Direkt zum Inhalt

Er bereut es nicht „Heartstopper“-Star Kit Connor über sein Coming-out

Von co - 05.07.2023 - 18:59 Uhr
„Heartstopper“-Star Kit Connor über sein Coming-out
Foto: © Matrix
ANZEIGE
Loading audio player...

Nachdem dem großen Erfolg der ersten Staffel der Netflix-Serie „Heartstopper“, wurde der 19-jährige Schauspieler Kit Connor von den Fans unter Druck gesetzt. Sie wollten, dass er sich als nicht-heterosexuell outet. Schließlich hatte der Schauspieler genug und „gratulierte“ den Fans dazu, einen damals noch 18 Jahre alten Jugendlichen „zum Coming-out gezwungen“ zu haben (SCHWULISSIMO berichtete). In einem neuen Interview mit der britischen Vogue sprach Connor nun über die Auswirkungen, den der Erfolg von „Heartstopper“ auf ihn hatte.

Was geschah

In der Serie spielt Connor den bisexuellen Rugby-Spieler Nick Nelson, der sich in Protagonist Charlie Spring verliebt. Beim Dreh des Films „A Cuban Girl’s Guide to Tea and Tomorrow“ wurde er beim Händchenhalten mit seinem weiblichen Co-Star Maia Reficco fotografiert. Daraufhin bezichtigten ihn einige „Heartstopper“-Fans vehement des Queerbaitings. Denn Connor verweigerte jede definitive Aussage zu seiner Sexualität.

Einfluss auf fremde Menschen

„Als Schauspieler hast du nicht immer das Glück, an einem Projekt mitzuwirken, von dem du den Eindruck hast, dass es die Menschen tatsächlich bewegen könnte“, so Connor. Daher sei er „glücklich“ darüber, an „Heartstopper“ beteiligt zu sein. Bereits kurz nach Veröffentlichung der ersten Staffel wurde der Schauspieler auf der Straße von LGBTI*-Jugendlichen angesprochen, die ihm sagten, dass sie durch die Sendung den Mut dazu fanden, mit ihren Eltern zu sprechen. Für Connor ist es etwas „wirklich Besonderes“, Auswirkungen auf das Leben fremder Menschen zu haben.

Der Preis des Erfolgs

Doch nicht alles am Ruhm ist schön. Connor, der bereits vor „Heartstopper“ in bekannten Werken mitspielte, war „überwältigt“ von der Bekanntheit, die er durch den unerwartet großen Erfolg der Serie erreichte: „Ich glaube nicht, dass irgendjemand wirklich jemals auf so etwas gefasst ist. Plötzlich wird viel mehr auf dich geachtet. Es ist gruselig und erdrückend.“

„Du fühlst dich etwas beobachtet“, so Connor weiter. Das sei vor allem unangenehm, weil er noch so jung sei und sich noch entwickle, teils noch gar nicht wirklich wisse, wer er sei. Besonders invasiv sei es dabei, wenn Fans in den sozialen Medien nach seinen nicht-berühmten Familienmitgliedern suchen.

Über sein Coming-out

Der Coming-out-Tweet war für Connor ein Ventil für die Gefühle, die sich nach und nach angestaut hatten: „Ich musste diese Energie einfach rauslassen“, erklärte er. Schon vor „Heartstopper“ habe er sich mit seiner Bisexualität abgefunden. „Es war für mich ein sehr natürlicher Prozess“, so Connor. „Ich hatte keinen wirklichen ‚Ach du Scheiße!‘-Moment. Es wurde nur immer offensichtlicher.“ 

Connor war sich bewusst darüber, was viele über Bisexuelle denken: „Vielleicht bist du zu hetero, um schwul zu sein und zu schwul, um hetero zu sein.“ Man frage sich: „Wo gehöre ich hin?“ Jetzt fühle Connor sich jedoch sicherer in seiner Identität. Dennoch war er noch „nicht bereit, [öffentlich] darüber zu sprechen“. Wütend sei er allerdings nicht gewesen, nur enttäuscht von den Forderungen.

Heute würde Connor nicht mehr sagen, dass er zum Coming-out „gezwungen“ wurde. Dennoch hätte er es lieber anders gemacht. Er ist sich noch nicht einmal sicher, ob er sich überhaupt geoutet hätte. Doch er sagt auch: „Letztendlich bereue ich es nicht. Es war in vielerlei Hinsicht wirklich ermutigend.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazJubel, Trubel, Hassverbrechen: Weitgehend friedliche Einheitsfeier in BremenFrankfurter Allgemeine ZeitungAuf dem Heimweg: Angriff auf homosexuelles Paar in BremenDER STANDARDRegenbogenbank in Berliner Tiergarten nach CSD-Anschlag erneut beschädigttazTürkisches Nachrichtenportal gesperrt: Türkei immer abgehängterAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie sollte das Abstammungsrecht für Regenbogenfamilien geregelt werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Grant Knoche zieht blank

„Stripped“ legt alles offen

US-Popstar Grant Knoche legt im neuen Video zu „Stripped“ Schicht für Schicht seine Kleidung ab und thematisiert Sexualität, Körperbild und Identität.
Kylie feiert „Fever“

Popklassiker wird 25

Kylie Minogue feiert 25 Jahre „Fever“ mit einer besonderen Jubiläumsausgabe, Raritäten und einer neuen Vinyl ihres Welthits.
Debatte über Russell T Davies

Neue Liebe mit jungem Mann

Russell T Davies spricht über seinen 36 Jahre jüngeren Freund Oliver Cole und darüber, wie eine neue Liebe neben der Trauer bestehen kann.
Troye Sivans Dating-Tipps

Gesprächsmuffel schrecken ihn ab

Popstar Troye Sivan spricht über Red Flags beim Flirten, Dating-Spielchen und verrät, wie er bei einem Date zu Hause für die richtige Stimmung sorgt.
Lil Nas X meldet sich zurück

Neue Musik nach Behandlung

Lil Nas X veröffentlicht die neue Single „World’s Greatest“ – begleitet von einer bewegenden Sprachnachricht seiner verstorbenen Mutter.
Kritik an Bob the Drag Queen

Grindr-Fotos sorgen für Spott

Bob the Drag Queen muss sich wegen älterer Grindr-Fotos Kritik anhören – und erzählt von einem Date, das im Streit endete.
Heimliche Hochzeit enthüllt

Bush und Harris verheiratet

Sophia Bush und Ashlyn Harris haben bereits 2025 heimlich geheiratet. Nun erzählten sie erstmals von ihrer Hochzeit im kleinen Kreis.
Kaulitz-Brüder fehlen

Halloween ohne Tom und Bill

Tom und Bill Kaulitz verpassen Heidi Klums legendäre Halloween-Party wegen eines Tokio-Hotel-Konzerts – einen Familienstreit dementieren die Brüder.
Luke Evans fühlt sich befreit

Frank-N-Furter veränderte ihn

Luke Evans blickt auf sechs Monate als Frank-N-Furter zurück und wechselt nun vom queeren Broadway direkt in den düsteren Politthriller „The Party“.