Direkt zum Inhalt
Queeres Historiendrama Jane Cumming
ANZEIGE

Deutschland-Start 22. Oktober Queeres Historiendrama „Eine Schule für Jane Cumming“

kw - 01.06.2026 - 17:30 Uhr
Loading audio player...

Das queere Historien-Drama „Eine Schule für Jane Cumming“ von Sophie Heidman wird ab dem 22. Oktober 2026 bundesweit in deutschen Kinos zu sehen sein. Nach seiner gefeierten Weltpremiere auf der Berlinale im Februar zieht der Film mit außergewöhnlicher Bildgewalt und kluger Figurenzeichnung das heutige Publikum in den Bann. In seiner leidenschaftlichen Rückschau auf einen realen Justizskandal im Edinburgh von 1810 gelingt es der Regisseurin, historische Vorurteile gegen lesbische Frauen und People of Colour eindringlich ins Licht zu rücken – und damit das Genre des Queer Cinema um einen neuen, herausfordernden Meilenstein zu bereichern.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Deutschland-Premiere des Films am 22. Oktober 2026.
  • Vorlage ist ein historischer Fall um zwei Lehrerinnen und eine Schülerin im Schottland des 19. Jahrhunderts.
  • Hauptrollen werden von Flora Nicholson, Clare Dunne, Mia Tharia und Fiona Shaw gespielt.

 

Die Kraft einer echten Geschichte

Im Zentrum steht das Lehrerpaar Jane Pirie und Marianne Woods, kongenial verkörpert von Flora Nicholson und Clare Dunne. Gemeinsam führen sie eine kleine Mädchenschule und begegnen in der aufgeheizten Atmosphäre Edinburghs nicht nur sozialen, sondern auch rassistischen Ressentiments. Die Aufnahme von Jane Cumming, der Enkelin einer indischen Frau aus „höheren Kreisen“, bringt das fragile System aus Abhängigkeit und Zuneigung ins Wanken. Die behutsam aufgebauten Szenen lassen die damalige Enge spürbar, jede kleine Geste wird zum Statement einer unerhörten Liebe und Solidarität.

Mit Beginn des neuen Schuljahrs eskaliert die Lage, als Cumming sich entfremdet und Konfrontation sucht. Die anschließenden Anschuldigungen der Schülerin gegen die beiden Frauen markieren im Film die Wende vom zarten Porträt zur gerichtlichen Nervenschlacht. Historisch verbürgt, war der folgende Rechtsstreit ein Medienereignis im Vereinigten Königreich – Vorlage vieler späterer Debatten über Homophobie und Geschlechterrollen.

 

Schauspielkunst und Regie mit Sogwirkung

Sophie Heidman entlockt den Hauptdarstellerinnen feinfühlige, nuancenreiche Leistungen. Besonders die Entwicklung der emotionalen Abhängigkeiten wird auf beklemmende Weise greifbar. Fiona Shaw als Lady Cumming Gordon liefert in ihrer Rolle als autoritäre Großmutter einen Kontrapunkt zu den intensiven, verletzlichen Momenten zwischen den jüngeren Frauen.

Die Kameraarbeit unterstreicht den Zeitkolorit, ohne ins Museumshafte zu verfallen. Jede Szene bleibt durchdrungen von der Ambivalenz zwischen Geborgenheit und Ausgestoßensein. Die narrative Dichte erinnert an Klassiker des britischen Queer Cinema wie „The Favourite“ oder „Carol“, legt aber einen verstärkten Fokus auf den konkret historischen Kontext.

„Die Geschichte von Jane Cumming und ihren Lehrerinnen erschüttert bis heute – sie ist ein frühes Zeugnis queerfeindlicher Übergriffe und staatlicher Willkür“, erklärte ein Kurator der Berlinale anlässlich der Premiere.

 

Historischer Hintergrund im Film

Der „Scandal of the Ladies of Drumsheugh“ war einer der ersten bekannten Fälle, in denen gleichgeschlechtliche Beziehungen zum zentralen Gegenstand einer langwierigen medialen wie juristischen Auseinandersetzung wurden. Die reale Jane Cumming und ihre Lehrerinnen lehrten an einer Privatschule in Edinburgh, nachdem Miss Cumming auf Geheiß ihrer Adelsfamilie dort beschult wurde.

Die Anklage wegen „unsittlicher Beziehungen“, befeuert durch rassistische Vorurteile gegen die Schülerin indischer Abstammung, zog einen der spektakulärsten Verleumdungsprozesse der Zeit nach sich. Selbst nach Freispruch blieben Verdächtigungen und gesellschaftliche Ächtung der Betroffenen – zentrale Themen, die Heidmans Drama nuanciert nachzeichnet.

 

Nächste Schritte – Spannung vor Kinostart

Mit seinem deutschen Starttermin rückt der Film erneut die Bedeutung von Aufklärung über historische und aktuelle Formen von Ausgrenzung ins Rampenlicht. „Eine Schule für Jane Cumming“ wird ohne Zweifel noch lange nachwirken und ist Pflichtprogramm für alle, die sich für gesellschaftlich engagiertes Kino interessieren.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Welche realen Ereignisse liegen dem Film zugrunde?
Der Fall basiert auf dem sogenannten „Scandal of the Ladies of Drumsheugh“ aus Edinburgh, 1810, bei dem zwei Lehrerinnen wegen angeblicher lesbischer Beziehungen verklagt wurden.

Warum gilt der Fall als Meilenstein in der Rechtsgeschichte?
Es war einer der frühesten Prozesse, in denen gleichgeschlechtliche Beziehungen vor Gericht und medial problematisiert wurden.

Ist der Film für Schulvorführungen geeignet?
Aufgrund seines historischen und pädagogischen Werts kann der Film, nach entsprechender Altersfreigabe, für Bildungszwecke genutzt werden.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Queerer Schauspieler und Ikone

Fans feiern die Szene

Lee Pace, 47-jähriger Schauspieler und queere Ikone, begeistert erneut das Internet: Im Trailer zu „Practical Magic 2“ zeigt er sich nackt.
August Diehl als Klaus Mann

Sandra Hüller spielt Erika Mann

Mit „Vaterland“ feierte der neue Film von Regisseur Paweł Pawlikowski seinen deutschen Kinostart und sorgt für Diskussionen in der queeren Szene,
Nach Hit "Die Odyssee"

Konservative kritisieren Besetzung

Nach dem internationalen Kinoerfolg von „Die Odyssee“ wartet der kanadische trans' Schauspieler Elliot Page Stand weiter auf neue Rollenangebote.
Marvel hält sich bedeckt

Warum nicht schwul oder bi?

Der frühere Spider-Man-Darsteller Andrew Garfield hat sich einmal mehr öffentlich für eine queere Neuinterpretation der Kultfigur eingesetzt.
Queerer Kultklassiker

Dreharbeiten beginnen 2027

Stephan Elliott wird das Sequel zum Kultklassiker „Priscilla, Königin der Wüste“ drehen und darin Terence Stamp per CGI wiederbeleben.
Start 29. Oktober im Kino

Tina Romero feiert Debüt im Genre

Tina Romeros Kinofilmdebüt „Queens Of The Dead“ kommt offiziell am 29. Oktober 2026 in die deutschen Kinos und will Glamour mit Splatter verbinden.
"Rains Over Babel"

Kritikerlob und Symbolkraft

Kolumbien schickt „Rains Over Babel“ von Gala del Sol für den Oscar in der Kategorie „Bester internationaler Film“ ins Rennen.