Gay-Pärchen zur Primetime Italien-TV: Schwules Paar gewinnt 50.000 Euro
Egidio und Giuseppe, ein Ehepaar aus Fiumicino, sorgten bei der italienischen Fernsehsendung „Affari Tuoi“ für Aufsehen: Sie gewannen nicht nur 50.000 Euro, sondern machten auch als eines der wenigen offen homosexuellen Paare in einer Primetime-Produktion Schlagzeilen. Ihr Auftritt wurde von Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern verfolgt.
Im Laufe der Sendung demonstrierten Egidio und Giuseppe Entschlossenheit und Zusammenhalt: Trotz des mehrfachen Angebots hoher Gewinnsummen setzten sie auf ihren eigenen Weg. Ihr gemeinsames Auftreten – Egidio als Innenarchitekt, Giuseppe als erfahrener Krankenpfleger – unterstrich die Selbstverständlichkeit ihrer Beziehung. Während gleichgeschlechtliche Paare in Programmen großer Sendeanstalten Italiens bisher selten prominent gezeigt wurden, markiert ihr offenes Auftreten einen Fortschritt. Dieser Schritt erhält zusätzliche Bedeutung in einem gesellschaftlichen Klima, in dem Akzeptanz und mediale Repräsentation von queeren Menschen weiterhin um Anerkennung ringen.
Entscheidende Momente
Die beiden lehnten lukrative Angebote ab und standen bis zum Schluss solidarisch zusammen. Ihr Gewinn von 50.000 Euro wurde am Ende zum Symbol - für Mut, für familiäre Verbundenheit, aber auch für eine beharrliche Forderung nach Sichtbarkeit. Dass die Paarbeziehung nicht sensationsheischend, sondern ganz selbstverständlich in Szene gesetzt wurde, ist gerade angesichts der Diskussionslage im aktuellen italienischen Fernsehen bemerkenswert. Dort ist die Präsenz von homosexuellen Paaren weiterhin eine Seltenheit. Heteropaare dominieren nach wie vor das Bild; umso wichtiger erscheinen solche Momente, die Normalität sichtbar machen.
Gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in Italien wurde erst 2016 die Möglichkeit zur zivilrechtlichen Vereinigung eingeräumt – gesetzliche Gleichstellung besteht bis heute nicht in allen Bereichen. Die Sichtbarkeit von Paaren wie Egidio und Giuseppe kann daher nicht unterschätzt werden. Medienanalysen zeigen, dass positive Rollenbilder besonders dann Wirkung entfalten, wenn sie auf authentische Weise und ohne übertriebene Thematisierung dargestellt werden. Sichtbare Normalität trägt zur gesellschaftlichen Akzeptanz bei und senkt Schwellenängste – auch außerhalb Italiens, wie vergleichbare Studien aus Deutschland und Spanien bestätigen.
Abschließend bleibt die Frage, inwieweit die Präsentation solcher Paare zur Standardpraxis des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Italien werden kann – und wann auch weitere Formate diesem Beispiel folgen. Bleibt der Auftritt von Egidio und Giuseppe eine Ausnahme, oder steht ein Wandel bevor?