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Dritter Todesfall durch Affenpocken Virus löste offenbar eine Gehirnhautentzündung aus

Von ms - 01.08.2022 - 09:30 Uhr
Erste Details über Todesopfer von MPX
Foto: iStock / Bill Oxford
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Nachdem zunächst ein erster Todesfall durch Affenpocken (MPX) aus Brasilien berichtet wurde, bestätigte jetzt Spanien am vergangenen Wochenende zwei weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Inzwischen wurden erste Einzelheiten über die Verstorbenen bekanntgegeben. Demnach handelt es sich nach Angaben der Regionalzeitung Levante um einen 40-jährigen Mann aus der Region Valcenia sowie einen 31-jährigen Mann aus Andalusien, wie auch das regionale Gesundheitsministerium Madrid inzwischen bestätigte. Nach bisherigem Erkenntnisstand löste das Virus in beiden Fällen eine Meningoenzephalitis aus. Bei einer Meningitis kommt es zu einer Entzündung der Hirn- beziehungsweise Rückenmarkshäute – greift die Entzündung zusätzlich auf das Gehirn über, spricht man von einer Meningoenzephalitis.

Beim ersten gemeldeten Todesfall in Zusammenhang mit MPX außerhalb Afrikas handelt es sich um einen 41-jährigen Mann aus Brasilien. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums litt dieser bereits zuvor an Lymphomen und einem geschwächten Immunsystem. Der Mann wurde in der südöstlichen Stadt Belo Horizonte ins Krankenhaus eingeliefert und starb an einem septischen Schock, nachdem er auf die Intensivstation gebracht worden war. Nach Angaben der Ärzte verschlimmerten die Komorbiditäten seinen Zustand. Weltweit wurden seit dem Ausbruch im Mai insgesamt acht Todesfälle wegen Affenpocken festgestellt, die ersten fünf davon aus Afrika. Laut dem Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, wurden rund 70 Prozent der seitdem offiziell gemeldeten rund 18.000 Ansteckungen mit Affenpocken in Europa festgestellt, rund 25 Prozent auf dem amerikanischen Kontinent. Nach wie vor gehören Spanien (aktuell rund 4.300 Infizierte), Großbritannien (rund 2.500 Fälle) und Deutschland mit derzeit mehr als 2.600 Fällen zu den Hotspots in Europa. WHO-Chef Ghebreyesus rief in diesem Zusammenhang vor allem schwule und bisexuelle Männer dazu auf, zeitweise vorerst auf Sex zu verzichten oder die sexuellen Kontakte zu wechselnden Partnern stark einzuschränken. Die jüngsten Studien vom Juli 2022 hatten aufgezeigt, dass bisher praktisch ausnahmslos (98 Prozent) schwule und bisexuelle Männer von der Virusinfektion betroffen sind und dass eine Übertragung in den allermeisten Fällen (95 Prozent) durch sexuelle Kontakte stattfindet.

Grundsätzlich kann das Virus jeden Menschen befallen und auch durch engen Körperkontakt ohne Sex oder durch kontaminierte Gegenstände wie gemeinsam genutzte Handtücher, Geschirr oder Sexspielzeug übertragen werden. Der aktuell verfügbare Impfstoff Imvanex reicht dabei aktuell bei weitem nicht aus, um alle potenziellen Risikopersonen mit einer Impfung zu versorgen – weitere Impfdosen werden in Deutschland bis Ende September erwartet. Die Deutsche Aidshilfe hatte Ende letzter Woche in diesem Zusammenhang gefordert, die Zahl der bestellten Impfdosen von derzeit noch nicht gelieferten, rund 200.000 Stück auf mindestens eine Million Einheiten schnellstmöglich zu erhöhen. In der gleichen Woche hatte die WHO den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, dem sich einige Städte wie beispielsweise New York oder San Francisco inzwischen anschlossen – hier gilt ab heute der Notstand, der den Behörden erlaubt, mit gezielten Maßnahmen schneller auf den Ausbruch reagieren und zusätzliche Schritte in puncto Sicherheit und Impfschutz unternehmen zu können. Auch die Nachverfolgung der Fälle soll so mit einem größeren Stab an Mitarbeitern besser koordiniert werden.

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