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Echte Solidarität oder nur Marketing? // © jacoblund
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Echte Solidarität oder nur Marketing? Im Pride Month zeigen sich viele Unternehmen von ihrer bunten Seite

tr - 26.06.2021 - 10:00 Uhr
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Es ist Pride Month – für viele Unternehmen eine Möglichkeit, sich solidarisch zu zeigen. Man sieht es auf Webseiten und an einigen festen Standorten. Firmenlogos und Räumlichkeiten werden in Regenbogenfarben dekoriert, um ein Zeichen für LGBTI* zu setzen. Auch in sozialen Netzwerken werden die Beiträge bunt. Doch steckt dahinter wirkliches Engagement oder eine reine Marketingkampagne? Mit dieser Frage wollen wir uns beschäftigen.

Sicherlich kann nicht jede Firma über einen Kamm geschert werden. Unterschiede gibt es hier genauso, wie bei jedem Menschen. Doch sollten Geschäftsführer ihre eigene Arbeit kritisch hinterfragen. Wer ordnet sich wo ein?

Was ist Pinkwashing?

Der Pride Month bedeutet einen Geldsegen für manch ein Unternehmen. So sprießen bunte Modekollektionen und passende Beauty Produkte wie Blumen aus dem Boden. Die Verkaufszahlen steigen und der Kunde hat ein gutes Gefühl, mit seinem Kauf die toleranten Firmen zu unterstützen. Doch zu bedenken ist, dass die LGBTI*-Gemeinschaft kein Stempel ist, dem man sich selbst verpasst, um besser dazustehen. Es handelt sich um Menschen, die ein ganz normales Leben führen und teilweise für ihre sexuelle Orientierung beleidigt und misshandelt werden. Haben Firmen wirklich ein Recht darauf, daraus Profit zu schlagen? Selbst, wenn Sie sich außerhalb des Pride Months gar nicht mit LGBTI* beschäftigen? Es gibt übrigens einen Namen dafür, wenn Unternehmen sich nur scheinheilig mit den Regenbogenfarben schmücken und sonst nicht für LGBTI* einstehen. Man nennt es Pinkwashing oder queer / rainbow washing.

So können Unternehmen helfen

Der Pride Month und die nach außen getragene Solidarität geben trans- und homosexuellen Menschen das Gefühl, nicht allein zu sein. Doch andere Mitglieder der LGBTI*-Community sind der Meinung, dass der Juni mittlerweile zweckentfremdet wird und man sich nicht nur in einem Monat pro Jahr gegen Diskriminierung einsetzen sollte. Doch was grenzt Pinkwashing von hilfreichem Einsatz ab. Was können Unternehmen machen? Unabhängig von der Jahreszeit beginnt es beispielsweise damit, das Thema immer wieder anzusprechen und sich dabei nicht auf den Pride Month zu beschränken. Weiter geht es beim Sammeln von Spenden, die Ihren Einsatz zugunsten der queeren Gemeinschaft finden. Es ist nicht nötig, der Firma ein Aushängeschild zu verpassen, welches sagt „Schaut her, wir sind tolerant und LGBTI*-freundlich!“. Wichtiger als Worte und Dekoration sind Taten. LGBTI* sollte kein Tabuthema sein. Unternehmen, die sich ihren queeren Mitarbeitern und Kunden gegenüber offen zeigen, gehen bereits den richtigen Weg. Dabei sollte Menschlichkeit und nicht Profitgier im Fokus stehen. Man darf diese Leute nicht als Randgruppe behandelt. Wenn wir mit homosexuellen und transsexuellen Personen umgehen, wie mit allen anderen auch, dann ist ein großer Schritt getan. Die Individualität jedes Einzelnen muss im Vordergrund stehen. Wer anders liebt sollte nicht ausgegrenzt oder misshandelt werden. Schließlich ist das genauso, als wenn der eigene Kleidungsstil nicht zur gesellschaftlichen Norm passt. Gleiches gilt beispielsweise auch für die Herkunft oder die Religion der Mitmenschen.

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