Was tun? Neuer Job – und was nun?
Es gibt die verschiedensten Gründe dafür, einen neuen Job zu suchen und dann letztendlich auch zu ergattern. Sei es ein Umzug, Umstrukturierungen beim bisherigen Arbeitgeber oder einfach das Ende einer Arbeitslosigkeit. Der neue Arbeitsvertrag ist unterschrieben, nun steht der erste Arbeitstag beim neuen Arbeitgeber an. Ein neuer Chef, neuer Vorgesetze, neue Kollegen, neue Abläufe, es prasselt in den ersten Tagen viel auf einen ein. Dummerweise können gerade in den ersten Tagen viele Stolperfallen und Fettnäpfchen lauern, die man natürlich möglichst vermeiden möchte.
Schon der erste Tag im neuen Job ist nicht einfach: Das Firmengebäude ist fremd; die neuen Kollegen und neuen Aufgaben sowieso. Als Neuer im Unternehmen hat man zunächst einen schwierigen Stand. Vor allem die neuen Kollegen beäugen den „Neuen“ ganz genau, denn schließlich verändert er das bisherige Teamgefüge. Zudem wird ein neuer Kollege erst einmal als Belastung gesehen, denn schließlich muss er erst einmal die Abläufe und Systeme kennenlernen. Aber keine Angst, die meisten Kollegen sind in dieser Beziehung durchaus hilfsbereit und stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Und natürlich gestehen sie ihrem neuen Kollegen auch den einen oder anderen Fehler zu.
Für die ersten paar Monate gibt es sicherlich einige Regeln, die fast überall Gültigkeit haben. Pünktlichkeit gehört auf alle Fälle dazu. Auch die angemessene Kleidung ist immer ein Thema. Hier sollte man zu Beginn eher ein bisschen zu schick als zu lässig zur Arbeit erscheinen. Aber hier bekommt man sehr schnell ein Gespür dafür, was der neue Arbeitgeber so erwartet. Ist es eher lockerer oder doch eher konservativ? Durch beobachten oder fragen der Kollegen ist man hier auf der sicheren Seite. Das gleiche gilt übrigens auch für das Thema „Du“ vs. „Sie“. Wer wird wie angesprochen? Zunächst macht man mit dem förmlichen „Sie“ garantiert nichts falsch. Meistens kommen die Kollegen von selbst auf einen zu und bieten von sich aus das „Du“ an. Und die Vorgesetzten oder der Chef? Hier gibt es durchaus Unterschiede. Gerade bei großen, international agierenden Unternehmen, vor allem aus den USA oder Großbritannien, ist das „Du“ bis in die höheren Ebenen oftmals fast selbstverständlich. Andere, meist eher konservativ geprägte Unternehmen setzten sehr auf Etikette.
Das A und O ist eigentlich: Beobachten, beobachten, beobachten. Auf diese Weise kann man sehr viel über das Unternehmen, die Strukturen, aber auch mit ungeschriebenen Gesetzen vertraut machen. Achte beispielsweise darauf, wie die Kollegen untereinander agieren. Und lerne möglichst schnell die Namen der (unmittelbaren) Kollegen. Oft haben solche Kleinigkeiten schon einen positiven Effekt. So nach dem Motto: „Oh, der neue Kollege kennt schon unsere Namen“. Gerade solche Kleinigkeiten machen oft mehr Eindruck, als das schnelle Abarbeiten von gestellten Aufgaben.
Und sei dir nicht zu schade, Fragen zu stellen. Es ist deutlich besser, möglichst viele Unklarheiten gleich zu Beginn zu beseitigen, als aus falscher Zurückhaltung nach mehreren Monaten immer noch nicht zu wissen, wie die Abläufe im Unternehmen sind. Aber Vorsicht: Vermeintlich gutgemeinte Verbesserungsvorschläge haben in den ersten Wochen nichts zu suchen. Auch wenn du die neue Arbeitsstelle vielleicht automatisch ständig mit deiner alten vergleichst, hier ist Vorsicht geboten. Lieber einmal mehr nachfragen, warum manche Dinge genauso ablaufen und nicht anders. Meistens hat das nämlich durchaus nachvollziehbare Gründe. Verbesserungsvorschläge kann man zu einem späteren Zeitpunkt sicher dennoch anbringen.
Wenn die ersten Kontakte geknüpft sind und die Chemie untereinander ebenfalls stimmt, dann lässt sich dieses Miteinander sicher noch ausbauen. Hier gibt es durchaus Möglichkeiten. Gibt es z.B. Betriebssportgruppen? Gibt es andere Aktionen, bei denen man sich mit einbringen kann? Auch Betriebsfeste oder Teamabende bieten dafür gute Gelegenheiten. Aber auch hier lauert der Teufel im Detail: Es macht oft keinen guten Eindruck, wenn schnell versucht wird, mit Kolleginnen und Kollegen anzubandeln. Halte dich hier zu Beginn eher bedeckt. Und wenn du unbedingt auf der Weihnachtsfeier knutschen musst – dann natürlich nur so, dass es niemand mitbekommt!
Apropos anbandeln: Gerade schwule oder lesbische Neu-Kollegen fragen sich oft, wie offen sie mit ihrer Identität umgehen soll? Es ist ganz natürlich, dass gerade in den ersten Tagen schon die ersten Fragen nach Frau oder Freundin bzw. Freund auftauchen. Die Kollegen möchten ja schon wissen, auf was sie sich einstellen müssen. Gibt es vielleicht schulpflichte Kinder – nicht unwichtig für zukünftige Urlaubsplanungen. Hier muss jeder für sich entscheiden, wie viel man bereit ist, von sich preiszugeben. Ein ewiges Versteckspiel auf Dauer ist aber deutlich belastender, als mit „offenen Karten“ zu spielen. Vielleicht gibt es im Unternehmen ja sogar Interessengruppen, wie LGBT*-Mitarbeiternetzwerke, die einen bei seiner Entscheidung mit Rat zur Seite stehen können. Vor allem in großen internationalen Unternehmen finden LGBTI* Mitarbeiter in der Regel ein tolerantes Betriebsklima vor. In eher kleinen bis mittelständigen Unternehmen sieht das aber auch heutzutage oft noch anders aus. Vor allem in männlich dominierten Brachen wie dem Handwerk oder in eher technischen Betrieben haben sich Betroffene häufig noch mit Vorurteilen herumzuschlagen.