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17 Jahre ohne „Steo“ Stephen Gately: Warum bleibt er unvergessen?

Von tb - 11.10.2026 - 19:34 Uhr
Stephen Gately in einem dunklen Calvin-Klein-T-Shirt vor türkisfarbenem Hintergrund
Foto: IMAGO / APress
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Am 10. Oktober 2026 jährte sich Stephen Gatelys Tod zum 17. Mal. Der irische Sänger, den seine Fans liebevoll „Steo“ nennen, wurde nur 33 Jahre alt. Seine Stimme gehört für viele bis heute zum Sound der 1990er-Jahre. Doch Gately hinterließ mehr als große Popmomente: Als offen schwuler Star machte er ein Leben sichtbar, das im damaligen Boyband-Geschäft lange verborgen bleiben sollte.

Das Wichtigste im Überblick

  • Stephen Gately wurde am 17. März 1976 in Dublin geboren und starb am 10. Oktober 2009 auf Mallorca.
  • Er gehörte seit 1993 zu Boyzone und sang unter anderem bei „No Matter What“ die Hauptstimme mit Ronan Keating.
  • 1999 machte er seine Homosexualität und seine Beziehung zu Eloy de Jong öffentlich.
  • 2006 ging er mit Andrew Cowles eine eingetragene Partnerschaft ein.
  • Am 17. März 2026 wäre Gately 50 Jahre alt geworden.

Eine Stimme für große Gefühle

Boyzone waren eine der prägenden Popgruppen ihrer Zeit. Mit Ronan Keating, Keith Duffy, Mikey Graham und Shane Lynch stand Gately auf den großen Bühnen; Songs wie „Words“, „Father and Son“ und „No Matter What“ wurden zu Begleitern einer ganzen Fangeneration. Gerade bei „No Matter What“ war seine helle, klare Stimme unverkennbar. Der Hit erreichte 1998 Platz eins in Großbritannien.

Auch außerhalb der Band suchte Gately seinen eigenen Weg. Sein Soloalbum „New Beginning“ erreichte 2000 laut Official Charts Platz neun der britischen Albumcharts; die Single „New Beginning/Bright Eyes“ kam auf Platz drei. Später überzeugte er auf Musicalbühnen, etwa in der Titelrolle von „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ und als Kinderfänger in „Chitty Chitty Bang Bang“. Sein Talent reichte über das Bild des jugendlichen Popidols hinaus.

Coming-out unter großem Druck

Im Juni 1999 sprach Gately öffentlich darüber, schwul und mit dem Sänger Eloy de Jong zusammen zu sein. Das geschah unter dem Druck einer drohenden Enthüllung durch die Boulevardpresse. Für einen Star einer auf weibliche Fans zugeschnittenen Boyband war dieser Schritt damals keineswegs selbstverständlich. Gately hatte seine Sexualität jahrelang verbergen und Fragen nach vermeintlichen Freundinnen ausweichen müssen.

Wie belastend dieses System war, beschrieb auch Eloy de Jong im SCHWULISSIMO-Artikel über das Schwulsein in einer Boyband. Gatelys Geschichte erinnert daran, dass Sichtbarkeit häufig gegen Widerstände erkämpft wurde. Seine Karriere zeigt zugleich: Ein schwuler Sänger konnte geliebt werden, ohne den Fans eine heterosexuelle Liebesgeschichte vorzuspielen.

Ein Abschied, der nachwirkt

Mit Andrew Cowles ging Gately 2006 in London eine eingetragene Partnerschaft ein. Am 10. Oktober 2009 starb er während eines Aufenthalts auf Mallorca. Nach der Obduktion wurde ein natürlicher Tod durch ein akutes Lungenödem festgestellt, wie das Dictionary of Irish Biography dokumentiert. Er wurde nur 33 Jahre alt.

Seine Bandkollegen widmeten ihm das Album „Brother“, das 2010 erschien. Die Erinnerung wurde auch in der 2025 veröffentlichten Dokumentarserie „Boyzone: No Matter What“ aufgegriffen. Die dreiteilige Produktion beleuchtet den Erfolg der Gruppe und den Druck hinter den Kulissen; Gatelys Schwester Michelle und sein früherer Partner Eloy de Jong kommen darin zu Wort.

17 Jahre später bleibt „Steo“ Teil der Popgeschichte und der Erinnerung der LGBTIQ+-Community. Wer seine Songs hört, begegnet weiterhin dieser Stimme, die große Gefühle so unmittelbar vermitteln konnte. Stephen Gately: 17. März 1976 – 10. Oktober 2009. Unvergessen.

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