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Durchstarter Michael Johnston Erfolg mit klarer Mission: Queere Rollen im Fokus

Von ms - 05.08.2026 - 14:00 Uhr
Durchstarter Michael Johnston
Foto: IMAGO / ABACAPRESS
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Mit dem Horror-Thriller „Obsession“ ist Michael Johnston (30) im letzten Jahr der internationale Durchbruch gelungen. Der Film entwickelte sich trotz eines vergleichsweise geringen Budgets von nur 750.000 Dollar zu einem weltweiten Kinoerfolg und spielte bereits mehr als 370 Millionen US-Dollar ein. Für den schwulen US-Schauspieler bedeutete der Überraschungshit zugleich den Sprung in die erste Reihe Hollywoods.

Das Wichtigste im Überblick

  • Michael Johnston gelang mit dem Horrorfilm „Obsession“ der internationale Durchbruch.
  • Der Film spielte bei einem Budget von 750.000 Dollar weltweit mehr als 370 Millionen Dollar ein.
  • Der offen schwule Schauspieler möchte seinen neuen Einfluss gezielt für queere Geschichten nutzen.
  • Johnston betont, dass für ihn authentisches Storytelling wichtiger ist als die sexuelle Orientierung einer Figur.
  • Seine Erfahrungen als junger schwuler Mann im konservativen „Bible Belt“ der USA prägen seine künftigen Projekte.

Queere Geschichten nach Blockbuster-Erfolg

Der offen schwule Schauspieler verkörperte in „Obsession“ den manipulativen Antihelden Bear Bailey. Dessen Sehnsucht nach Liebe wird mithilfe übernatürlicher Kräfte erfüllt, entwickelt sich jedoch zunehmend zu einer gefährlichen Obsession. Die vielschichtige Darstellung trug dazu bei, dass der Film weltweit ein Millionenpublikum erreichte. Johnstons Erfolg gilt auch deshalb als bemerkenswert, weil offen schwule Schauspieler trotz zunehmender Sichtbarkeit in der Filmbranche immer noch eher selten zu internationalen Blockbuster-Stars werden – Jonathan Bailey ist da eine der wenigen Ausnahmen. 

Mit seinem aktuellen Karriereschritt gehört Johnston inzwischen zu dieser vergleichsweise kleinen Gruppe – eine Position, die er nach eigenen Angaben bewusst nutzen möchte. Seine Schauspielkarriere nahm bereits zwischen 2015 und 2017 Fahrt auf. Damals spielte Johnston in der MTV-Serie „Teen Wolf“ die Rolle des Corey Bryant und gewann damit eine große Fangemeinde. Zu dieser Zeit habe er sich jedoch noch nicht vollständig mit seiner eigenen sexuellen Orientierung auseinandergesetzt, was auch seinen Blick auf die von ihm gespielten Figuren beeinflusst habe, wie er jetzt der US-Presse verriet. Erst Jahre später sei ihm bewusst geworden, welche Wirkung seine Rollen auf andere Menschen hatten. Im Podcast „I've Never Said This Before“ sagte Johnston: „Ich bekam Tausende Nachrichten von Menschen, die mir dankten und mir sagten, wie sehr es ihnen geholfen hat. Einige waren sogar in der Lage, sich dadurch bei ihren Eltern zu outen.“ Diese Rückmeldungen hätten sein Verständnis für die Verantwortung als öffentlich schwuler Künstler nachhaltig verändert.

Coming-Out brachte neue Offenheit

Im Jahr 2023 machte Johnston seine Beziehung und Homosexualität öffentlich und teilte in sozialen Netzwerken ein Foto mit seinem damaligen Partner, dem Filmemacher Anthony Sellitti. Mit diesem Schritt bekannte er sich auch sichtbar zu seiner Rolle innerhalb der Community. Der Erfolg von „Obsession“ verschaffte ihm nach eigener Aussage zudem eine neue Freiheit bei der Auswahl künftiger Projekte. 

Gegenüber Pride Today erklärte Johnston: „Ich bin geehrt, dass sich diese Türen für mich öffnen und ich tatsächlich eine Wahl habe, was ich als Nächstes tue. Das ist ein Traum, der in Erfüllung geht.“ Diese neue Unabhängigkeit wolle er gezielt nutzen. Johnston kündigte an, künftig „wirklich absichtsvolle queere Rollen“ sowie „wirklich bedeutungsvolle“ Geschichten in den Mittelpunkt seiner Arbeit zu stellen. Er schloss außerdem nicht aus, künftig selbst Drehbücher für solche Projekte zu schreiben.

Authentizität statt Schubladendenken

Nach den Worten des Schauspielers steht für ihn dabei nicht die sexuelle Orientierung einer Figur im Vordergrund. Vielmehr gehe es darum, glaubwürdige Charaktere und Geschichten zu erzählen. „Für mich ist nicht wichtig, welche Sexualität ein Charakter hat. Es ist einfach ein weiterer Teil davon, wer er ist – genau wie bei mir selbst“, sagte Johnston. Gleichzeitig betonte er, dass queere Geschichten weiterhin bewusst erzählt und auch einem breiten Kinopublikum zugänglich gemacht werden müssten.

Sein persönlicher Hintergrund spielt dabei nach eigenen Angaben eine wichtige Rolle. Johnston wuchs im US-Bundesstaat North Carolina auf und damit im sogenannten „Bible Belt“, einer Region, in der konservativ-christliche Wertvorstellungen das gesellschaftliche Leben stark prägen. Über diese Erfahrungen sagte er: „Im Bible Belt kann es für einen schwulen Menschen problematisch sein. Das ist eine ganz eigene Art von Erfahrung.“ Mit seinen zukünftigen Filmprojekten möchte Johnston deshalb verstärkt Geschichten aus genau solchen Lebenswelten erzählen und Perspektiven sichtbar machen, die seiner Ansicht nach im Mainstream-Kino lange Zeit zu wenig Beachtung gefunden haben.

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