Der schwule Modedesigner und Fernsehmoderator Guido Maria Kretschmer blickt mit gemischten Gefühlen auf seine frühere Wahlheimat Berlin. Der 61-Jährige findet, dass sich die Hauptstadt in den vergangenen Jahren verändert hat. Besonders die zunehmende Verschmutzung, der raue Umgangston und die vielen Menschen stören ihn.
Das Wichtigste im Überblick
- Deutliche Kritik an Berlin: Modedesigner Guido Maria Kretschmer empfindet die Hauptstadt inzwischen als zu voll, zu rau und an vielen Stellen zu schmutzig.
- Ärger über Müll im Tiergarten: Der 61-Jährige beklagt, dass Menschen dort feiern, ihren Abfall zurücklassen und sich zu wenig um ihre Umgebung kümmern.
- Umzug nach Hamburg: Kretschmer verließ Berlin vor einigen Jahren vor allem wegen der belastenden Fahrten zwischen beiden Städten.
- Trotz seiner Kritik verbindet der „Shopping Queen“-Moderator wichtige Lebensabschnitte, Freundschaften und berufliche Erfahrungen mit Berlin.
- Kritik an Hamburgs Verkehr: Auch seine neue Heimat ist für ihn nicht perfekt. Besonders die Verkehrssituation bringt den Designer regelmäßig auf die Palme.
Viel Dreck im Tiergarten
Im Podcast „Dein Ernst“ sprach der aus Münster stammende Designer mit dem Schriftsteller und Entertainer Benjamin von Stuckrad-Barre über seine Erfahrungen in Berlin und seinen späteren Umzug nach Hamburg. Dabei äußerte sich Kretschmer ungewöhnlich deutlich über das Verhalten mancher Menschen in der Hauptstadt. „Alle amüsieren sich im Tiergarten, lassen ihren Dreck und ihren Müll da, und keiner macht mal was Nettes“, sagte der bekannte „Shopping Queen“-Moderator. Vor allem der aus seiner Sicht mangelnde respektvolle Umgang mit öffentlichen Flächen beschäftigt ihn. „Das ist wirklich eine raue Stadt geworden“, erklärte Kretschmer.
Berlin ist zu voll
Neben dem Müllproblem kritisiert der Designer auch die allgemeine Atmosphäre in der Hauptstadt. Berlin sei heute „etwas rauer“ als früher und „wirklich voll“, sagte er. Damit beschreibt Kretschmer eine Entwicklung, die er während seiner Zeit in der Stadt selbst beobachtet hat. Der Designer lebte viele Jahre in der Hauptstadt, bevor er sich für einen Wohnortwechsel entschied. Die zunehmende Unzufriedenheit mit einzelnen Entwicklungen spielte in seinen Schilderungen eine Rolle. Der eigentliche Anlass für den Umzug war jedoch ein anderer.
Kretschmer zog vor einigen Jahren von Berlin nach Hamburg. Entscheidend war nach seinen Angaben vor allem die Belastung durch das regelmäßige Pendeln zwischen beiden Städten. Die häufigen Fahrten seien ihm irgendwann zu anstrengend geworden. Besonders ein gefährlicher Moment während einer nächtlichen Autofahrt blieb ihm in Erinnerung. Er habe damals „fast einen schweren Unfall“ gehabt, berichtete der 61-Jährige im Podcast. Diese Erfahrung habe ihm vor Augen geführt, dass er seine Wohnsituation verändern müsse. Schließlich entschied sich Kretschmer, Berlin zu verlassen und seinen Lebensmittelpunkt nach Hamburg zu verlegen.
Erinnerungen an die Hauptstadt
Trotz seiner deutlichen Kritik möchte der Modedesigner seine Berliner Jahre nicht missen. Die Hauptstadt habe ihn persönlich geprägt und sei für seine Entwicklung von großer Bedeutung gewesen. „Ich bin da ein bisschen erwachsen geworden. Ich habe der Stadt viel zu verdanken. Ich kenne mich da super aus, habe da viele Freunde“, sagte Kretschmer. Seine Verbindung zu Berlin besteht damit auch nach dem Umzug fort. Besonders die Freundschaften und die Erinnerungen an wichtige Lebensabschnitte sorgen dafür, dass er weiterhin positiv auf seine Zeit in der Hauptstadt zurückblickt. Auch das kulturelle Umfeld schätzt er nach wie vor. Berlin sei ein Ort, an dem „viele Menschen sehr kreativ sein dürfen und immer noch können“. Damit würdigte Kretschmer ausdrücklich die Freiräume, die die Stadt Künstlern und anderen kreativen Menschen bietet.
Hamburg ist nicht perfekt
Inzwischen lebt der Designer in Hamburg und fühlt sich dort grundsätzlich wohl. Seine neue Wahlheimat schätzt er sehr. Allerdings gibt es auch in der Hansestadt einen Punkt, der ihn regelmäßig ärgert. „Nur ich finde, die können hier keinen Verkehr. Das regt mich hier extrem auf manchmal“, sagte Kretschmer. Mit seiner Kritik spielt er auf die Verkehrssituation in Hamburg an, die er offenbar als besonders problematisch empfindet. An seiner grundsätzlichen Zuneigung zur Hansestadt ändert das jedoch nichts. Kretschmer betonte, dass er Hamburg sehr liebe.