US-Rapper 50 Cent (51) hat in einem Interview jetzt offen über seine lesbische Mutter Sabrina Jackson gesprochen. Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Curtis James Jackson III heißt, erklärte gegenüber dem Magazin Variety, dass die sexuelle Orientierung seiner Mutter für ihn niemals ein Grund gewesen sei, sich zu schämen.
Das Wichtigste im Überblick
- Offene Worte über seine Mutter: US-Rapper 50 Cent spricht in einem Interview mit Variety über seine lesbische Mutter Sabrina Jackson und betont, dass er sich nie für ihre sexuelle Orientierung geschämt habe.
- Früher Schicksalsschlag: Sabrina Jackson starb unter gewaltsamen Umständen, als ihr Sohn acht Jahre alt war. Anschließend wuchs er bei seiner Großmutter auf.
- Erinnerungen in der Musik: Bereits 2005 verarbeitete 50 Cent seine Kindheitserfahrungen im gemeinsamen Song „Hate It or Love It“ mit The Game.
- Parallele zu Jay-Z: Auch dessen Mutter Gloria Carter ist lesbisch. Beide Rapper haben ihre Familiengeschichten öffentlich thematisiert.
- Widersprüchliche Vergangenheit: Trotz seiner positiven Aussagen über seine Mutter wurde 50 Cent früher wegen homophober Äußerungen kritisiert.
Beziehung zur Mutter
„Ich habe mich nie in irgendeiner Weise dafür geschämt. Ich bin in diesem Umfeld aufgewachsen“, sagte der Rapper. Sabrina Jackson hatte ihren Sohn als Jugendliche zur Welt gebracht. Als er acht Jahre alt war, starb sie unter gewaltsamen Umständen. Danach wuchs er bei seiner Großmutter auf. An den Moment, in dem er vom Tod seiner Mutter erfuhr, erinnert sich der heute weltweit bekannte Musiker noch genau. „Als sie mir erklärten, dass meine Mutter nicht mehr da sei und nicht zurückkommen würde, antwortete ich, dass sie zurückkommen würde. Ich konnte überhaupt nicht verarbeiten, was gerade geschah“, erzählte er.
Als Kind habe 50 Cent die Frauen, mit denen seine Mutter Zeit verbrachte, zunächst lediglich als Freundinnen wahrgenommen. Erst später habe seine Großmutter ihm erklärt, dass Sabrina mit einigen dieser Frauen eine Liebesbeziehung geführt hatte. „Wenn deine Mutter Freundinnen um sich hat, schaust du sie an und siehst einfach nur Freundinnen. Als Kind sah ich lediglich zwei Frauen, die Zeit miteinander verbrachten. Später erklärte mir meine Großmutter, dass da mehr war, dass sie nicht nur Freundinnen waren. Und ich dachte: ‚Ah! Jetzt verstehe ich, was damals los war!‘“ Die Erkenntnis habe seine Gefühle gegenüber seiner Mutter nicht verändert. Ihre Homosexualität sei für ihn ein selbstverständlicher Teil seiner Familiengeschichte gewesen.
Kindheit in der Musik
Die Erfahrungen mit seiner Mutter beschäftigten 50 Cent bereits lange vor dem aktuellen Interview. Im Jahr 2005 veröffentlichte er gemeinsam mit dem Rapper The Game den Song „Hate It or Love It“. Darin erinnerte er sich an seine damalige Verwirrung, als er seine Mutter eine andere Frau küssen sah. In dem Lied beschreibt er, wie schwer es für ihn als Kind gewesen sei, diese Beobachtung einzuordnen. Gegenüber Variety erklärte er nun, warum er solche persönlichen Erfahrungen bewusst in seine Musik aufgenommen habe. „Andere Menschen haben während ihrer Kindheit ähnliche Erfahrungen gemacht, aber sie lassen sie weg, weil sie nicht glauben, dass sie ‚cool‘ sind. Mir war es egal, mich verletzlich zu zeigen. Das hat die Geschichte kraftvoller gemacht, weil ich weiß, dass jemand anderes dasselbe erlebt hat und sich in diesen Worten wiedererkennen kann.“ Gerade im Hip-Hop, der lange von betont harten Männlichkeitsbildern geprägt war, bedeutete die Verarbeitung solcher Erinnerungen auch, persönliche Verletzlichkeit zu zeigen.
Gemeinsamkeiten mit Jay-Z
Im Interview wurde 50 Cent auch auf seinen Rapper-Kollegen Jay-Z angesprochen. Dessen Mutter Gloria Carter ist ebenfalls lesbisch. Auf die Frage, ob er sich mit Jay-Z jemals über diese Gemeinsamkeit ausgetauscht habe, antwortete 50 Cent: „Nein, aber das ist etwas, das wir gemeinsam haben.“ Die beiden Musiker haben ihre Erfahrungen auf unterschiedliche Weise verarbeitet. 50 Cent deutete an, dass sie auch unterschiedlich auf die sexuelle Orientierung ihrer Mütter reagiert hätten. Jay-Z widmete seiner Mutter 2017 den Song „Smile“ auf dem Album „4:44“. Darin thematisierte er ihre lange verborgene sexuelle Identität und seine Unterstützung für sie. Ein Jahr später berichtete Jay-Z im Gespräch mit David Letterman, wie bewegt er gewesen sei, als seine Mutter ihm von ihrer Liebe zu einer Frau erzählte. Er habe sich darüber gefreut, dass sie endlich offen zu ihren Gefühlen stehen konnte.
Homophobe Äußerungen
50 Cents positive Aussagen über seine Mutter stehen zugleich im Kontrast zu einigen früheren öffentlichen Äußerungen des Musikers. Im Laufe seiner Karriere wurde er wiederholt wegen homophober Kommentare und beleidigender Formulierungen gegenüber homosexuellen Menschen kritisiert. Allerdings hatte er bereits 2012 in einem Interview mit Perez Hilton offen über die sexuelle Orientierung seiner Mutter berichtet. Im selben Zeitraum unterstützte er öffentlich die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und verwies dabei auf die Haltung des damaligen US-Präsidenten Barack Obama.