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Crofts Sieg sorgt für Streit Schwuler Star gewinnt „The Traitors“

Von ms - 04.11.2026 - 12:30 Uhr
Crofts Sieg sorgt für Streit
Foto: IMAGO / News Licensing
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Der britische schwule Schauspieler und Sänger Sebastian „Bash“ Croft (24) hat mit seinem Sieg bei der BBC-Realityshow „The Celebrity Traitors“ für Schlagzeilen gesorgt. Der aus der Netflix-Serie „Heartstopper“ bekannte Darsteller setzte sich im Finale der zweiten Staffel gemeinsam mit Komiker Romesh Ranganathan durch. Die beiden Gewinner spendeten ihr gesamtes Preisgeld von 83.000 britischen Pfund an Organisationen, die Flüchtlinge unterstützen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Sieg bei „The Celebrity Traitors“: Sebastian Croft gewinnt die zweite Staffel der britischen Prominentenausgabe gemeinsam mit Komiker Romesh Ranganathan.
  • 83.000 Pfund für Flüchtlinge: Beide Gewinner spenden jeweils 41.500 Pfund. Croft unterstützt Choose Love, Ranganathan den Refugee Council.
  • Theorie über schwule Gewinner: Croft vermutet, dass homosexuelle Menschen durch ihre Lebenserfahrungen besondere Fähigkeiten entwickeln, die ihnen bei dem Strategiespiel helfen.
  • Rechte Kritik: Konservative Kommentatoren greifen die Spendenentscheidung an. Dan Wootton verbreitet dabei pauschale Anschuldigungen gegen queere Flüchtlinge.
  • LGBTIQ+-Sichtbarkeit: Croft betont, wie wichtig queere Vorbilder in der Popkultur für junge Menschen sind.

Schwule Gewinner

Der Schauspieler äußerte sich nach dem Gewinn dabei auch zu der Frage: Warum gewinnen auffällig viele schwule Menschen die britische Ausgabe von „The Traitors“? Croft vermutet, dass Erfahrungen aus dem Alltag homosexueller Menschen ihnen bei dem psychologischen Strategiespiel zugutekommen könnten. In einem Interview nach dem Finale berichtete er von einem Beitrag in den sozialen Netzwerken, der sich mit der hohen Zahl schwuler Gewinner beschäftigte. „Ich habe einen Beitrag gesehen, in dem es darum ging, dass man nicht schwul sein muss, um ‚The Traitors‘ zu gewinnen, es aber schon ziemlich verrückt ist, wie viele schwule Menschen gewinnen“, sagte Croft.

Besonders ein Kommentar habe ihn angesprochen. Darin sei die These vertreten worden, dass homosexuelle Menschen aufgrund ihrer Erfahrungen häufig lernen müssten, Situationen und ihr soziales Umfeld besonders aufmerksam einzuschätzen. „Und einer der beliebtesten Kommentare handelte davon – und ich glaube, dass das stimmt –, wie man lernt, die Stimmung in einem Raum einzuschätzen, und wie man versucht zu überleben.“ Diese Erfahrungen könnten Fähigkeiten fördern, die in einem Wettbewerb voller Misstrauen, Täuschung und psychologischer Strategien hilfreich seien. „Und man lernt, mit Menschen auszukommen. Deshalb finde ich diese unbewusst entwickelten Fähigkeiten interessant. Wenn Schwulsein bedeutet, bei ‚The Traitors‘ zu gewinnen, dann bin ich wohl dankbar dafür.“ 

Tatsächlich haben in den vergangenen Staffeln mehrere offen homosexuelle Kandidaten die britische Show gewonnen. Bereits 2025 setzte sich der schwule Komiker Alan Carr in der ersten Staffel von „The Celebrity Traitors“ durch. In der regulären Ausgabe gewannen Anfang 2026 Stephen Libby und Rachel Duffy. In der vorherigen Staffel waren Leanne Quigley und Jake Brown erfolgreich. Bei „The Traitors“ treten Teilnehmer gegeneinander an, die entweder als sogenannte „Faithfuls“ (Loyale) oder als heimliche „Traitors“ (Verräter) am Spiel teilnehmen. Während die Loyalen versuchen, die Verräter zu entlarven, müssen diese ihre Identität verbergen und andere Kandidaten täuschen. Vertrauen, Menschenkenntnis und strategisches Geschick sind dabei entscheidend.

Dramatisches Finale 

Die zweite Staffel der britischen Prominentenausgabe war von einer auffällig starken LGBTIQ+-Präsenz geprägt. Neben Croft nahmen unter anderem Bella Ramsey aus „The Last of Us“, Myha'la aus der Serie „Industry“ und der britische Moderator Joe Lycett teil. Von diesen LGBTIQ+-Kandidaten erreichte jedoch nur Croft das Finale. Dort gelang es ihm, den letzten verbliebenen Verräter King Kenny zu entlarven. Auch das Misstrauen gegenüber dem Musiker James Blunt spielte in der Schlussphase eine Rolle. Der Sieg war bis zuletzt keineswegs sicher. Kenny hätte das Spiel beinahe noch zu seinen Gunsten wenden können. Entscheidend wurde schließlich das Vertrauen von Romesh Ranganathan in Croft, den er als den „ultimativen Loyalen“ betrachtete. Nach dem Erfolg bezeichnete sich der Komiker scherzhaft als „den schlechtesten Gewinner in der Geschichte dieses gesamten Spiels“. Croft reagierte deutlich emotionaler. Unter Tränen erklärte er, der Sieg könne der schönste Tag seines Lebens sein.

Croft spendet 41.500 Pfund 

Anders als bei der amerikanischen Ausgabe von „The Traitors“ spielen die Teilnehmer der britischen Prominentenversion für einen wohltätigen Zweck. Jeder Kandidat bestimmt im Voraus eine Organisation, die im Falle eines Sieges das Preisgeld erhält. Croft und Ranganathan teilten sich die Gewinnsumme von 83.000 Pfund. Auf jeden entfielen damit 41.500 Pfund. Croft entschied sich für die humanitäre Organisation Choose Love, die Flüchtlinge weltweit unterstützt. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf LGBTIQ+-Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität verfolgt werden. Für den Schauspieler ist die Organisation keine Unbekannte. Er engagierte sich bereits früher ehrenamtlich für sie.

Nach dem Finale erklärte Croft: „Das Preisgeld geht an Choose Love, eine Organisation, bei der ich früher ehrenamtlich gearbeitet habe. Das Geld wird Flüchtlingen und vertriebenen Menschen zugutekommen, vor allem queeren Flüchtlingen und Vertriebenen. Es ist einfach die beste Organisation.“ Ranganathan wählte den Refugee Council. Die britische Hilfsorganisation unterstützt Menschen, die in Großbritannien Schutz suchen und sich dort eine neue Existenz aufbauen möchten. Damit kommt das gesamte Preisgeld der Flüchtlingshilfe zugute. Bei Choose Love wurde Crofts Entscheidung mit großer Dankbarkeit aufgenommen. Geschäftsführerin Emma Stevenson erklärte: „Wir sind überglücklich und zutiefst dankbar, dass Bash nach seinem unglaublichen Sieg bei ‚Celebrity Traitors‘ Choose Love als seine Wohltätigkeitsorganisation ausgewählt hat. Bash ist seit Langem ein Freund und engagierter Unterstützer unserer Arbeit, und wir könnten nicht stolzer auf ihn sein.“ Die finanzielle Unterstützung werde besonders gefährdeten Menschen unmittelbar zugutekommen.

Attacke rechter Kommentatoren 

Die Spendenentscheidung führte allerdings auch zu einer politischen Kontroverse. Mehrere rechtsgerichtete Kommentatoren kritisierten, dass die beiden Gewinner ihr Preisgeld an Flüchtlingsorganisationen weitergaben. Ein zentraler Kritikpunkt war dabei die Finanzierung der BBC. Die Sendung läuft auf BBC One, einem öffentlich-rechtlichen Sender, der sich unter anderem aus britischen Rundfunkgebühren finanziert. Einige konservative Stimmen argumentierten, dass mit diesen Geldern finanzierte Gewinne nicht an Organisationen gehen sollten, die Flüchtlinge unterstützen. Besonders weit ging der rechtsgerichtete Kommentator Dan Wootton. In einem Beitrag auf X wandte er sich direkt an Croft und behauptete ohne vorgelegte Belege, die von ihm unterstützten queeren Flüchtlingen seien in Wirklichkeit heterosexuelle Straftäter und Terroristen, die ihre angebliche sexuelle Orientierung als Vorwand für die Einreise nach Großbritannien nutzten. Wootton schrieb: „Lieber ‚Bash‘, die ‚queeren‘ Flüchtlingen, denen du gerade deinen Gewinn aus ‚Celebrity Traitors‘ gespendet hast, sind in Wirklichkeit heterosexuelle Vergewaltiger, Mörder und Terroristen, die sich hinter unserer Sexualität verstecken, um nach Großbritannien einzureisen und unsere Frauen und Kinder anzugreifen.“ Die Fans von Croft feiern indes seine Entscheidung. Bekannt wurde der 24-Jährige vor allem durch seine Rolle in der Netflix-Serie „Heartstopper“, zuletzt machte er Schlagzeilen mit einer mehrjährigen heimlichen Ex-Beziehung mit Schauspiel-Serienkollege Joe Locke. 

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