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Entdeckerziele Nantes: Erlebnis an der Loire

rb - 28.02.2020 - 07:00 Uhr

In der Nähe des Atlantiks liegt die französische Metropole Nantes. Kunst und Kultur sind ganz groß geschrieben. Jules Verne wurde hier geboren. Auch der verwöhnte Gaumen findet in der ehemaligen herzoglichen Residenzstadt sein Pläsier. Shopping in edlem Ambiente ist angesagt. Ein echtes Erlebnis!

Jules Verne & Steampunk

Von Düsseldorf und anderen deutschen Städten ist Nantes direkt per Flugzeug zu erreichen. Mit dem Shuttle kommt man bequem vom Flughafen ins Zentrum. Im Oceania Hotel de France, neben der Oper gelegen, nehme ich Quartier. Das ehemalige Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert ist eine gelungene Mischung aus Art Déco-Design und komfortabler Moderne. Am sonnigen Nachmittag schlendere ich entlang der wundervollen Hafenpromenade, wo nette Matrosen in der Takelage eines alten Seglers die Taue spannen, und bin auf dem Wege zum Jules-Verne-Museum. Dort treffe ich Agnès Marcetteau, die Direktorin des Hauses. Jules Verne wurde 1828 in Nantes geboren. Wie mir Agnès beim Rundgang durch die Ausstellung erzählt, war der kleine Jules schon sehr früh an Reisen  und Entdeckungen interessiert. Im Museum kann man den Werdegang dieses originellen Schriftstellers gut nachverfolgen. Er ist vor allem durch seine Abenteuerromane bekannt geworden und begeistert auch heute noch eine breite Leserschaft. In seinen Werken werden technische Erfindungen späterer Zeiten vorweg genommen, zum Beispiel U-Boote und Raketen. Jules Verne ist auch ein Ahne des Steampunks, der im öffentlichen Leben von Nantes eine Rolle spielt. Gegenüber des Museums ragt eine Aussichtsplattform zur Loire, die ein Künstler aus Stäben geschaffen hat – an allen Ecken der Stadt finden sich Kunstobjekte, die zum Staunen anregen. Staunen kann man auch im Musée d'Arts: Hier finden sich Meisterwerke vom späten Mittelalter bis zur Moderne, es ist eine der umfangreichsten Sammlungen Frankreichs. In spannenden Wechselausstellungen werden einzelne Aspekte künstlerischen Schaffens vertieft. Auf meinem Weg entlang der Promenade mache ich einen Abstecher auf die Ile de Nantes, eine Insel im Flusslauf der Loire, wo früher Warenlager des Hafens und Industrie angesiedelt waren. Dort ist ein Entertainment-Part entstanden, mit zahlreichen Attraktionen, die sowohl Einheimische als auch Touristen anlocken. Jules Verne steht auch hier wieder Pate: Fantastische Maschinen, mächtige Technikmonster begeistern Jung und Alt. Ein riesiger Techno-Elefant stampft über den Platz, versprüht dabei Wasserfontänen aus dem Rüssel. Großes Kino! Daneben ein gewaltiges Karussell mit allerhand Meeresungeheuern – eine Hommage an den Roman „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne. Abends nehme ich noch einen Absacker in der berühmten Brasserie La Cigale, die neben meinem Hotel am Opernplatz liegt. Aber nicht nur wegen der guten Küche und der feinen Getränke bin ich überwältigt: Das Interieur ist wirklich fabelhaft. Das Symbol des Hauses ist die Grille, es ist vielleicht einer der schönsten Kulinarik-Tempel in ganz Frankreich. Denn das Dekor ist üppigster Jugendstil, mit herrlichen Ornamenten und Wandschmuck.

Grüne Linie & Schloss der Herzöge

Am nächsten Morgen treffe ich Agnès Porat, die mir die Stadt etwas ausführlicher zeigt. Sehr praktisch dafür ist die Grüne Linie am Boden, eine Art kultureller Ariadne-Faden von etwa zehn Kilometer Länge, der an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt entlang führt. Ausgangspunkt ist der Jardin de Plantes, ein großartiger Botanik-Park. Nantes ist übrigens auch schon als Grüne Hauptstadt Europas ausgezeichnet worden. Von dort geht es in die Altstadt, mit der fabelhaften Kathedrale. Natürlich besuchen wir auch die Passage Pommeraye, wo man ideal in edlem Ambiente shoppen kann. Wir machen ein Abstecher in Delikatessenläden: Herzhafter Käse aus der Region, der Curé Nantais ist hier besonders zu erwähnen. Die Freunde feiner Kuchen werden sicher mit dem Gateau Nantais sehr glücklich, denn der Schuss Rum gibt dem Mandelaroma noch einen extra Kick. Weiter geht es zum Le lieu unique, wo früher Kekse hergestellt wurden. Heute ist es ein Kulturzentrum, mit Theater und vielen interessanten Veranstaltungen. In Sichtweite davon liegt das Schloss der Herzöge der Bretagne. Es beherbergt heute ein eindrucksvolles Museum, in der die Geschichte von Nantes in 32 Räumen nach Themen erfahrbar gemacht wird. Eine riesige Rutsche dient im Sommer dem Amüsement entlang der Schlossmauern. Ja, Nantes ist wirklich noch ein Geheimtipp – und das nicht nur für Frankreich-Liebhaber!

Mehr Infos:

www.nantes-tourisme.com

www.france.fr/fr

 

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