Fragerunde – Vielfalt der Sexualität Fragen an hetero- und homosexuellen Mann geben persönliche Einblicke
Der IDAHOBIT ist ein schöner Anlass, um sich mit dem Thema Toleranz zu beschäftigen. Hetero- und homosexuelle Menschen sind sich gar nicht so verschieden. Ob wir das gleiche oder das fremde Geschlecht vorziehen, macht aus uns weder bessere noch schlechtere Menschen. Daher haben wir einem schwulen und einem heterosexuellen Mann sehr ähnliche Fragen gestellt. Jeder ist anders, das macht unsere Gesellschaft so vielseitig, bunt und gut. Das sollte man nicht aus den Augen verlieren.
An der kurzen Befragung haben Tim und Michael teilgenommen. Beide sind Ende 20. Tim lebt mit seiner Frau und den Töchtern bei München. Michael teilt sich eine kleine Wohnung mit seinem Lebenspartner bei Frankfurt. Die Namen haben wir geändert, damit die Befragten anonym bleiben können.
Sexualität in der persönlichen Umgebung
Zunächst haben wir Tim gefragt, ob er homosexuelle Menschen in seinem Bekanntenkreis hat. Seine Antwort war, ja. Unter seinen Freunden seien ein schwules Pärchen und eine lesbische Frau. Im weiteren Umfeld kenne er noch einen homosexuellen Mann.
Michael fragten wir, ob sein Freundeskreis eher aus schwulen Männern besteht. Tatsächlich hat er mehrere homosexuelle Paare und Freunde, mit denen er sich regelmäßig trifft. Der überwiegende Bekanntenkreis ist allerdings heterosexuell, darunter seine besten Kumpel.
Nun wollten wir von Tim wissen, wie seine Umgebung wohl auf ein Coming-out von ihm reagieren würde. Ihm fiel es schwer, die Antwort darauf zu finden, da er sich darüber bisher nie Gedanken gemacht habe. Letztendlich ging er davon aus, dass es soweit alle akzeptieren würden.
Michael fragten wir parallel dazu, wie seine Familie reagiert hatte, als er sich outete. Doch für sein Umfeld war es keine große Überraschung. Er war schon immer schwul und hatte nie eine Freundin gehabt. Er lebt offen homosexuell und jeder weiß davon. Michael muss sich nicht verstecken.
Sexuelle Erfahrungen der anderen Art
Ganz harmlos wollten wir von beiden Gesprächspartnern wissen, ob sie von dem jeweils anderen Geschlecht angebaggert wurden und wie sie das empfunden haben. Tim erhielt bereits Avancen von einem anderen Mann. Da er sich zu diesem Geschlecht gar nicht hingezogen fühlt, empfand er das als unangenehm und war froh, als er aus der Situation herauskam.
Michael erlebte Ähnliches und wurde bereits von Frauen angeflirtet. Er nahm das sehr positiv auf und sah es als Kompliment.
Die letzte Frage galt der sexuellen Erfahrung. Tim hat noch nie Sex mit einem Mann gehabt und möchte das auch nicht. Er könnte sich zwar einen Dreier mit einem weiteren Kerl vorstellen, aber nur, wenn die männlichen Partner lediglich mit der Frau interagieren, nicht untereinander.
Michael hat bisher keine Erfahrungen mit Frauen gemacht und sehnt sich nicht danach. Er ist jedoch daran interessiert, was Männer an weiblichen Brüsten fasziniert. Daher kam es dazu, dass er in der Vergangenheit die Oberweite einer Frau befühlen durfte. Ausgelöst hat es bei ihm nichts. Keine Erregung, aber auch keinen Ekel. Er war lediglich neugierig.