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Der Lichtmaler // © FXQuadro
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Erotik Der Lichtmaler

rb - 08.12.2018 - 07:00 Uhr
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Mal wieder Zeit, etwas Kultur zu tanken. In der Stadt ist gerade die Ausstellung eines bekannten Fotografen eröffnet worden. Er ist international vor allem für seine geschmackvollen Bilder von nackten Körpern berühmt geworden. Ich fotografiere selbst ein bisschen, viel mehr als knipsen ist es allerdings nicht. Aber bekanntlich findet ja ein blindes Huhn auch mal ein Korn. Ich bin also mit der Straßenbahn in das große, moderne Museum gefahren. Schon auf den Plakaten vor der Türe sehe ich die meisterlichen Lichtbilder. Alles in Schwarzweiß. Erotische Schatten verhüllen das Geheime. Ich bin sehr gespannt, ich habe ja schon einige Bildbände vom Meister zuhause im Regal stehen.

Auf schneeweißen Wänden hängen sie, die großformatigen Fotografien schöner Körper, sowohl weiblich, als auch männlich. Ich schlendere durch die Räume, bleibe vor dem einen oder anderen Bild stehen und lasse die erotischen Darstellungen auf mich wirken. Das Verblüffende ist: Die Fotos sind in keiner Weise sexuell erregend, dafür aber ästhetisch sehr ansprechend. Vor dem Bild eines jungen Mannes, der wie zufällig ein Seidentuch über seinem Schoß liegen hat, bin ich plötzlich wie angewurzelt. Kenne ich den jungen Mann, oder doch nicht? Ich meine, dass ich ihn schon mal im echten Leben gesehen habe. Als Titel steht nur: „Akt VII“. Es wäre nicht ganz ausgeschlossen, da der Meisterfotograf ein Domizil auch in unserer Stadt besitzt. Er pendelt wohl zwischen seinen Ateliers in Übersee und Europa. Ich habe mich auf der Stelle in das Bild verliebt. Vorsichtig frage ich bei der Aufsicht, ob man auch Bilder kaufen kann. Als Antwort erhalte ich, dass ich mich an die Galerie wenden müsste. Ich habe noch nie ein Original-Kunstwerk erstanden, das wäre mir viel zu teuer. Hier könnte aber mal fragen, das Bild ist natürlich auch sehr groß, so zweimal zwei Meter. Wo soll ich es in meiner Zweizimmerwohnung denn hinhängen? Im Flur wäre dafür vielleicht Platz. Am Montag rufe ich bei der Galerie an, sie nennen mir einen heftigen Preis, knapp fünfstellig. Es würde allerdings im Wert beträchtlich steigen, es wäre also eine echte Investition. Ich habe auch gehört, dass wohlhabende Leute in Kunst investieren. Aber das ist ja eigentlich nicht meine Liga. Irgendwie bin ich aber wie verzaubert. Soll ich es wagen? Ich müsste auch noch ein paar Wochen warten, bis die Ausstellung vorbei ist, um es in Besitz zu nehmen. Hin und her nachgedacht. Am nächsten Wochenende gehe ich wieder in das Museum. Da steht dann plötzlich „verkauft“ an dem Bild. Ich war es nicht. Hat sich also doch noch ein Liebhaber der Kunst gefunden. Schade. Ich gehe in den Museumsshop, dort gibt es Plakate der Fotografien. Warum muss es denn auch das Original sein? In meinem Flur hängt jetzt die Kopie des Bildes mit dem jungen Mann.

Drei Monate später bin ich in meinem Fitnessclub. Und wer trainiert da gerade an der Rückenmaschine? Es ist der junge Mann vom Bild im Museum. Ich spreche ihn an, und er erzählt mir, dass er den Meisterfotografen in einem Café kennen gelernt hat. Der junge Mann war schon immer vom Werk dieses Lichtmalers tief beeindruckt und fühlte sich geehrt, als er gefragt wurde, ob er Modell sein wollte. Er hatte wohl auch danach eine Affäre mit dem Meister. Tja, also hatte ich mich doch nicht geirrt. Wie dem auch sei, nicht jeder ist eben ein Meisterfotograf...

Aktfotografie

Im Gegensatz zu sexuell expliziten Fotografien steht bei der Aktfotografie der künstlerische Aspekt im Vordergrund. Bei diesem Kunstgenre spielt der geschickte Umgang mit Licht und Schatten eine entscheidende Rolle. Der sensible Umgang mit dem Modell ist von großer Bedeutung. Früher
dienten Aktfotografien auch als Vorlagen für Maler. Heute ist diese Kunstform nicht mehr nur an ästhetisch schönen Körpern interessiert, auch weniger attraktive Modelle sind aus künstlerischer Sicht in den Fokus gerückt.

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