Symbolbild: Die abgebildeten Kondome sind keine als betroffen identifizierten Einhorn-Chargen.
Ein Kondom-Rückruf in Frankreich sorgt auch bei deutschen Kunden für Fragen. Auf der Liste der Behörden stehen sieben Chargen der Marke Einhorn. Der Berliner Anbieter hält seine Produkte für einwandfrei und hat seine Stellungnahme am 2. November aktualisiert. Entscheidend ist dabei, welche Charge auf der Packung steht – und wo der behördliche Rückruf gilt.
Das Wichtigste im Überblick
- Frankreich ruft bestimmte ultradünne Kondome des Herstellers Richter Rubber Technology zurück.
- Die französische Einhorn-Warnung nennt sieben Chargen und fordert dazu auf, die betroffenen Produkte nicht mehr zu verwenden.
- Einhorn widerspricht Qualitätsvorwürfen und erklärt, dass sein Austausch nur für Frankreich gilt.
Was die Behörden beanstanden
Nach Angaben des französischen Verbraucherschutzministeriums können bei einem Herstellungsverfahren Dicke und Qualität des Latexfilms schwanken. Die Folge können Risse oder Löcher sein. Die Maßnahme betrifft 15 Produktreferenzen. Die oft genannte Zahl von rund sieben Millionen Kondomen beschreibt die geschätzte Menge dieser Produkte auf dem EU-Markt; nur ein Teil davon wurde in Frankreich verkauft.
Die französische Vermarktung und Einfuhr der betroffenen Produkte wurde für zunächst ein Jahr ausgesetzt. Bereits verkaufte Ware wird dort zurückgerufen. Hintergrund sind zuvor festgestellte Mängel und Untersuchungen zum Produktionsverfahren.
Diese Einhorn-Chargen stehen auf der Liste
Die amtliche Warnung auf Rappel Conso führt die Chargen 4rri015, 4rri016, 4rri672, 4rri872, 5rri195, 5rri303 und 5rri1223 auf. Als Verkaufsgebiet nennt sie ganz Frankreich. Betroffene sollen die Produkte nicht weiter verwenden und sich an die Verkaufsstelle wenden.
Einhorn widerspricht – Austausch nur in Frankreich
In seiner heute aktualisierten Stellungnahme erklärt Einhorn, für alle sieben Chargen lägen bestandene Prüfungen nach ISO 4074 vor. Die von Frankreich untersuchten und beanstandeten Chargen gehörten nach Darstellung des Unternehmens zu anderen Marken. Einhorn zufolge wurden die eigenen Produkte vorsorglich wegen desselben Herstellungszeitraums auf die Liste gesetzt.
Das Unternehmen spricht von Magic-Kondomen aus den Jahren 2024 und 2025. Die abweichende Bezeichnung „Classico“ bei einer Charge auf der Behördenliste sei nach Herstellerangaben ein Fehler. Austausch bietet Einhorn laut aktuellem Stand nur in Frankreich an; die frühere pauschale Austauschzusage gilt damit nicht mehr.
Packung prüfen, Warnung ernst nehmen
Die LOT-Nummer findet ihr auf der Verpackung und der einzelnen Kondomfolie. Die Einschätzung des Unternehmens hebt den französischen Rückruf nicht auf. Bei einer betroffenen Charge wendet euch an die Verkaufsstelle und beachtet die behördliche Warnung. Meldet euch bei Fragen nach einer Kondompanne zeitnah bei einer ärztlichen Praxis oder Beratungsstelle.
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