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Mehr Einsatz für Sexarbeiter Nach Corona agieren viele Callboys in der Illegalität

Von ms - 30.08.2022 - 11:00 Uhr
FDP in Bayern fordert staatliche Hilfe
Foto: iStock / DPLight
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Die FDP in Bayern fordert jetzt von der Staatsregierung mehr Einsatz für weibliche und männliche Sexarbeiter und besteht darauf, dass der Freistaat eine wissenschaftliche Untersuchung zur Situation der Prostitution in Auftrag gibt. Allein in der Landeshauptstadt München bieten sich aktuell mehrere hundert junge Männer auf verschiedenen Portalen für schwule Sexdienste an. Branchenkenner gehen davon aus, dass gerade in den bevorstehenden Wochen während des Oktoberfestes ab Mitte September abermals eine stark gestiegene Nachfrage an Sexarbeitern zu verzeichnen sein wird.  

Die FDP drängt dabei auch darauf, dass vor allem die jüngsten Entwicklungen in der Branche genauer in den Fokus rücken – wie haben sich beispielsweise die Corona-Auflagen, Kontaktverbote und Lockdowns inklusive des damit verbundenen Arbeitsverbots auf die Lebensrealität vieler Callboys ausgewirkt? Wie viele weibliche wie männliche Sexarbeiter wanderten so schrittweise und teils abermals in die Illegalität ab? Besonders heikel sei diese Entwicklung auch deswegen, weil eine Arbeit in der Illegalität als Sexarbeiter auch immer die große Gefahr in sich birgt, sexuell ausgebeutet zu werden. Freier wissen von der vermeintlichen Not der Callboys. Julika Sandt, die sozialpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, erklärte dazu gegenüber der Süddeutschen Zeitung: „Da Sexarbeit während der Pandemie besonders lange verboten war, haben sich viele Prostituierte zurückgezogen.“ Experten und Branchenkenner gehen laut Sandt davon aus, dass die meisten Sexarbeiter ihre Dienste inzwischen illegal anbieten. Das schafft nicht nur soziale Probleme im Bereich Absicherung und Schutz der Sexworker und trägt die erwähnte Gefahr der Ausbeutung mit sich, sondern birgt auch für beide Parteien ein höheres Gesundheitsrisiko – einmal in der Illegalität angekommen, werden auch Safer Sex-Aspekte kaum mehr mitgedacht oder eingehalten.

Die FDP hofft dabei auf eine Versachlichung der Debatte, die zudem letzten Endes auch zu weniger Stigmatisierung führen kann. Ein wichtiger Punkt wäre dabei der Ausbau der Fachberatungsstellen in allen bayerischen Bezirken, bisher gibt es solche Anlaufpunkte nur in München und Nürnberg. Laut Sandt reiche dies “bei Weitem“ nicht aus. Auch Angebote für eine berufliche Neuorientierung, falls gewünscht, müssten stärker in den Fokus rücken. Es bedürfe hier einer umfassenden Beratung und Begleitung, beispielsweise auch spendenfinanzierten Projekten, bei Bedarf Sprachkursen, Weiterbildung sowie Schuldner- oder Suchtberatung. Auch generelle bürokratische Hürden von der Anmeldung und Beratung bei den Gesundheitsämtern bis hin zum Arbeitsalltag als selbstständiger Sexarbeiter sollten erleichtert werden. Zudem ist die Datenbasis bis heute eine sehr lückenhafte, noch immer kann auch die Zahl der weiblichen sowie männlichen Sexarbeiter nur vorsichtig auf rund 15.000 Menschen im Freistaat geschätzt werden. Aktuell verschlimmerte sich zuletzt die Situation gerade erneut für illegal arbeitende, männliche Sexarbeiter auch noch durch das Gefahrenpotential in Bezug auf die Affenpocken.  

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