Direkt zum Inhalt

Grund für den Krieg Führer der russisch-orthodoxen Kirche beschuldigt Prides

Von co - 09.03.2022 - 12:00 Uhr
Führer der russisch-orthodoxen Kirche beschuldigt Prides
Foto: © AlexeyBorodin
ANZEIGE
Loading audio player...

Patriarch Kyrill I. (75) steht seit 2009 der russisch-orthodoxen Kirche vor. Seine hohe Stellung nutzte er aber schon viel früher aus, um gegen LGBTI* zu hetzen. Während seiner letzten Sonntagsmesse instrumentalisierte er nun auch die Invasion der Ukraine für seine Hassbotschaften.

Kulturkampf als Kriegsgrund

Dass Kyrill Putins Narrativ unterstützt, ist nicht überraschend: Laut ihm organisiere der Westen im Grunde genommen Genozid-Kampagnen gegen Länder, die sich weigern, Regenbogenparaden ausrichten. Laut der Moscow Times erklärte der Geistliche, dass es bei der Invasion um westliche Werte gehe – darum, „auf welcher Seite von Gott die Menschheit stehen wird“: die der westlichen LGBTI*-freundlichen Regierungen oder die ihrer Gegner. 

LGBTI*-Veranstaltungen als Eintrittskarte

Regenbogenparaden sind laut Kyrill eine „Loyalitätsprüfung“ gegenüber dem Westen, der heute die Weltmacht für sich beanspruche: „Pride-Paraden sollen zeigen, dass Sünde eine Variante des menschlichen Verhaltens ist.“ Um in „den Klub dieser Länder“ aufgenommen zu werden, müsse man daher solche Paraden veranstalten – das lehnten die Separatisten im Donbass jedoch „grundsätzlich ab“. „Wenn die Menschheit akzeptiert, dass Sünde keine Verletzung des göttlichen Gesetzes ist, wenn die Menschheit akzeptiert, dass Sünde eine Variation des menschlichen Verhaltens ist, dann wird die menschliche Zivilisation dort enden“, so Kyrill weiter. Der Angriff sei also „viel wichtiger als Politik“.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungHip-Hop aus München: Wie Rapperin Ebow das Lebensgefühl von Gastarbeiterkindern vertontFalterTipp Pop: Ebow – Cool, queer und gesellschaftskritischtazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community einAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Queere Jugend macht Politik

Mit 16 schon mitbestimmen

Die US-Initiative „Queer the Ballot“ zeigt LGBTIQ+-Jugendlichen, wie sie politische Entscheidungen beeinflussen können – auch ohne Wahlrecht.
Ein Vorbild nimmt Abschied

Basketballstar beendet Karriere

Der offen schwule Basketballprofi Isaac Humphries beendet mit 28 Jahren seine Karriere. Sein Coming-Out bezeichnet er als seinen stolzesten Moment.
Spendenboom bei Gallant

350.000 Dollar nach Enthüllung

Nach der Veröffentlichung alter BDSM-Fotos erhält der schwule US-Demokrat Chris Gallant mehr als 350.000 Dollar Spenden und übertrifft seinen Rivalen.
Russland fahndet nach Reporter

Schwuler Journalist auf der Flucht

Russland geht zunehmend gegen homosexuelle Journalisten vor. Der geflüchtete Vadim Vaganov berichtet über staatliche Verfolgung und Einschüchterung.
Hoffnung für Jugendliche

Unterstützung senkt Suizidrisiken

Eine US-Langzeitstudie zeigt: Trotz zunehmender Diskriminierung gehen Selbstverletzungen und Suizidversuche bei LGBTIQ+-Jugendlichen zurück.
Brasilien vor Richtungswahl

LGBTIQ+-Rechte im Fokus

Brasilien steht vor einer knappen Präsidentenwahl. Für LGBTIQ+-Menschen könnte der Ausgang die künftige Gleichstellungspolitik entscheidend prägen.
Angriff auf Weltstrafgericht

Amnesty fordert Schutz durch EU

US-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof alarmieren Amnesty International. Der Verein fordert Schutz für die internationale Justiz.
Razzia in Berlin

Reaktionen nach Polizeiaktion

Nach einer Durchsuchung im queeren Zentrum Casa Kuà in Berlin streiten Polizei und Queerverbände über Arzneimittelrecht und Versorgungslücken.
Historischer Erfolg bei UN

Schwule und Lesben im Fokus

Frankreich gewinnt 52 weitere Staaten für eine UN-Erklärung zur Entkriminalisierung von Homosexualität – trotz erheblicher Widerstände.