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Der Papstschneider Sorcinelli

Der Papstschneider Sorcinelli Schwuler Designer entwirft päpstliche Gewänder

ms - 27.05.2026 - 15:35 Uhr
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Papst Leo XIV. sorgt nicht nur immer wieder mit seinen religiösen Statements und zuletzt seiner ersten Enzyklika für Schlagzeilen, sondern auch immer wieder für sein modisches Auftreten. Das Magazin Vogue nahm den ersten amerikanischen Papst im Dezember in seine Liste der „55 bestgekleideten Persönlichkeiten 2025“ auf. Verantwortlich für viele der liturgischen Gewänder ist der offen schwule Designer Filippo Sorcinelli.

Das Wichtigste im Überblick

  • Vogue zählt Papst Leo XIV. zu den bestgekleideten Persönlichkeiten des Jahres 2025
  • Der offen schwule Designer Filippo Sorcinelli entwirft seine liturgischen Gewänder
  • Sorcinelli arbeitete bereits für Papst Franziskus und Benedikt XVI.
  • Die päpstlichen Roben entstehen in aufwendiger Handarbeit
  • Papst Leo kombiniert traditionelle Kleidung mit persönlichen Stil-Elementen
  • Der Designer berichtet von positiven Erfahrungen mit der katholischen Kirche

Designer des Papstes 

Der Italiener entwirft seit mehr als 20 Jahren sakrale Kleidung für Kardinäle, Bischöfe und Päpste. Zuvor arbeitete er bereits für Papst Franziskus und Papst Benedikt XVI.. Über den Stil von Papst Leo XIV. sagte Sorcinelli jetzt gegenüber der Daily Mail: „Nichts scheint auf Spektakel ausgerichtet zu sein: Jede visuelle Entscheidung trägt dazu bei, eine Sprache der Verlässlichkeit, Ausgewogenheit und stillen Autorität aufzubauen.“ Gleichzeitig bringe der Papst persönliche Elemente in seinen Auftritt ein. Medienberichten zufolge wurde Leo XIV. bereits mit Nike-Sneakern unter seinem Gewand sowie mit einer Baseballkappe der Chicago White Sox bei einer Veranstaltung im Vatikan fotografiert.

Innere Autorität im Äußeren 

„Bei Leo XIV. spürt man einen Stil, der aus einer Entscheidung für Maßhaltung entsteht – ein gefasstes Auftreten, das vor allem von innerer Ordnung und Autorität spricht“, erklärte Sorcinelli weiter. Die Gewänder der katholischen Kirchenführung entstehen laut Bericht in aufwendiger Handarbeit. Die Stickereien können bis zu 1.000 Arbeitsstunden erfordern. Die Kosten für einzelne Roben liegen demnach bei mehr als 7.500 US-Dollar.

Sorcinelli betonte zudem, dass jeder Papst seinen eigenen Stil mitbringe. „Jeder Pontifex ist – wie jeder Priester – ein Universum aus Symbolen. Sein Körper wird zu einem sichtbaren Wort, das in Formen und Farben gekleidet werden möchte, die die Mission widerspiegeln, die er verkörpert.“ Während Benedikt XVI. eher traditionell aufgetreten sei, habe Franziskus schlichtere Formen bevorzugt. „Benedikt XVI. verkörperte eine Kultur der Wurzeln, eine Verfeinerung, die auf Erinnerung und Tradition beruhte“, sagte der Designer. „Franziskus entschied sich für die Kraft einer überraschenden Einfachheit – fast wie eine Provokation des Evangeliums.“

Cruising, Poppers und die Kirche 

Papst Leo XIV. bewege sich dagegen stilistisch zwischen Tradition und Moderne. „Leo XIV. zeigt den Wunsch, alles wieder auf die Zentralität Christi zurückzuführen und diese Achse zum Zeichen eines einzigen Weges zu machen, der Vergangenheit und Zukunft verbindet“, erklärte Sorcinelli. Neben seiner Arbeit für die katholische Kirche betreibt der Designer auch ein eigenes Parfümgeschäft. Dort verkauft er unter anderem Düfte mit Namen wie „Slightly Bitch“, „Popper Pop“, „Cruising Area“ oder „Cyber Sex“.

Zu seiner Rolle als offen schwuler Mann innerhalb der katholischen Kirche sagte Sorcinelli weiter: „Ich habe Glauben und Sexualität nie als Kampf gesehen, sondern als kreative Spannung, die meine Arbeit antreibt.“ Weiter erklärte er: „Was bedeutet es, offen schwul zu sein? Vielleicht bedeutet es, die eigene Geschichte ohne Angst anzunehmen und sie in eine kreative Sprache zu verwandeln.“ Negative Erfahrungen innerhalb der Kirche habe er bislang nicht gemacht. „Meine Erfahrung mit der Kirche war immer eine des Willkommenseins“, so Sorcinelli. „Niemand hat mich jemals an der Schwelle einer Kirche aufgehalten.“ Seine konservativ bis ablehnenden Ansichten über Reformen und Homosexuelle konnte der Italiener dem Papst leider bisher indes nicht ausreden. 

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