?‘“, so Stewart. „Das kann ich einfach nicht.“ Ihr Coming-Out fand dann am 4. Februar 2017 statt und damit in der zweiten „Saturday Night Live“-Ausgabe nach der Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident im Januar desselben Jahres. In ihrem Monolog ging Stewart auch darauf ein, dass Trump im Laufe der Jahre insgesamt elf Tweets über sie veröffentlicht hatte. Diese bezogen sich vor allem auf ihre frühere Beziehung mit Schauspieler Robert Pattinson und die „Twilight“-Filmreihe.
Direkte Ansprache von Trump
In einem weiteren Interview mit ABC News erklärte Stewart, es sei „wirklich offensichtlich gewesen, was vor sich geht“, als bereits über eine Beziehung mit einer Frau spekuliert worden sei. Sie habe gezögert, diese Details zu „kommerzialisieren“, zugleich aber nicht vor der Öffentlichkeit fliehen wollen. „Ich wollte nicht Teil eines Comics sein, aber was ich nicht wollte, war, mich vor der Welt, in der wir leben, zu verstecken. Ich will sie definieren. Ich will sie offener und akzeptierender machen“, sagte Stewart. „Ich habe ja ohnehin bereits in der Öffentlichkeit die Hand meiner Freundin gehalten.“
In ihrem „SNL“-Monolog begann Stewart mit den Worten: „Ich bin hier, um meinen Film Twilight zu promoten, der diese Woche seit acht Jahren bei iTunes verfügbar ist. Schaut ihn euch an!“ Anschließend sagte sie: „Ich bin ein bisschen nervös, Gastgeberin zu sein, weil ich weiß, dass der Präsident wahrscheinlich zuschaut – und ich glaube nicht, dass er mich besonders mag.“
Stewart zitierte dabei mehrere Tweets Trumps, unter anderem: „Robert Pattinson sollte Kristen Stewart nicht zurücknehmen. Sie hat ihn wie einen Hund betrogen und wird es wieder tun. Wartet es ab. Er kann so viel Besseres haben.“ Dazu sagte sie: „Der Präsident hat elfmal über mich getwittert.“ Am Ende ihres Monologs erklärte Stewart: „Der Präsident ist kein besonders großer Fan von mir. Aber das ist völlig okay. Und Donald, wenn du mich damals nicht mochtest, wirst du mich jetzt wahrscheinlich wirklich nicht mögen … denn ich moderiere SNL und ich bin so was von gay, Alter.“ Zuletzt kritisierte Stewart auch die Männerwelt Hollywoods und erklärte, womöglich dauerhaft wegen der Trump-Administration die USA zu verlassen.