Erst ein vielversprechendes Foto, dann die Ankündigung neuer Musik: Omar Rudberg (27) versteht es, seine Fans neugierig zu machen. Der schwedische Sänger und Schauspieler, der mit der Netflix-Serie „Young Royals“ international bekannt wurde, bereitet die nächste Phase seiner Musikkarriere vor. Und die könnte nicht nur klanglich, sondern auch optisch besonders aufregend werden.
Das Wichtigste im Überblick
- Neue Musik im Anmarsch: Omar Rudberg hat für den 6. November seine Single „Mirage“ und eine EP angekündigt. Ende Oktober präsentierte er den Song bereits live bei einem Festival des schwedischen Senders SVT.
- Ein neuer Look: Mit dem ersten Promo-Foto seiner kommenden Musikphase setzt der Sänger auf eine sinnliche Inszenierung, die besonders bei seinen schwulen Fans für viel Aufmerksamkeit sorgt.
- Mehrere Veröffentlichungen 2026: Neben „Mirage“ gehören „siren“ mit dem deutschen Produzenten Felix Jaehn, „Careless“ und „A World Like This“ zu seinen aktuellen Songs.
- Ein persönliches Album: Rudberg arbeitet an einem neuen Album, auf dem er sich intensiver mit seiner Herkunft, seiner Identität und seinem Lebensweg beschäftigt.
- Weitere Songs angedeutet: Auf TikTok gab er bereits Einblicke in Stücke mit den Titeln „Slow dancer“ und „Nobody's business“.
- Vergleich mit Troye Sivan: Rudbergs Verbindung aus schwuler Serienbekanntheit, sinnlichem Auftreten und Popmusik erinnert an die Karriere des australischen Sängers.
Neue musikalische Identität
Mit einem ersten Promo-Motiv zu seinem neuen musikalischen Kapitel setzt Rudberg auf eine sinnliche Bildsprache. Gerade unter seinen schwulen Anhängern sorgt die Inszenierung für Gesprächsstoff. Der 27-Jährige, der bereits durch seine Rolle als Simon Eriksson in „Young Royals“ zu einem Liebling des schwulen Publikums wurde, verbindet damit erneut Popmusik und erotische Ausstrahlung. Unweigerlich stellt sich eine Frage: Könnte Rudberg eine ähnliche Entwicklung nehmen wie Troye Sivan, der mit selbstbewusster schwuler Popmusik, körperbetonten Videos und einer offen sexuellen Ästhetik weltweit erfolgreich ist? Noch ist das eine popkulturelle Spekulation. Doch Rudbergs jüngste Veröffentlichungen und seine Ankündigungen zeigen, dass er seine musikalische Identität weiterentwickeln möchte.
„Mirage“ im November
Die nächste Single trägt auf jeden Fall den Titel „Mirage“ und soll am 6. November offiziell erscheinen. Einen ersten Eindruck konnten Fans bereits Ende Oktober gewinnen, als Rudberg den Song bei einem Festival des schwedischen Fernsehsenders SVT live präsentierte. Die Studiofassung kann vorab über seine offizielle Website gespeichert werden. „Mirage“ ist Teil einer Reihe von Veröffentlichungen, mit denen der Sänger im Laufe des Jahres seine neue musikalische Ausrichtung vorbereitet hat.
Dazu zählt auch „siren“, eine elektronische Dance-Single, die gemeinsam mit dem deutschen DJ und Produzenten Felix Jaehn entstanden ist. Mit „Careless“ veröffentlichte Rudberg zudem einen Popsong, den er regelmäßig bei seinen Festivalauftritten präsentierte. Bereits im Mai erschien bei TEN Records die melodische Single „A World Like This“. Sie nimmt innerhalb seiner bisherigen Veröffentlichungen eine besondere Stellung ein, weil sie sehr persönliche Erfahrungen des Künstlers verarbeitet.
Neue Songs auf TikTok
Rudberg nutzt zudem soziale Medien intensiv, um seine Anhänger an der Entstehung neuer Musik teilhaben zu lassen. Insbesondere auf TikTok hat er wiederholt Ausschnitte aus bislang unveröffentlichtem Material präsentiert. Zu den dort angedeuteten Titeln gehören „Slow Dancer“ und „Nobody's Business“. Unter Fans wird das kommende Albumprojekt teilweise als „OR2“ oder schlicht als neues Kapitel seiner Karriere bezeichnet. Welche dieser Songs tatsächlich auf dem fertigen Album erscheinen werden, ist bislang nicht bekannt. Auch ein offizieller Veröffentlichungstermin für das Gesamtwerk steht noch aus. Die kurzen Einblicke zeigen jedoch, dass Rudberg nach seinen bisherigen Singles an einem größeren musikalischen Projekt arbeitet. Auf Instagram sowie auf seiner Homepage kündigte er für den 6. November eine EP an, also ein kleines Vorab-Album mit möglichen vier Titeln: Neben dem bereits erwähnten Song „Mirage“ sollen ebenso erscheinen „Slow Dancer“, „Could´ve Been Love“ und „Pop My Adrenaline“.
Persönliche Geschichte
Besonders deutlich wurde Rudbergs neue künstlerische Ausrichtung bereits mit der Veröffentlichung von „A World Like This“. Der Song beschäftigt sich mit Identität, Zugehörigkeit und Selbstakzeptanz. Dabei greift der Sänger Erfahrungen aus seiner eigenen Kindheit auf. Rudberg wurde in Venezuela geboren und zog als Kind nach Schweden. Das Aufwachsen zwischen unterschiedlichen Kulturen, der Verlust sprachlicher Vertrautheit und der Wunsch, gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen, gehören zu den Themen des Liedes.
Statt eine ausschließlich auf eingängige Melodien ausgerichtete Popgeschichte zu erzählen, setzt Rudberg auf persönliche Erinnerungen und Verletzlichkeit. Geschrieben wurde das Stück gemeinsam mit seinem langjährigen musikalischen Partner Karl Ivert, der unter anderem mit Zara Larsson, Loreen und Mae Muller gearbeitet hat. Der Song soll zugleich einen ersten Eindruck von den Inhalten seines kommenden Albums vermitteln.
Mehr Offenheit gegenüber Fans
In einer Mitteilung an seine Fans erklärte Rudberg, weshalb ihm „A World Like This“ besonders wichtig ist. „Nach einigen Monaten ohne neue Musikveröffentlichungen, in denen ich mit meinem Freund, Produzenten und Co-Autor Karl Ivert im Studio geschrieben habe, hatte ich den Luxus, mir Zeit nehmen zu können. Und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, mich öffnen zu können“, sagte er. Anschließend beschrieb er die persönliche Bedeutung des Songs: „‚A World Like This‘ ist ein biografisches Lied über mich. Ich lasse euch näher an mich heran und gebe euch die Möglichkeit, mich ein bisschen besser kennenzulernen. Es ist der erste Einblick in mein neues Album.“
Rudberg betonte außerdem, dass er selbst an sämtlichen Songs des neuen Projekts mitgeschrieben habe. „Es ist persönlich, weil ich alles selbst mitgeschrieben habe. Ich hoffe, ihr genießt diese Reise!“ Mit dieser Offenheit schlägt der Musiker einen nachdenklicheren Ton an als bei manchen seiner früheren Veröffentlichungen. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Frage, wer er heute ist, sondern auch, welche Erfahrungen ihn geprägt haben.
Von „Young Royals“ zum Popstar
Seine internationale Bekanntheit verdankt Rudberg vor allem der schwedischen Netflix-Serie „Young Royals“. Darin spielte er Simon Eriksson, der eine Liebesbeziehung mit Prinz Wilhelm eingeht. Die Geschichte verbindet romantische Gefühle und sexuelle Anziehung mit gesellschaftlichen Erwartungen, Klassenunterschieden und der Frage, wie offen junge Menschen ihre Identität leben können. Gerade die Beziehung der beiden männlichen Hauptfiguren machte die Serie zu einem wichtigen Bezugspunkt für ein internationales LGBTIQ+-Publikum. Für Rudberg bedeutete der Erfolg zugleich eine deutlich größere Aufmerksamkeit für seine Musikkarriere. Schon vor seiner Schauspielkarriere hatte er als Sänger Erfahrungen gesammelt. Durch „Young Royals“ gewann er jedoch zahlreiche Fans hinzu, die seine Entwicklung auch außerhalb der Serie verfolgen. Die Verbindung aus schwuler Liebesgeschichte, persönlicher Ausstrahlung und Popmusik ist damit zu einem wichtigen Bestandteil seiner öffentlichen Wahrnehmung geworden.
Rudberg als zweiter Troye Sivan?
Der Vergleich mit Troye Sivan liegt aus mehreren Gründen nahe. Beide Künstler erreichen ein internationales schwules und queeres Publikum, verbinden Musik mit einer starken visuellen Inszenierung und spielen mit Vorstellungen von Attraktivität, Identität und männlicher Sexualität. Sivan hat insbesondere mit seinen Musikvideos und Liveauftritten gezeigt, wie selbstverständlich schwules Begehren zum Mittelpunkt einer erfolgreichen Popproduktion werden kann.
Bei Rudberg ist die Ausgangslage allerdings anders. Seine Bekanntheit entstand zu einem erheblichen Teil durch eine fiktionale Liebesgeschichte, während seine Musik zunehmend persönlichere Einblicke in sein eigenes Leben ermöglicht. Auch die erotische Wirkung eines Promo-Fotos ist nicht mit einer Aussage über die sexuelle Orientierung oder das Privatleben eines Künstlers gleichzusetzen. Allerdings spielt Rudberg extrem gerne mit schwuler Erotik und zeigt sich immer wieder online auch ganz nackt, beispielsweise mit Schnappschüssen aus dem Urlaub. Ob Rudberg auch seine neue Musik künftig stärker mit explizit schwulen oder sexuell aufgeladenen Bildern verbinden wird, bleibt abzuwarten. Die Aufmerksamkeit, die seine aktuelle Inszenierung hervorruft, zeigt zumindest, dass sein Publikum für eine solche Ästhetik empfänglich ist.