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Hinschauen bei Homo-Hass! Plakatkampagne soll Homophobie in Bayern in den Fokus rücken

Von ms - 10.08.2022 - 11:00 Uhr
Bayerischer LGBTI*-Verein will Aufmerksamkeit schaffen
Foto: Strong! LGBTIQ* Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt
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Mit einer besonderen Plakatkampagne will die Fachstelle Strong! des Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrums München (SUB) auf Gewalt gegenüber LGBTI*-Menschen in Bayern aufmerksam machen. Die bayerische Regierung verschließt sich oftmals nicht nur der Bekämpfung von Hassverbrechen gegenüber der LGBTI*-Community, sondern hält auch weiterhin stur daran fest, dass Bayern das einzige Bundesland in Deutschland ohne einen eigenen Aktionsplan gegen Homo- und Transfeindlichkeit bleibt. Bereits im Mai hatte das SUB eine Petition gestartet, die die CSU-geführte Regierung zum Handeln aufrufen soll – rund 3.200 Menschen haben diese bisher unterschrieben.

© Strong! LGBTIQ* Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt

Dass Gewalt und Anfeindung gegenüber queeren und homosexuellen Menschen noch immer Alltag auch in Bayern sind, bestätigte jetzt erneut das SUB. Die Fachstelle Strong! erklärte zur aktuellen Aktion: „LGBTI* erleben in Bayern tagtäglich Gewalt. Die Fachstelle Strong! im SUB will mit dieser Plakatkampagne wachrütteln. Die Motive richten sich an Betroffene, sollen aber auch andere für das Thema sensibilisieren. Wir wollen mit den Plakaten in Behörden, Schulen, Beratungsstellen, sozialen Einrichtungen, aber auch im Netz Betroffene erreichen, wenn sie Hilfe, Beratung und Unterstützung brauchen", so Dr. Michael Plaß von Strong!. Dabei thematisiert die Fachstelle in den Plakaten auch die klassischen Sprüche, die viele homosexuelle Menschen bis heute ertragen müssen: "War doch nur ein Witz. Jetz hab‘ dich nicht so!". Immer wieder würden LGBTI*-Menschen damit konfrontiert, wenn einmal wieder ein homophober Scherz auf ihre Kosten gemacht worden sei, so Plaß weiter. Neben dem genannten Motiv gibt es auch weitere Statements ("Wer ist denn überhaupt deine richtige Mutter?") und direkte Ansprachen auf den Plakaten, wenn es zum Beispiel Probleme beim Coming Out gibt ("Stress daheim seit deinem Coming-out?").

© Strong! LGBTIQ* Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt

Wie in ganz Deutschland ist auch in Bayern die Zahl der Übergriffe auf LGBTI*-Menschen binnen kürzester Zeit drastisch angestiegen – im Jahr 2021 wurden so offiziell 165 Fälle festgehalten, das sind beinahe ein Fünftel (16 %) aller Zwischenfälle in ganz Deutschland. Der Großteil der Übergriffe, geschätzt rund 90 Prozent, werden gar nicht erst zur Anzeige gebracht. Zumeist kam es dabei in Bayern zu körperlichen Angriffen sowie Bedrohungen und Beleidigungen und auch zu sexuellen Übergriffen. Dazu befragte das SUB auch die LGBTI*-Community in Bayern: „Tatsächlich erleben die meisten die Öffentlichkeit als feindlich. 44 Prozent geben ´Straße und Öffentlichen Personennahverkehr´ an, wenn es um Tatorte geht. Zur Gefahr werden auch Unterkünfte für Geflüchtete (28), in denen LGBTI* oft auf ein ebenso homo-feindliches Umfeld treffen wie in ihrem Herkunftsland. Nicht wenige können sich aber auch im eigenen Zuhause nicht in Sicherheit wiegen, zum Beispiel beim Dating oder gar in der eigenen Beziehung (25). Das Elternhaus (12) kann, nach einem Outing, zum Problem werden. Am Arbeitsplatz, an der Uni oder der Schule treffen es immerhin 11 Prozent.“ Strong! appelliert an die Betroffenen, sich bei Diskriminierung- und Gewalterfahrungen Unterstützung zu holen, die Fachstelle steht über das bayernweite Hilfetelefon (Telefon: 089 / 856 346 427) beratend zur Seite.

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