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Hatte der Oslo-Attentäter Helfer? Droht die Absage aller Pride-Veranstaltungen in Norwegen?

Von ms - 01.07.2022 - 11:30 Uhr
Droht die Absage aller Pride-Veranstaltungen in Norwegen?
Foto: IMAGO / NTB
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Nach Angaben des Senders TV2 fahndet der norwegische Inlandsgeheimdienst PST derzeit nach möglichen Helfern und Mittätern des Attentäters, der am vergangenen Wochenende in der Nacht zum Pride in Oslo zwei homosexuelle Männer in einer Schwulen-Bar erschoss und über 20 weitere Personen teils schwer verletzte. Neben dem Geheimdienst soll sich auch der Staatsschutz an den Fahndungsmaßnahmen beteiligen.

PST-Chef Roger Berg erklärte gegenüber dem TV-Sender: „Wir haben, zusammen mit der Polizei, Menschen im Fokus, von denen wir glauben, dass sie an dem Terroranschlag beteiligt waren.“ Der mutmaßliche Attentäter Zaniar Matapou (42) wurde vor Ort von herbeieilenden Sicherheitskräften anderer Lokale sowie einigen Passanten überwältigt, während er seine Waffe nachlud – anderenfalls wären wahrscheinlich deutlich mehr Opfer zu beklagen gewesen. Matapou hatte nach Angaben der Polizei Kontakt zu extremistischen Islamisten, die die Ermordung von Homosexuellen fordern – er selbst reiste mit seinen Eltern als Jugendlicher aus dem Iran nach Norwegen und hat inzwischen die norwegische Staatsbürgerschaft. Der norwegische Geheimdienst definiert das Attentat klar als islamistischen Terrorakt. Matapou selbst schweigt bis heute zu den Hintergründen oder dem Motiv seiner Tat. In der Vergangenheit fiel der Mann bereits mehrfach durch Straftaten auf und ist den Behörden seit 2015 auch als Islamist bekannt.

Nach Auswertungen von Überwachungsvideos vor Ort und aus der Straßenbahn in der Nähe des Tatorts sind die ermittelnden Beamten sicher, dass Matapou die Anschläge allein verübt hat. Allerdings sei es nach Angaben von PST durchaus wahrscheinlich, dass der Attentäter auch Helfer bei den Vorbereitungen und der Planung des Anschlags gehabt habe. Am Nachmittag der Tat belegen beispielsweise Videoaufnahmen, dass Matapou ein Restaurant besucht hatte und dabei möglicherweise nicht alleine gewesen war. Die Polizei bittet in diesem Zusammenhang weitere mögliche Zeugen, sich zeitnah zu melden. Auch könnten Videos und Fotos hilfreich sein, die Passanten vor Ort in der Nacht von Freitag auf Samstag gemacht haben.

Mit Blick auf die weiteren Pride-Veranstaltungen des Landes raten die norwegische Polizei und der Staatsschutz dazu, diese zu verschieben oder ganz abzusagen. Die Gefahr für die LGBTI*-Community werde nach wie vor sehr hoch eingeschätzt. Auch Emilie Enger Mehl, die norwegische Ministerin für Justiz und Öffentliche Sicherheit, bestätigte, dass die Lage weiterhin sehr ernst und die Gefahr noch nicht vorbei sei. Sie forderte die Menschen dazu auf, zwar wie gewohnt weiterzuleben, aber bitte auch wachsam zu sein und sich im Zweifelsfall zeitnah an die Polizei zu wenden, wenn etwas Verdächtiges beobachtet würde. Bis jetzt gibt es noch keine offiziellen Statements, wie die Pride-Veranstalter in Norwegen weiter verfahren werden. Auch in anderen Ländern wurden die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verstärkt, beispielsweise auch beim 50-jährigen Jubiläum des Pride an diesem Wochenende in London.

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