Ein neuer Hauptdarsteller allein reicht Ben Whishaw offenbar nicht. Der Schauspieler, der in drei James-Bond-Filmen den Technikexperten Q verkörperte, wünscht sich für die Reihe einen grundlegenden Neuanfang. Die Welt habe sich seit dem letzten Film stark verändert. Deshalb müsse geklärt werden, was Bond heute noch relevant mache.
Das Wichtigste im Überblick
- Whishaw fordert, James Bond für den nächsten Film grundlegend neu zu denken.
- Er spielte Q an der Seite von Daniel Craig in drei Filmen.
- Die beiläufige Erwähnung von Qs Sexualität empfindet er weiterhin als unbefriedigend.
Mehr als ein Austausch auf der Hauptrolle
Im Gespräch mit der Sunday Times sagte Whishaw, die Reihe müsse „komplett neu erfunden“ werden. Zugleich machte er deutlich, dass die Entscheidung nicht bei ihm liege. RTÉ berichtet heute über das Interview. Der 46-Jährige blickt damit auf ein Filmprojekt, das nach Daniel Craigs Abschied ohnehin vor großen Veränderungen steht.
Whishaw war erstmals in „Skyfall“ von 2012 als Q zu sehen. Es folgten „Spectre“ 2015 und „Keine Zeit zu sterben“ 2021. Für den kommenden Film sind Denis Villeneuve als Regisseur und Steven Knight als Drehbuchautor vorgesehen; Amy Pascal und David Heyman produzieren. Die Besetzung von Bond bleibt Gegenstand anhaltender Spekulationen.
Q war schwul – aber nur für einen kurzen Moment
In „Keine Zeit zu sterben“ bereitet Q ein Essen vor und erwartet offenbar einen Mann. Die Andeutung seiner Homosexualität wird anschließend nicht weiter ausgeführt. Genau diese Kürze empfindet Whishaw als unbefriedigend. PinkNews ordnet die aktuellen Aussagen ein und erinnert daran, dass der Schauspieler diesen Punkt bereits 2022 angesprochen hatte.
Die Kritik ist also nicht völlig neu. Schon damals berichteten wir über Whishaws Einwände gegen Qs flüchtiges Coming-out. Der aktuelle Anlass ist sein umfassenderer Blick auf die Zukunft der Reihe: Welche Geschichte soll ein neuer Bond erzählen – und wie viel Raum bekommen die Menschen um ihn herum?
Geheimhaltung gehört zum Geschäft
Auch den Wirbel um die Nachfolge Craigs betrachtet Whishaw mit Abstand. Die Aufregung werde bewusst erzeugt, erklärte er. Selbst während der Arbeit sei das Projekt ausgesprochen geheimnisvoll: Schauspieler bekämen nur die Drehbuchseiten, in denen ihre eigene Figur vorkomme. Die Geheimhaltung schaffe Spannung und Glamour.
Ein Wunsch nach Erneuerung ist damit noch keine Ankündigung eines schwulen Bond oder einer größeren Rolle für Q. Whishaw formuliert seine Sicht auf die Reihe; über die tatsächliche Umsetzung entscheiden die Verantwortlichen des nächsten Films. Weitere Geschichten über Film und queere Figuren findet ihr unter Cinema.