Direkt zum Inhalt

Anti-LGBTI*-Gesetze inspirieren LGBTI*-Community braucht Verfechter im Amt

Von ms - 05.05.2022 - 11:40 Uhr
Über 600 US-Queers bewerben sich um öffentliche Ämter // © Atstock Productions
Foto: Über 600 US-Queers bewerben sich um öffentliche Ämter // © Atstock Productions
ANZEIGE
Loading audio player...

Es dürfte nicht im Sinne der Hardliner und konservativen Kräfte in Amerika sein, doch jede Bewegung erzeugt zumeist auch eine Gegenbewegung. Je massiver die LGBTI*-Community angegriffen wird, desto mehr formiert sie sich anscheinend auch und ist bereit, zurückzuschlagen.

Nebst den über 250 Gesetzentwürfen, die allein bis jetzt in diesem Jahr in vielen Bundesstaaten eingebracht wurden und sich dabei direkt gegen LGBTI*-Menschen richten, sorgen auch jüngste Entwicklungen wie die mögliche Streichung von gleichgeschlechtlichen Ehen oder das erneute Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex, höchstrichterlich vielleicht bald festgesetzt vom mehrheitlich konservativ besetzten Obersten Gerichtshof der USA, für Entsetzen in der LGBTI*-Community.

Die Gegenbewegung nimmt dabei immer mehr an Fahrt auf. Auf der einen Seite wollen wahrscheinlich mehr als ein Dutzend Bundesstaaten dem Beispiel Kaliforniens folgen und einzelne Bundesstaaten zu rechtssicheren Schutzräumen für queere Jugendliche machen, zum anderen zeigen die aktuellen Entwicklungen jetzt, dass sich immer mehr junge LGBTI*-Menschen aktiv in die Politik einbringen wollen.

Die queerfeindlichen Gesetze inspirieren viele LGBTI*-Personen sozusagen, sich um öffentliche Ämter zu bewerben. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass dies nicht nur in den queeren Hochburgen wie New York, Los Angeles oder San Francisco passiert, sondern auch immer mehr in kleineren Städten und ländlichen Gegenden der USA.

Eine davon ist die Nnedi Stephens, eine junge demokratische Kandidatin, die in Nevada für den dreizehnten Bezirk als nächste Senatorin kandidiert. Im Juni stehen die Vorwahlen im Bundesstaat an und bis dahin ist Stephens tagtäglich zu Fuß unterwegs, um potenzielle Wähler ganz direkt anzusprechen, wie sie NPR News erzählt hat. Stephens ist nicht-binär und erklärt ihre Motivation so:

„Ich kandidiere, um mehr Repräsentation in den Senat zu bringen, besonders für die jungen Leute, deren Klassenzimmer an der Frontlinie des Kulturkriegs stehen.“

Die Beweggründe gleichen sich dabei, stets sind queerfeindliche Gesetze die Kernursache für das aufkeimende politische Engagement.

Bisher stehen mehr als 600 LGBTI*-Kandidaten dieses Jahr auf den Wahlzetteln, so aktuelle Zahlen des LGBTQ Victory Fund, ein überparteiliches politisches Aktionskomitee. Präsidentin Annise Parker ist davon überzeugt, dass diese Zahl noch weiter ansteigen wird.

Die Direktorin der LGBTI*-Schutzorganisation Glaad, Sarah Kate Ellis, freut sich über die Entwicklung: „Das ist es, was wir gerne sehen wollen! Das ist es, was wir sehen MÜSSEN! Die LGBTI*-Community braucht Verfechter im Amt, die sich um unsere Sicherheit kümmern, die Gemeinschaft fördern und unsere Kinder davor schützen, als politische Schachfiguren benutzt zu werden!“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

ntv"Man hat sich geschminkt": Thomas Anders vergleicht sich mit Bill KaulitzSüddeutsche ZeitungHip-Hop aus München: Wie Rapperin Ebow das Lebensgefühl von Gastarbeiterkindern vertontFalterTipp Pop: Ebow – Cool, queer und gesellschaftskritischtazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sexszenen bei Heated Rivalry

Dreharbeiten und Proben laufen

Die Vorbereitungen für „Heated Rivalry“ Staffel 2 laufen. Regisseur Jacob Tierney spricht über Sexszenen, Nacktheit und den Schutz seiner Stars.
Heiße Sportstars

Besondere Nominierungen

Bei Grindrs Jahreswahl „Unwrapped 2026“ konkurrieren Fußballstars, Tennisprofi Carlos Alcaraz und Olympiasiegerin Alysa Liu um besondere Titel.
„Black Doves“ kehrt zurück

Netflix setzt Spionagethriller fort

Ab 5. November läuft die zweite Staffel von „Black Doves“ auf Netflix. Ben Whishaw kehrt als schwuler Auftragskiller mit bewegter Vergangenheit zurück
Ehemann ist schwul: Frau klagt

50.000 Euro Schadensersatz?

Eine Italienerin fordert 50.000 Euro von ihrem schwulen Ex-Mann, weil ihr Kinderwunsch unerfüllt blieb. Das Gericht entscheidet nicht über die Klage.
Queere Jugend macht Politik

Mit 16 schon mitbestimmen

Die US-Initiative „Queer the Ballot“ zeigt LGBTIQ+-Jugendlichen, wie sie politische Entscheidungen beeinflussen können – auch ohne Wahlrecht.
Ein Vorbild nimmt Abschied

Basketballstar beendet Karriere

Der offen schwule Basketballprofi Isaac Humphries beendet mit 28 Jahren seine Karriere. Sein Coming-Out bezeichnet er als seinen stolzesten Moment.
Spendenboom bei Gallant

350.000 Dollar nach Enthüllung

Nach der Veröffentlichung alter BDSM-Fotos erhält der schwule US-Demokrat Chris Gallant mehr als 350.000 Dollar Spenden und übertrifft seinen Rivalen.
Russland fahndet nach Reporter

Schwuler Journalist auf der Flucht

Russland geht zunehmend gegen homosexuelle Journalisten vor. Der geflüchtete Vadim Vaganov berichtet über staatliche Verfolgung und Einschüchterung.
Hoffnung für Jugendliche

Unterstützung senkt Suizidrisiken

Eine US-Langzeitstudie zeigt: Trotz zunehmender Diskriminierung gehen Selbstverletzungen und Suizidversuche bei LGBTIQ+-Jugendlichen zurück.