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Rückkehr zu Kurt Hummel Chris Colfer offen für „Glee“-Comeback

Von ms - 30.10.2026 - 15:30 Uhr
Rückkehr zu Kurt Hummel
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
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Eine erneute Zusammenarbeit mit seinen früheren Kollegen aus der Erfolgsserie „Glee“ kann sich Schauspieler Chris Colfer jetzt doch durchaus vorstellen. Über die zuletzt bekannt gewordene Neuauflage der Musicalserie sei er allerdings selbst überrascht worden. „Nein, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Ich muss das alles erst einmal verarbeiten“, sagte der 36-Jährige jetzt in einem Interview. Zugleich betonte er, wie dankbar er für die Bedeutung der Serie sei – sowohl für seine eigene Karriere als auch für die Gesellschaft.

Das Wichtigste im Überblick

  • Chris Colfer hat Interesse daran, erneut mit seinen früheren „Glee“-Kollegen vor der Kamera zu stehen.
  • Die Neuauflage der Serie kam für ihn überraschend. Er sei noch dabei, die Entwicklung zu verarbeiten.
  • Besonders wichtig sei ihm, was „Glee“ für junge LGBTIQ+-Menschen und die künstlerische Bildung bewirkt habe.
  • Mit „The Restoration At Grayson Manor“ kehrt Colfer nach zehn Jahren auf die Leinwand zurück.
  • Der Schauspieler bezeichnet Horror grundsätzlich als queeres Genre und erklärt, warum er sich damit besonders verbunden fühlt.

Dankbar für Glee

„Ich bin unglaublich dankbar für das, was mir diese Serie ermöglicht hat und was sie für die Welt bewirkt hat“, sagte Colfer jetzt. Besonders die Wirkung auf junge Menschen aus der LGBTIQ+-Community und die künstlerische Bildung habe ihn nachhaltig beeindruckt. Auch die Aussicht, wieder mit seinen früheren Kollegen zu arbeiten, reizt ihn. Zu vielen Darstellern habe er weiterhin eine enge Beziehung. „Ich würde wirklich gerne wieder etwas mit meinen früheren Kollegen machen, weil ich sie sehr mag und wir uns alle immer noch ausgesprochen nahestehen.“

Besonders hob er seine Verbindung zu Amber Riley hervor, die in „Glee“ Mercedes Jones spielte. „Amber Riley kennt mich besser, als ich mich selbst kenne, und das macht mich manchmal wahnsinnig!“ Seit 20 Jahren kenne sie seine Gedanken und Gefühle oft besser als er selbst. „Sie und ich sind definitiv Geschwister fürs Leben.“ Eine mögliche gemeinsame Produktion müsse nicht zwingend an die alte Serie anknüpfen. Colfer hätte auch eine andere Idee: „Ich würde es toll finden, wenn wir alle in irgendeinem Projekt Spione spielen würden. Das könnte wirklich Spaß machen! Aber das ist nur meine persönliche Vorstellung.“

Comeback auf die Leinwand 

Während Fans sich über die Fortsetzung von „Glee“ freuen, hat Colfer bereits ein anderes Projekt abgeschlossen. Mit der Gothic-Horrorkomödie „The Restoration At Grayson Manor“ steht er erstmals seit zehn Jahren wieder vor der Kamera. In dem Film von Regisseur Glenn McQuaid spielt er Boyd Grayson, den verwöhnten Erben eines wohlhabenden Anwesens. Seine Mutter Jacqueline, gespielt von Alice Krige, hat einen erheblichen Einfluss auf sein Leben. Als Boyd bei einem ungewöhnlichen Unfall beide Hände verliert, lässt sie ihn mit experimentellen bionischen Gliedmaßen ausstatten. Ob diese möglicherweise besessen sind, gehört zu den ungewöhnlichen Wendungen der Geschichte.

Colfer war von dem Drehbuch sofort begeistert. Er habe beim Lesen auf nahezu jeder Seite laut gelacht oder sei erschrocken gewesen. Zudem habe ihn die Geschichte an einen seiner Lieblingsfilme erinnert: „Whatever Happened To Baby Jane“. Auch die Möglichkeit, endlich in einem Horrorfilm mitzuwirken, erfüllte für ihn einen lang gehegten Wunsch. „Ich bin außerdem ein großer Fan der klassischen Hammer-Horrorfilme und des Horror-Genres im Allgemeinen. Deshalb war es schon immer ein Traum von mir, einmal in einem solchen Film mitzuspielen.“ Sieben Jahre habe er darauf gewartet, dass das Projekt tatsächlich umgesetzt werde. Das Warten habe sich aber gelohnt.

Eine besondere Herausforderung sei der Wechsel zwischen Grusel, Humor, Erotik und Drama gewesen. Colfer lobte dabei die Zusammenarbeit mit Regisseur McQuaid. Alle Beteiligten hätten genau gewusst, welche Art von Film sie drehen wollten. Dadurch sei viel Raum für Experimente, Improvisationen und unterschiedliche Spielweisen entstanden. Auch Alice Krige habe ihn beeindruckt. Die Schauspielerin werde seiner Ansicht nach viel zu wenig gewürdigt. „Sie ist eine echte Ikone“, sagte Colfer. Er hoffe, dass der Film ihr auch innerhalb der schwulen Community die Anerkennung als queere Ikone verschaffe, die sie verdiene.

„Jeder Horror ist queerer Horror“

Colfer beschäftigt sich schon lange mit dem Horror-Genre. Für ihn besteht dabei eine besondere Verbindung zur queeren Lebensrealität. „Ich würde sagen, dass jeder Horror queerer Horror ist“, sagte er. Die Inszenierung, Geheimnisse und die Frage nach Sicherheit seien Elemente, mit denen sich Menschen aus der LGBTIQ+-Community täglich auseinandersetzen müssten. „Ich glaube, jedes Mal, wenn man ein Kino betritt und sich einen Horrorfilm ansieht, erlebt man etwas Queeres – ganz gleich, ob einem das bewusst ist oder nicht.“ Auch seine Begeisterung für Halloween gehört für ihn dazu. Die Jahreszeit sei seine liebste Zeit des Jahres. Während andere Feiertage bestimmte Ereignisse oder Traditionen in den Mittelpunkt stellten, feiere Halloween gerade das Unbekannte. Diese Neugier und das Gefühl des Staunens seien für ihn eng mit dem Horror-Genre verbunden.

Auf die Frage, welches Werk sein eigenes Verständnis von Queerness und Zugehörigkeit geprägt habe, nannte Colfer überraschenderweise „Mary Poppins“ und „The Wizard of Oz“. Bereits als Vierjähriger habe ihn das Ende von „Mary Poppins“ emotional aufgewühlt. Er sei wütend gewesen, weil die Hauptfigur Jane und Michael Banks verlassen habe. „Ich war furchtbar wütend auf sie, weil sie Jane und Michael Banks verlassen hat. Denn ich wusste, dass ich sie in meinem Leben brauchte und dass ich Teil von etwas sein wollte, das größer war als das Leben selbst.“ Rückblickend sieht er darin einen frühen Hinweis darauf, dass er nach einer Gemeinschaft suchte, zu der er gehören wollte. Bei „The Wizard of Oz“ habe er bereits dazugehören wollen, bevor er überhaupt wusste, was mit der Bezeichnung „Freundin von Dorothy“ gemeint war – ein Ausdruck, der traditionell als Umschreibung für schwule Männer verwendet wird.

Vorurteile in der Unterhaltungsbranche

Colfer sprach auch über die Hindernisse, die ihm im Laufe seiner Karriere begegnet seien. Zu Beginn sei ihm immer wieder gesagt worden, bestimmte Erfolge seien für ihn nicht erreichbar. So habe man ihm zunächst nicht zugetraut, eine Rolle in einer Fernsehserie zu bekommen oder eine größere Fangemeinde aufzubauen. Auch als Autor habe er Vorbehalte erlebt. Die Vorstellung, dass ein schwuler Mann Kinderbücher schreiben könne, sei von manchen als unrealistisch angesehen worden. Später habe er sogar zu hören bekommen, dass er niemals Hauptdarsteller eines Horrorfilms werden könne. Umso mehr freue er sich darüber, dass viele dieser Vorurteile inzwischen widerlegt worden seien. „Ich bin einfach froh, dass wir diese Zeit hinter uns haben und so viele von uns den Menschen das Gegenteil bewiesen haben.“

Gleichzeitig sei der Einsatz für Gleichberechtigung längst nicht abgeschlossen. Es gebe weiterhin viele Kämpfe zu führen und Einstellungen zu verändern. Dennoch sieht Colfer die queere Gemeinschaft heute stärker zusammengeschweißt als früher. „Ich habe das Gefühl, dass man heutzutage, wenn man sich gegen einen von uns stellt, sich gegen uns alle stellt. Das war innerhalb unserer Gemeinschaft nicht immer so.“ Sein Fazit fällt entsprechend optimistisch aus: „Wir haben schon so viel erreicht, und ich glaube, dass wir inzwischen nicht mehr aufzuhalten sind.“

Singen unter der Dusche

Auch musikalisch könnte Colfer bald wieder zu hören sein. Seit dem Ende von „Glee“ habe er zwar hauptsächlich unter der Dusche und im Auto gesungen – zum Leidwesen seines Hundes. Für die Netflix-Animationsserie „Ridley Jones“ habe er allerdings ebenfalls einige Gesangsparts übernommen. Zudem deutete er ein weiteres, bislang geheimes Projekt an. „Meistens singe ich nur unter der Dusche und in meinem Auto, sehr zum Leidwesen meines Hundes.“ Dann fügte er hinzu: „Aber vielleicht werde ich schon sehr bald wieder in einem anderen Projekt singen. Es ist eine ziemlich große Überraschung, aber ich bin sicher, ihr werdet davon hören.“ Bis dahin bleibt offen, ob und in welcher Form Colfer tatsächlich in die Welt von „Glee“ zurückkehren wird. Seine grundsätzliche Bereitschaft zu einer erneuten Zusammenarbeit mit den früheren Kollegen hat er jedenfalls deutlich gemacht. Und singen könnte er dort auch wieder. 

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