Direkt zum Inhalt

Das aktuelle Must-Not Have Ein Bio-Cardigan der besonderen Art

Von nb - 24.03.2016 - 07:00 Uhr
Bio-Cardigan // © Archiv
Foto: Bio-Cardigan // © Archiv
ANZEIGE
Loading audio player...

Es gibt Monate, in denen fällt es mir als Redakteur schwer, Themen für Schwulissimo zusammenzustellen, die in die Kategorie „Lifestyle“ passen. Mode ist ja nicht so das Lieblingsthema meines Chefredakteurs und so rutschen gerne mal Texte von mir vor der Veröffentlichung in die Rundablage, wenn sie nach Fashion for Men aussehen.

Einer dieser Monate, der mir nun gerade deshalb besondere Probleme bereitet, ist der April. Ich recherchiere schon einige Stunden und nebenbei läuft der Fernseher. VOX mit Shopping Queen. Wieder so ein Modesujet aber unterhaltsam und so schaue ich zu, weil mir ohnehin nichts einfällt. Ein Quartett aus schrillen Tussis amüsiert sich dort in der Wohnung der momentan gerade shoppenden Kandidatin. Und ich erfahre, „...warum Männer keine Cellulite haben. Na ganz einfach deshalb, weil’s Scheiße aussieht...“ 

Ein wirklich neuer Aspekt. So hatte ich das noch nie betrachtet. Ein anderer Blickwinkel. Sollte ich vielleicht auch das Thema Mode noch einmal anders beleuchten? Der Cardigan aus heterosexueller Sicht und seine ernährungsphysiologische Bedeutung für die linkstragende schwule Community? Ich malträtierte also Google mit meinen Suchwünschen und – siehe da – es wurden plötzlich Ergebnisse ausgespuckt, und ich spürte umgehend einen Brechreiz.

Denn ich erblickte plötzlich einen Cardigan – oder, wer nicht weiß, was das eigentlich ist, eine Strickjacke. Und zwar echt bio. Denn sie ist aus menschlichem Haar gefertigt. Gay Sweater, so wird dieses Teil genannt, das ich nicht mal mit Latexhaushaltshandschuhen anfassen würde. Es handelt sich dabei um eine Strickjacke, die einzig aus den Haaren von Homosexuellen gestrickt wurde…. Über 100 Gays sollen dafür ihr Haar gerne zur Verfügung gestellt haben… 

Ob die Haare Herren möglicherweise ohnehin bereits ausgefallen waren und ob sie aus dem Siphon des Waschbeckens gesammelt wurden oder sie sich als muntere Kugel bereits unter dem Badezimmerteppich getroffen hatten und von dort wieder hervorgeklaubt wurden, habe ich nicht näher recherchiert. Der Zweck dieser ekelhaften Kreation soll sein, dass der Begriff „schwul“ nicht mehr im negativ besetzten Sinne benutzt wird…. Ob das Ziel mit einem solchen Projekt allerdings erreicht werden kann, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Nun, wer noch mehr dazu lesen möchte: http://www.kraftfuttermischwerk.de/blogg/eine-strickjacke-aus-menschlichem-haar-the-gay-sweater.

 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNeue ZDF-Serie: Das Geisterhaus im SchwarzwaldhessenschauTanzen gegen die Einsamkeit: Ein Ort, an dem sich queere Menschen nicht erklären müssenBerliner MorgenpostDie Sehnsucht im Italien der bleiernen Jahre: „Buch der Träume“WDRComing-Out-Days: Queeres Leben auf dem LandAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Köln, Berlin oder Hamburg?

Die Hochburgen im Faktencheck

Köln hat den Ruf, Berlin die vielen Kieze. Was Studien über Deutschlands schwule Hochburgen aussagen – und wo die Zahlen an Grenzen stoßen.
Kleine Freizeitmomente selbst gestalten

Fünf bewusste Entscheidungen

Wer das eigene Leben aktiv in die Hand nimmt und selbst gestaltet, bemerkt schnell einen deutlichen Unterschied. Selbstbestimmung ist kein abstraktes Ideal, sondern zeigt sich im Alltag.
Wie Farben Stimmung beeinflussen

Welche Farbtöne besonders kraftvoll wirken

Farben begleiten den Alltag auf eine Weise, die den meisten Menschen kaum auffällt, weil sie so selbstverständlich in das tägliche Erleben eingewoben sind.
Die Stadt als Bühne

Vier Sommerorte voller Sound

Im europäischen Sommer erzählen sich Städte oft nicht über neue Wahrzeichen, sondern über wenige Wochen verdichteter Öffentlichkeit.
Fünf prägenden Dessous-Strömungen

Genderfluid und inklusiv: Wäsche ohne starre Grenzen

Reizwäsche hat sich in den letzten Jahren von Grund auf verändert und neu erfunden. Was früher ausschließlich hinter verschlossenen Türen getragen wurde, findet im Jahr 2026 seinen festen Platz als selbstbewusstes Modestatement.
Neue LGBTIQ+-Schutzräume

Immer mehr Städte machen mit

Queeres Line Dance erlebt eine neue Blüte in den USA – und wird zum Symbol kollektiver Selbstbehauptung.
14,4 Milliarden Euro im legalen Markt

Plinko ist ein gutes Beispiel

Crash-Games haben sich seit 2018 zu einer der meistgenutzten Kategorien im Online-Glücksspiel und Entertainment entwickelt.