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Trans* Influencerin inhaftiert Ägypten reagiert auf "anzügliche" Videos

Von ms - 22.10.2026 - 08:30 Uhr
Trans* Influencerin festgenommen
Foto: Instagram / malevolazxoficial_
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Für die brasilianische Influencerin Malévola Alves hat eine Urlaubsreise nach Ägypten ein unerwartetes Ende genommen. Die 22-Jährige wurde gemeinsam mit ihrer Freundin Bruna Mercatelli von der Polizei festgenommen. Den beiden trans* Frauen wird vorgeworfen, während einer Besichtigungstour anzügliche Videos aufgenommen und Passanten belästigt zu haben. Nach Angaben ihrer Anwälte wurden beide Frauen inzwischen gegen Kaution wieder freigelassen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Festnahme in Ägypten: Die brasilianischen trans* Influencerinnen Malévola Alves und Bruna Mercatelli wurden während einer Urlaubsreise von der Polizei festgenommen.
  • Vorwürfe der Behörden: Den Frauen werden obszöne Gesten, anzügliche Videoaufnahmen und die Belästigung von Passanten vorgeworfen.
  • Hilferuf aus Polizeigewahrsam: Alves veröffentlichte eine Videobotschaft, in der sie verzweifelt um Unterstützung bat.
  • Rechtliche Konsequenzen: Medienberichten zufolge drohten bis zu zehn Jahre Haft. Eine konkrete Anklage wurde bislang jedoch nicht bekannt gegeben.
  • Das juristische Team der Influencerin bestätigte inzwischen, dass beide trans* Frauen gegen Kaution freigelassen wurden. 

„Pornografischer Exhibitionismus“

Das Innenministerium des nordafrikanischen Landes bestätigte bereits zuvor die Festnahmen. Demnach sollen die beiden Brasilianerinnen in einem Kleinbus Aufnahmen angefertigt haben, auf denen sie tanzten und sexuell anzügliche Gesten machten. Die Behörden werfen ihnen darüber hinaus vor, Menschen auf der Straße mit entsprechenden Bemerkungen und Gesten belästigt zu haben. Das Verhalten wurde in einer offiziellen Erklärung als „pornografischer Exhibitionismus“ bezeichnet. Nach Darstellung der Influencerin wurden die Frauen während eines touristischen Ausflugs von Polizeibeamten angehalten. Die Einsatzkräfte hätten ihren Kleinbus gestoppt, die Reisepässe eingezogen und beide Frauen anschließend zur Polizeiwache gebracht. Trotz der Festnahme gelang es Alves offenbar, eine Videobotschaft in den sozialen Medien zu veröffentlichen. 

Darin schilderte sie ihre Situation und bat ihre zahlreichen Follower um Unterstützung. „Wir sind auf der Polizeiwache, wir sind verzweifelt“, erklärte die sichtlich aufgewühlte Brasilianerin. Besonders die Ungewissheit über das weitere Vorgehen der Behörden bereitete ihr nach eigenen Angaben große Sorgen. „Ich weiß nicht, was passieren wird oder was sie mit uns machen werden“, sagte Alves. Auch die Umstände ihrer Festnahme beschrieb sie in dem Video: „Sie haben uns alle Reisepässe abgenommen und unseren Kleinbus mitten während der Tour angehalten.“ Nach ihren Angaben wurden sie und Mercatelli auf der Polizeiwache zudem zu ihrer Geschlechtsidentität befragt. Welche weiteren Fragen die Beamten stellten und wie lange die Vernehmung dauerte, ist nicht bekannt.

Zehn Jahre Haft angedroht 

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen nach Angaben des ägyptischen Innenministeriums die Videoaufnahmen, die während des Aufenthalts entstanden sein sollen. Bei ihrer Vernehmung sollen beide Frauen eingeräumt haben, die Videos bewusst produziert zu haben, um ihre Reichweite in den sozialen Netzwerken zu erhöhen. Diese Darstellung stammt vom ägyptischen Innenministerium. Eine unabhängige Bestätigung der angeblichen Aussagen liegt nicht vor. Inzwischen wurde der Fall an die ägyptische Staatsanwaltschaft übergeben. Welche konkreten Straftatbestände den Brasilianerinnen zur Last gelegt werden, ist bislang nicht bekannt. Anfängliche Berichte sprachen von einer möglichen Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

Kurz darauf hatte sich das Team von Malévola Alves mit einer offiziellen Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewandt. Im Mittelpunkt der Bemühungen stand dabei von Anfang an, die Rechte der 22-Jährigen zu wahren und ihre körperliche Unversehrtheit sicherzustellen, so das Team. „Der Fall wird mit höchster Priorität verfolgt, und die notwendigen Maßnahmen werden ergriffen“, hieß es in der Mitteilung weiter. Inzwischen bestätigten die Anwälte, dass beide trans* Frauen gegen eine Kaution freigelassen worden sind und nach Brasilien zurückkehren können. Eine offizielle Bestätigung der ägyptischen Behörden liegt nicht vor. Auch über die Höhe der Kaution ist derzeit nichts bekannt. 

Beliebte Influencerin 

Die unter dem Namen Malévola Alves bekannte Influencerin heißt mit bürgerlichem Namen Mariana Alves Gadelha Pereira. Die 22-Jährige hat sich in Brasilien mit Beiträgen über Mode, Schönheit, Lifestyle und ihren Alltag eine große Fangemeinde aufgebaut. Besonders beliebt sind ihre sogenannten „Get Ready With Me“-Videos. Darin zeigt sie ihren Followern unter anderem, wie sie sich schminkt, ihre Kleidung auswählt und sich auf unterschiedliche Anlässe vorbereitet. Auf Instagram erreicht die Content-Creatorin rund 814.000 Menschen. Bei TikTok folgen ihr etwa 900.000 Nutzer. Auch während ihrer Ägyptenreise veröffentlichte Alves Beiträge in den sozialen Medien. Auf Bildern ist sie unter anderem vor den Pyramiden und der Großen Sphinx von Gizeh zu sehen.

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