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Dan Levy beschimpft Komiker Sexistische Witze sorgen für Empörung

Von ms - 13.10.2026 - 12:00 Uhr
Dan Levy beschimpft Komiker
Foto: IMAGO / AFF-USA
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Ein Auftritt des US-Komikers Shane Gillis (38) in der Fernsehsendung „Saturday Night Live“ (SNL) hat eine neue Debatte über Sexismus und die Grenzen von Comedy ausgelöst. Gillis hatte sich in seinem Eröffnungsmonolog über die Kleidung von Frauen im Fitnessstudio lustig gemacht und sie dabei als „Schlampen“ bezeichnet. Der schwule kanadische Schauspieler Dan Levy (43) reagierte mit deutlicher Kritik. Sein Video auf Instagram wurde inzwischen mehr als 13 Millionen Mal angesehen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Kontroverse bei „Saturday Night Live“: US-Komiker Shane Gillis sorgte mit einem Monolog über Frauen und ihre Sportbekleidung für Empörung. Dabei bezeichnete er Frauen in kurzen Shorts als „Schlampen“.
  • Dan Levy widerspricht: Der aus „Schitt’s Creek“ bekannte Schauspieler warf Gillis Frauenfeindlichkeit vor und kritisierte die Ausstrahlung solcher Witze im US-Fernsehen.
  • Levy sieht einen Zusammenhang zwischen der Objektifizierung von Frauen, gesellschaftlicher Gleichgültigkeit und einem Klima, das sexuelle Übergriffe begünstigt.
  • Levys Instagram-Video erreichte mehr als 13 Millionen Aufrufe. Zahlreiche Nutzer unterstützten seine Aussagen.
  • Gillis schweigt zunächst: Der Komiker hatte nach Informationen von TMZ seinen Monolog selbst geschrieben und ähnliche Witze bereits früher erzählt.
  • Frühere Kontroversen: Gillis war 2019 wegen homophober und rassistischer Äußerungen aus dem Ensemble von „Saturday Night Live“ ausgeschlossen worden, noch bevor er dort seinen ersten Auftritt hatte.

Frauen als „Schlampen“

Der 43-Jährige, der vor allem durch die Comedyserie „Schitt’s Creek“ bekannt wurde, veröffentlichte seine Reaktion am Wochenende. Darin warf er Gillis vor, mit seinen Äußerungen frauenfeindliche Einstellungen zu verbreiten. Levy zeigte sich insbesondere darüber fassungslos, dass entsprechende Aussagen in einer landesweit ausgestrahlten Fernsehsendung zu hören waren. Er könne nicht glauben, „dass so etwas im landesweiten Fernsehen ausgestrahlt werden kann“, sagte der Schauspieler.

Auslöser der Kritik war Gillis' Monolog bei „Saturday Night Live“. Darin beschäftigte sich der Komiker ausführlich mit der Sportbekleidung von Frauen. Er machte sich insbesondere über kurze, auffällige Trainingshosen lustig und bezeichnete die Frauen, die solche Kleidung tragen, pauschal als „Schlampen“. Dabei beschrieb er unter anderem „neonfarbene“ Shorts, deren „Falten sich um die Pobacken ziehen und am Arschloch zusammenlaufen“. Levy widersprach dieser Darstellung entschieden. In einem Instagram-Video mit der Bildunterschrift „Ffs“, einer Abkürzung des englischen Ausrufs „For fuck’s sake“ (sinngemäß „So eine Scheiße!“), kritisierte er die Wortwahl des Komikers.

Doppelte Maßstäbe 

„Frauen, die im Fitnessstudio kurze Shorts tragen, sind deshalb keine Schlampen“, erklärte er. Das Problem liege indes bei denjenigen, die solche Bezeichnungen verwendeten. „Es macht vielmehr die Männer, die sie als Schlampen bezeichnen, zu Frauenfeinden.“ Der Schauspieler verwies darauf, dass Männer und Frauen bei der Bewertung ihres Aussehens und ihrer Kleidung häufig unterschiedlich behandelt würden. Während Gillis Frauen wegen ihrer knappen Sportbekleidung verspottete, werde vergleichbares Verhalten bei Männern kaum kritisiert. „Ich habe im Fitnessstudio mehr Brustwarzen von Männern gesehen als Frauen, die ihre Körper zur Schau stellen“, sagte Levy weiter.  Für ihn zeigt sich darin ein grundlegendes Problem im gesellschaftlichen Umgang mit Frauen. Nicht die Kleidung der Frauen sei ausschlaggebend, sondern die Haltung derjenigen, die sie deshalb abwerteten oder sexualisierten.

Gesellschaftliche Folgen

Levy ging in seiner Reaktion über die Kritik an einzelnen Witzen hinaus. Er warnte davor, frauenfeindliche Äußerungen als harmlose Unterhaltung abzutun. Wiederholte Herabwürdigungen könnten dazu beitragen, dass Frauen zunehmend als Objekte wahrgenommen würden. Der schwule Schauspieler sprach von solchen Witzen und einer gesellschaftlichen „Gleichgültigkeit, die das Umfeld geschaffen haben, in dem Frauen sexuell angegriffen werden“. Seine Äußerungen standen zugleich im Zusammenhang mit einer breiteren öffentlichen Debatte über den Schutz von Frauen und die Vorwürfe gegen die sogenannten „Cornell 7“, auf die der ursprüngliche Bericht verweist. Eine Gruppe von Studenten soll an der Cornell Universität eine junge Frau über Stunden festgehalten und sexuell missbraucht haben, zahlreiche prominente Persönlichkeiten wie Heated Rivalry-Star Hudson Williams zeigten sich darüber entsetzt. 

Einsatz gegen Sexismus

Levy forderte insbesondere Männer deswegen dazu auf, sich stärker gegen Sexismus einzusetzen. „Männer müssen Frauen stärker verteidigen“, sagte er. Dabei hob er den Einfluss medialer Darstellungen auf gesellschaftliche Einstellungen hervor. „Je mehr Männer Frauen in den Medien zu Objekten machen, desto mehr sehen andere Männer sie als Objekte und behandeln sie auch so. Sie sind keine Objekte, sie sind den Männern überlegene Menschen.“ Mit seiner Kritik stellte Levy damit nicht nur den Inhalt von Gillis' Monolog infrage. Er sprach auch die Verantwortung von Männern und Medien im Umgang mit frauenfeindlichen Vorstellungen an.

Die spontane Stellungnahme des Schauspielers verbreitete sich schnell in sozialen Netzwerken, innerhalb kurzer Zeit wurde das Video bereits mehr als 13 Millionen Mal aufgerufen. Die Zahl der Aufrufe steigt weiter. Levy räumte selbst ein, dass seine deutlichen Aussagen ihm möglicherweise „Ärger im Internet“ einbringen könnten. In den Kommentaren erhielt er jedoch zahlreiche unterstützende Reaktionen. Viele Nutzerinnen und Nutzer bedankten sich dafür, dass er sich öffentlich gegen die Herabwürdigung von Frauen aussprach. „Wir müssen mit dieser Höhlenmenschenmentalität aufhören, wenn es um Frauen, ihre Körper und unseren Umgang mit ihnen geht“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer machte sich über Gillis lustig und erklärte, der Komiker habe „nicht oft genug ein Fitnessstudio von innen gesehen, um solche Witze machen zu können“.

Homophobe Sprüche 

Shane Gillis hat sich bisher noch nicht öffentlich zu Levys Vorwürfen geäußert. Nach Informationen des US-Promiportals TMZ schrieb der Komiker seinen umstrittenen Eröffnungsmonolog selbst. Dem Bericht zufolge hatte er den „Witz über Frauen in kurzen Shorts“ bereits bei früheren Auftritten verwendet. Neu war demnach nicht unbedingt der Inhalt, sondern vor allem die Reichweite: Bei „Saturday Night Live“ wurden die Äußerungen einem landesweiten Fernsehpublikum präsentiert. Die Kontroverse wirft damit auch die Frage auf, welche Verantwortung die Redaktion und die Produzenten der Sendung bei der Auswahl und Ausstrahlung solcher Inhalte tragen.

Für Gillis ist es nicht die erste Auseinandersetzung um seine Comedy. Bereits 2019 war der Komiker als neues Ensemblemitglied von „Saturday Night Live“ angekündigt worden. Noch bevor er dort seinen ersten Auftritt absolvieren konnte, wurde er jedoch wieder entlassen. Hintergrund waren frühere homophobe und rassistische Äußerungen, die unter anderem in seinem Podcast „Matt and Shane’s Secret Podcast“ gefallen waren. Die damalige Entscheidung löste bereits eine Diskussion über diskriminierende Comedy und die Verantwortung von Unterhaltungssendungen aus. Dass Gillis inzwischen wieder eine prominente Bühne bei „Saturday Night Live“ erhält, wird vor diesem Hintergrund erneut kritisch betrachtet.

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